Hampel (AfD) “Ich wette, die CDU gibt es in 5 Jahren nicht mehr!”

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Die AfD lud in Lüneburg zu einer Wahlveranstaltung und gut 150 Personen mussten sich durch ein Spalier an Polizisten zwängen, um den Veranstaltungsraum zu erreichen. Das Publikum selbst war gemischt: von jung bis alt, von besser situiert bis Studentenarmut. Der Andrang war nicht unbegründet: Professor Dr. Meuthen sollte sprechen.

Doch Meuthen erschien nicht. Die AfD Lüneburg musste den Gästen erklären, dass sich der Vorzeige-AfD-Mann krank gemeldet hätte. Statt dessen habe man den Niedersachsen-Chef der Partei Armin Paul Hampel als unbürokratischen Ersatz verpflichten können. Und – er war mehr als nur Ersatz.

Zuvor nahm Landeslistenkandidat Stephan Bothe zur aktuellen Niedersachsenlage Stellung und erklärte die Lösungsansätze für das Bundesland. Auch Frank Rinck sprach über die Heimat – und die AfD. Beiden Kandidaten merkte man an, dass man nicht so sehr der Redner sei – vielleicht aber jene Leute, die die Politik im Lande umgestalten könnten. Wir haben genug “Redner” die reden im Landtag – an tatkräftigen Abgeordneten fehlt es bekanntlicher weise! Jedoch scheint dies wenig vielversprechend; so wird die AfD Niedersachsen derzeit mit 6 bis 8% Wahlerfolg berechnet.

Nun kam Hampels Stunde. Der nun im Bundestag sitzende Ex-Journalist (u.a. ARD) redete frei über seine Ideen, Lösungen – und warf immer wieder einfache Fragen auf. Er bezweifelte die, oft als alternativlos dargestellten, Schritte der bisherigen Regierung von SPD und CDU im Bund und sah auch das bunte Zukunftstreiben in Berlin eher skeptisch. Leider holte Hampel jedoch die Realität ein – so erklärte er zum Anfang seiner Redezeit den journalistischen Aufhänger “Hausdurchsuchung bei Hampel” über den der NDR schneller berichtete als es der Staatsanwaltschaft hätte lieb sein können. Wurde dem NDR etwa Informationen zugespielt? Vielleicht weil man die Hausdurchsuchung, wegen einer angeblichen Falschabrechnung innerhalb der Partei, angeblich zum Schaden des Steuerzahlers, professionell platzierte: Nur wenige Tage vor der Wahl?
Doch es ging nicht nur um jenen konkreten Fall vom Montag, sondern auch um die Medien, die Globalisierung; es ging um Umweltfragen, um wirtschaftliche Ideen, während der Protest von draussen in den Innenraum drang. Keine politische Auseinandersetzung, sondern Trillerpfeifenchöre, die jedoch das Ziel – eine Störung der Veranstaltung – verfehlte. Auch dank der Einsatzkräfte der Polizei konnte man sich sicher fühlen.

Hampel verwies in seiner Rede auf die unsinnige Konzentration auf Solar- und Windenergie und stellte Fragen nach Alternativen: Fusionsreaktoren, Kleinkraftwerke. Themen, die kaum einer aufgreift, auch weil die Medien nicht darüber berichten. Beim Thema Globalisierung verstieg er sich in seine Zeit als Auslandsreporter und berichtete von Bangladesh, Indien aber auch Afghanistan oder die Region des Nahen Ostens. Auch die Frage rund um den “Dieselgate” wurde aufgegriffen, geht es um Umweltschutz – oder um die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen? “Man kann von Gerneral Motors oder Chrysler kaum Gedanken des Umweltschutzes erkennen. Aber wirtschaftliche Vorteile wollen beide Konzerne in den USA erhalten”, führte Hampel aus. Und warum schützten der Ministerpräsident Weil (SPD) und Merkel (CDU) nicht Volkswagen. Beispielsweise mit der Androhung die TTIP-Gespräche abzubrechen? Wer also hat international, in Europa, in Deutschland – ja in Niedersachsen das Sagen?

Nach der Rede zeigte es sich, wer demokratisch ist: Draussen versuchte weiterhin ein Trillerpfeifenchor Hampel zu übertönen. Drinnen wurden Fragen gestellt. Mehrheitlich Fragen von linksorientierten Mitbürgern, Studenten und Migranten. Fragen, die Hampel stets sachlich erklären konnte; auf Vorwürfe und Unterstellungen reagierte er ebenso sachlich. Denn er wusste wovon er sprach: ob von Afghanistan oder die afghanischen Einwanderer von Hamburg; ob von ökologischer Ökonomie oder Globalisierung. Etwas kühn war das Wettangebot des Niedersachsen-AfD-Chefs: Seiner Meinung nach gibt es die CDU in 5 Jahren (so) nicht mehr. Keiner der Anwesenden wollte gegenhalten; und so mancher fragte sich, ob dann die AfD die Rolle der CDU übernimmt – oder ob es in 5 Jahren noch Parteien geben muss – und wo dann die AfD wäre ….
Viele linke Zuhörer gaben entnervt mittendrin auf: keine Polemik sondern Wissen kam vom Rednerpult, kein Populismus sondern Blicke über den Tellerrand.

Und so war beim Auseinandergehen der “Antifaschista”-Chor in der Seitengasse nur noch ein unsinniger Schrei, der aus einer alten Zeit kam.

Zu Bedanken gilt es den Polizeibeamten, die diese demokratische Veranstaltung ermöglichten. Aber auch den Veranstaltern, die sich in jenen Zeiten trauen, solche Themenabende öffentlich durchzuführen.

Als bitterer Nachgeschmack bleibt nur der starke Polizeieinsatz, der sicherlich nötig war. Leider. Denn die antidemokratische Jugend hat den wichtigsten demokratischen Grundsatz vergessen: Die Streitkultur. Und diese kommt ohne Hass aus. Für jene Streitkultur dienen eigentlich solche Veranstaltungen, bei denen man sich in der Meinung uneins – in der Sache aber eins sein sollte: Es geht um die Zukunft. Ob mit oder ohne Niedersachsen, Deutschland oder Europa; aber um die Zukunft.

4 thoughts on “Hampel (AfD) “Ich wette, die CDU gibt es in 5 Jahren nicht mehr!””

  1. Übrigens: Die AfD Veranstaltung begann gegen 19 Uhr, die der LINKEn gegen 14:30 Uhr. Soviel zum Thema Arbeiterfreundlich … Da fängt es an, Genossen…

  2. Ich war auch auf der Wahlkampfveranstaltung der AfD und kann diesem “Artikel” in keinster Weise zustimmen. Keiner der Kandidaten lieferte sachliche Argumente, geschweige denn Lösungsansätze für aufgezeigte Probleme. Die Struktur, mit der Hampel seine Rede hielt, war absolut nicht erkennbar, es wurde nicht über das Parteiprogramm gesprochen, viel mehr aber über persönliche Belange des Kandidaten. Insgesamt eine sehr enttäuschende Veranstaltung.

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