Offener Brief an Hagen Ernst wegen seines Artikels über das Unwort 2014

Allgemein
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... und weiter geht es mit den Hintergründen zur aktuellen Politik

Sehr geehrter Herr Ernst,

heute kürte die „Sprachkritische Aktion“ das Unwort des Jahres 2014. Diese Entscheidung nahmen Sie zum Anlass eines kritischen Artikels (Lügenpresse und Autobahn), dem ich nicht ganz folgen kann. Erlauben Sie mir bitte deshalb ein offenes Wort an Sie zu richten!

Ich meine, Ihre Kritik trifft nicht ins Schwarze. Damit stehen Sie aber auf gleicher Höhe mit der „Unwort“- Jury! Was Sie und die „Unwort“- Jury übersehen, ist das Treiben der Politiker und der Medien, Bürger zu kriminalisieren. Überlegen Sie bitte selbst: Sind die Pegida-Demos verboten? Sind die Veranstalter der Pegida eine kriminelle Vereinigung? Und eine Frage, die ich für zentral halte, ist: Warum diskutieren Politiker und Medien eher über Deutschlands Ansehen in der Welt, als über die Frage, was man gegen islamischen Terrorismus tun kann?

Die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes gehen auf die Straße, weil sie Antworten fordern, Antworten, die ihnen die Politik verweigert. Stattdessen wird ihnen das Licht auf öffentlichen Plätzen ausgeschaltet, wie zum Beispiel am Kölner Dom. Und in den Medien lesen sie über sich, sie seien „intolerant“, „islamfeindlich“ und verbreiteten „Hassparolen“. Ich weiß, dass Sie meine Artikel ernst nehmen. (Wenn jemand einen solchen Nachnamen trägt, ist das wohl sein Schicksal!) Ich weiß auch, dass Sie ehrlich sind. Wissen Sie eine Antwort auf eine Frage nicht, geben Sie das freiwillig zu. Würden Sie sich drücken oder mir Vorbehalte machen, um davon abzulenken, dass Sie keine Ahnung hätten, müsste ich Sie einen Lügner nennen. Wie anders soll die Pegida die Presse nennen? Und genau das ist der Punkt, den Sie und die „Unwort“- Jury verfehlt haben. Die „Unwort“- Jury weist auf die Geschichte des Wortes „Lügenpresse“ hin, das von den Nazis als Kampfbegriff verwendet worden war. Passten den Nazis Artikel nicht, nannten sie das „Lügenpresse“. Darum aber geht es der Pegida nicht! Die Pegida ist keine Nazi-Bewegung, auch wenn das Medien gerne so hätten. Hier maßt die Presse sich die Rolle eines Opfers an, ignorierend, dass sie damit die Presse verhöhnt, die damals gegen die Nazis anschrieben. Ich wundere mich gerade, wie Sie, Herr Ernst, diese Frechheit übersehen konnten. Sie schreiben doch sonst immer so treffend über Medien. Ich vermute, Sie hatten heute nicht Ihren besten Tag. Und was die „Unwort“- Jury betrifft, so kann ich ihr nur eine bodenlose Frechheit ankreiden. Indem sie just einen Vorwurf der Pegida aufgreift und zu einem Unwort erklärt, stellt sie sich auf die Seite der Medien. Nebenbei, Herr Ernst: Wie kommt eine Jury überhaupt dazu, Unwörter zu wählen? Ich habe diese Jury nicht dazu ermächtigt, Sprachpolizei zu spielen. Sie etwa? Und wenn ich jetzt sogenannte Unwörter in meinen Kolumnen verwende, etwa „Lügenpresse“, bin ich dann auch ein „intoleranter“, „islamfeindlicher“ und „Hassparolen“ verbreitender „Pegida-Idiot“? Ich für meinen Teil spreche der „Unwort“- Jury jedes Recht ab, zu bestimmen, welche Worte wir in Zukunft benutzen sollen dürfen und welche nicht. Ich habe nichts gegen Satire, man kann durchaus auf Worte hinweisen, die verharmlosend sind oder falsch. Aber die „Unwort“- Jury meint es ernst. Sie will Worte mit einem Schandzeichen markieren und so ausgrenzen. Und dieser Ernst ist wohl das Schicksal dieser Jury, was für mich nur ein Grund sein kann, sie abzulehnen. Zu Ihrer Ehrenrettung, Herr Ernst, sei gesagt, Sie haben am Ende Ihres Artikels geschrieben: „Anstatt, dass sich die Medien mit dem Inhalt des Wortes auseinandersetzen, ist es für sie mal wieder ganz gut, dass es Hitler gab.“ Dem stimme ich zu.

Ich hoffe, Sie verstehen nun meine Bedenken gegen Ihren Artikel. Verzeihen Sie bitte, dass ich Ihren Artikel gleich mit benutzt habe für meine Kritik an der „Unwort“- Jury. So musste ich nur einen Brief – statt zwei – schreiben!

Ihr

Wolfgang Luley

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