Lieber Nguyen Van Hoa,

Briefe von Luley , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

für uns Europäer klingt Ihr Name lustig, für Vietnamesen wie eine Bedrohung. Vielleicht nicht für alle Vietnamesen, aber ganz sicher für die vietnamesische Regierung.

Wie schafft es ein Mann, eine ganze Regierung in Schrecken zu versetzen?

Will man der staatlichen Online-Zeitung „Ha Tinh“ glauben, sind Sie ein gefährlicher Terrorist, der das Volk gegen die Regierung aufstachelt und ihren Umsturz plant.

Aber das sind nur die schrillen Töne einer Regierungspropaganda. Überhört man die hartnäckig, dann entdeckt man einen aufrechten Bürger, der einen Umweltskandal im eigenen Land aufgedeckt hat.

Einen Skandal, den die Regierung gerne übertönen würde.

Welches „Verbrechen“ haben Sie denn nun begangen?

Dazu ist Vorwissen nötig: Der taiwanesische Stahlkonzern „Formosa“ kippte Gift ins Meer. Das war in der Provinz Ha Tinh, im Nordosten Vietnams. Von da breitete sich das Gift etwa 200 Kilometer weit aus und verseuchte alles, was nicht bei 3 aus dem Wasser sprang.

Und Sie, Herr Van Hoa, veröffentlichten davon Videos und Bilder auf Ihren Blog. Schlimmer noch: Sie gaben obendrein Interviews, die Sie in sozialen Medien breit streuten.

Ist Ihr Verhalten nun Aufklärung oder staatsgefährdender Terrorismus?

Die Antwort ist offensichtlich, dennoch wurden Sie von einem Volksgericht zu 7 Jahren Haft verteilt, weil Sie „antistaatliche Propaganda“ verbreitet hätten.

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Das ist insofern witzig, weil das Motto Vietnams lautet:

„Unabhängigkeit, Freiheit Glück“.

Zumindest ist jetzt klar, wen die sozialistische Regierung davon ausnimmt.

Ihr

Wolfgang Luley

 

http:// www.tagesschau.de/ausland/urteil-vietnam-101.html

 

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