Was wurde denn nun gewählt? Das zumindest nicht!

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Da sitzen sie nun, die Damen und Herren. Studieren die Wahlergebnisse, die Wählerwanderungen – und verstehen nicht, was und warum wer irgendwie gewählt respektive nicht gewählt wurde. Versuchen wir an dieser Stelle dies Aufzuzeigen.

Zum einen wurde im Norden ein CDU Kandidat in den Bundestag gewählt, weil er seinen Wählern Kuchen brachte. Im Gegensatz dazu wurde Heiko Richter im Süden nicht gewählt, weil er nur Ideen für das kommende Deutschland im Rucksack bei sich hatte. Das könnte zu denken geben. Muss es aber nicht. Denn von Personenwahlen, wie in den USA üblich, ist der Parlamentarismus in der BRD nicht überzeugt.

Zwar machte die CDU mit ihrer Mutti überall Werbung, lies die Lautsprecheranlagen voll aufdrehen, um das Gepfeiffe zu unterbinden. Aber wählen konnten Mutti Merkel nur wenige. Ähnlich erging es dem, nach Wahllokalschliessung aufgewachten, SPD-Kandidat. Trotz Duell und Wahlarenen – beide standen nicht zur Wahl – die BRD hat keine Kanzlerwahl.

Wir durften Bewerber des Wahlkreises und Parteien wählen. Immerhin: Und dadurch entstand ein Chaos:

Die sogenannten Volksparteien verloren. Die SPD hat richtig erkannt, dass die GroKo abgewählt wurde. Ihr Weg in die Opposition hat jedoch ein anderes Denken verursacht. Man wollte dem eigentlichen Wahlgewinner der Bundestagswahl nicht die Oppositionsführerschaft überlassen. Aus Verantwortung gegenüber Deutschland.

Doch Verantwortung wäre der Versuch einer sozial-linken Regierung gewesen. Knapp wäre ein Bündnis zwischen SPD, Linke und Grünen wohl möglich gewesen. Wobei allerdings nur die Linke sich als Gewinner hätte fühlen können. SPD verlor Stimmenanteile – und die Grünen sind das kleinste Rad.

Ähnlich ergeht es nun dieser bunten Koalition aus Orange, Schwarz, Gelb, Grün: Einzig die FDP ist hier im Gewinnermodus. Und die hätte im Notfall auch mit der SPD …

Doch will der Wähler dies wirklich? Nein!

Doch der Mut zu dieser Erkenntnis fehlt. Wer sich die Wahlergebnisse anschaut erkennt, die Wähler wollten ein bisschen AfD, ein bisschen FDP mit ein wenig sozial vermischt, dazu ein Tropfen Öko. Dies gibt es aber nicht – und wer mit dem Schmuddelkind AfD spielt, der ist sowieso …

Statt diese Überlegungen zu beginnen, setzen sich Parteivertreter hin und diskutieren ÜBER die AfD, statt mit ihr und wollen gar ARD und ZDF den schwarzen pardon den Peter zuschieben. Dabei kam die AfD kaum zu Wort in den Redesendungen des Staatsfernsehens. Aber ein Schuldiger muss her, da sind sich Herr Herrmann (CSU) und die Mitredner dann irgendwie einig.

Das Dilemma, und das versteht sogar Merkel, lässt sich durch eine Neuwahl nicht richten. Und zu politischem Mut, zum Gestaltungswillen fehlt die Basis. Dabei wäre es einfacher, als es aussieht: Ein Parlament der Minderheitenregierung, die sich bei jedem Thema Mehrheiten besorgen muss.

Die FDP und die SPD wären dazu die passenden Stimmen, aber auch die Grünen würden freundlich nicken – wenn Merkel ihnen Machtpositionen in Aussicht stellt. Im Prinzip wird dies auch so kommen: die 4 Parteien eines Jamaika-Bündnisses unter oranger Führung ist nichts anderes. Ein Zukauf von Stimmen für weitere 4 Jahre freie Fahrt ins schwarze Loch der EU.

Dies kann man durch den, sogar von Gewerkschaften, gefeierten Siemens-Deal erkennen: Eine Firma geht nach Frankreich. Und weder Grüne (Siemens = Elektroantriebserfahren) noch FDP (freie Wirtschaft) oder gar die CSU (ist ja nicht Bayern, na gut aber nur ein Teil) geben dazu Worte ab. Und die CDU lässt sowieso jeden ziehen, solange er irgendwie Europa als Ausrede hat. Ob Stahlwerker oder Bahnbauer.

Ob das die Bevölkerung will? Darf man bezweifeln. Diese hat aber Mut gezeigt “German Mut” zur Veränderung. Nun muss es nur noch die Politik erkennen. Wenn nicht, bleiben die nächsten 4 Jahre im Zustand der letzten 4 Jahre: Unzufriedenheit entwickelt aber irgendwann auch Hass.

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