Lieber Peter Tosh,

Briefe von Luley , , , , , , , , , , ,

gilt Bob Marley als König des Reggae, dann sind Sie zumindest der Kronprinz, denn Sie waren einer seiner Mitbegründer und spielten auch in Marleys Band The Wailers. Heute vor 30 Jahren wurden Sie erschossen.

Ich mag Ihre Lieder, nicht alle, aber Ihre Version des Chuck-Berry-Klassikers „Johnny B. Goode“ finde ich entspannter und interessanter als das Original von Berry. Die Mischung aus Rock und Reggae hat was, finde ich. Ebenso Ihre Version des Max-Romeo-Klassikers „Chase the Devil“, mit dem die Gruppe The Prodigy in den 90er Jahren bekannt geworden ist.

Was hätte aus Ihnen noch werden können? Sie hatten eine sanfte Stimme, spielten entspannte und unterhaltsame Lieder und waren überhaupt ein umgänglicher Mensch.

Am Tag Ihres Todes suchte Sie Ihr damaliger Bekannter Dennis Lobban auf, ein ehemaliger Häftling, dem Sie halfen Arbeit zu finden. Das ging Herrn Lobban aber nicht rasch genug. Sie waren ein Star, Dennis Lobban wollte Geld – rasch, jetzt, sofort. Warum arbeiten, wenn man einen Star kennt, der Geld hat? Sie aber hatten keines in Ihrem Haus. Frustiert und enttäuscht knallte Ihnen Lobban zwei Kugeln in den Kopf.

Ihnen zu Ehren höre ich heute Ihre Lieder. Unwillkürlich beginne ich dann zu nicken und summe mit und singe auch einige Textzeilen. Ihre Version von „Chase the Devil“ ist aber ein Stich in den Kopf. Sie wollten den Teufel, dabei jagte der Teufel Sie und er jagte Ihnen obendrein zwei Kugeln in den Kopf.

So entspannte Lieder – so ein grausamer Tod. Die Welt ist ungerecht.

Ihr

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Wolfgang Luley

 

https:// de.wikipedia.org/wiki/Peter_Tosh

 

https:// de.wikipedia.org/wiki/Out_of_Space

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