Ohne Moos nix los!


Sehr geehrter Herr Stürzenberger,

ein historisches Foto, das Sie in einem Artikel verwendeten, brachte Ihnen die Bewährungsstrafe von sechs Monaten ein. Gesprochen wurde dieses Urteil vom Amtsgericht München mit der Begründung: Sie, Herr Stürzenberger, hätten „Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen“ verbreitet.

Merkwürdig nur, dass ähnliche Fotos auch von anderen Zeitungen, etwa der Süddeutschen, gedruckt wurden. So in deren Artikel „ Hakenkreuz und Halbmond“ auf den sich Ihr Artikel bezieht, für den Sie jenes Foto nahmen, das Ihnen zum Verhängnis wurde.

Merkwürdig auch, dass die Süddeutsche bisher von der Justiz in Ruhe gelassen wird. Offenbar ist es in unserem Land nicht gleichgültig, wer Fotos von Nazis zeigt. Dabei ist auf jenem Foto nur zu sehen, wie Al-Husseini einem Nazi mit Hakenkreuzbinde die Hand schüttelt.

Historisch erwiesen ist, dass Al-Husseini ein Moslem war; historisch erwiesen ist, dass Al-Husseini mit den Nazis paktiert hat. Erwiesen ist auch, dass sich Moslems in der Wehrmacht zusammentaten und als Gruppe, mit dem Namen „Handschar“, in den Krieg zogen. Nichts weniger haben Sie behauptet. In dem Urteil ging es aber gerade darum nicht.

Schon die Ansicht des Staatsanwalts mutet an wie ein Ulk aus dem Kasperl-Theater. So habe etwa ein „flüchtiger Betrachter“ nicht gleich erkennen können, dass es sich bei dem Artikel mit jenem Foto um eine „historische Aufarbeitung“ gehandelt haben solle.

Ich kann dem Herrn Staatsanwalt nur zustimmen. Wenn man Tomaten auf den Augen hat, erscheint einem die Welt finster. Und dass in der Finsternis Schrecken und böse Geister lauern, ist ja bekannt. Man denke nur an Kinder, die unter ihrem Bett Monster vermuten.Was aber kann ein Blogger dafür, dass es Leser gibt, die Tomaten auf den Augen haben?

An wen genau der Herr Staatsanwalt bei seiner Aussage gedacht hat, bleibt sein Geheheimnis, einer, auf den seine Befürchtung zutrifft, ist Sven-Felix Kellerhof, leitender Redakteur bei der Welt für Zeit- und Kulturgeschichte. Als ein Leser einen Kommentar zu Kellerhofs Artikel schreibt, der sich auf den US-Präsidenten Donald Trump bezieht (Donald Trump betreibt groteske Geschichtsklittung), da wird auch über den Stürzenberger-Prozess gesprochen. Kellerhof schreibt:

„(…) dieser Herr stürzenberger ist kein Journalist. Er ist ein politischer Aktivist mit schwerem Schlag nach Rechtsaußen und hin zum islamhass (…)“

Auch das ist wieder Kasperl-Theater. Selbst wenn Stürzenberger rechts wäre – was hat das mit Islam zu tun? Herr Kellerhof gibt vor, Recht zu haben, einfach weil er es behauptet. Ähnlich kurios ist jener Umgang in den Medien mit dem Islamischen Staat im Nahen Osten. Der Islamische Staat besteht aus Moslems, die im Namen von Allah töten und genau angeben können, welche Koran-Sure ihnen dazu das vermeintliche Recht gibt. Und was behaupten Zeitungen, von Spiegel bis hin zur Süddeutschen? Der Islamische Staat hat nichts mit Islam zu tun. Wie kommen sie darauf? Indem sie es behaupten.

Demnach hätten auch die Moslems, die damals in der Wehrmacht gekämpft haben, nichts mit Islam zu tun. Ebenso Al-Husseini. Überhaupt: Es hat nichts mit Islam zu tun, wenn man ein Moslem ist. Und der Prophet Mohammed war dann auch kein Moslem.

Ob man für – oder gegen Stürzenberger ist – spielt gar keine Rolle. Der Umgang mit dem Islam steht auf der politischen Tagesordnung – ob man das erkennen will oder Tomaten auf den Augen hat. Wie dieser Umgang gepflegt werden soll, ist offen, fest steht nur, wer ausgeschlossen wird: Jeder, der mit dem Koran nichts anfangen kann und ihn, darüber hinaus, zu kritisieren wagt.

Abgesehen davon: Wollte man das Urteil ernst nehmen, müssten Geschichtssendungen, wie die von TV-Historiker Guido Knopp, verboten werden. Denn in seinen Beiträgen sieht man ebenfalls Nazis mit Hakenkreuzen. Aber Herr Knopp kritisiert ja auch nicht den Islam mit Nachdruck, ebenso wie es die Süddeutsche tut.

Anschläge von Moslems in Frankreich, Spanien und Deutschland zeigen, dass Auseinandersetzungen nötig sind. Das Stürzenberger-Urteil vermittelt aber nur das Signal, dass Kritik, in welcher Form auch immer, unerwünscht ist. Mehr noch: Wer den Islam kritisiert, gerät schnell in den Ruf, ein Rechter zu sein, vom „Islamhasser“ ist es dann bloß noch ein kurzer Schritt. Und damit hat man dann jene bösen Geister und Monster, die man in der Finsternis zu erkennen vermeint.

Ein Grund mehr, sich keine Tomaten aufzusetzen, dafür aber den Mund aufzumachen – oder?

Mit vielen Grüßen

Wolfgang Luley

 

https:// www.berlinjournal.biz/michael-stuerzenberger-zu-haft-verurteilt/

http:// www.pi-news.net/welt-sechs-monate-haft-auf-bewaehrung-fuer-islamhasser-noch-geringe-strafe/

http:// www.sueddeutsche.de/politik/muslimische-ns-helfer-hakenkreuz-und-halbmond-1.3015455

https:// de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

https:// de.wikipedia.org/wiki/13.Waffen-Gebirgs-Division_der_SS%E2%80%9EHandschar%E2%80%9C_(kroatische_Nr._1)

http:// www.sueddeutsche.de/medien/zdf-doku-heiliger-krieg-kein-krieg-ist-heilig-1.1131514

http:// www.zeit.de/politik/ausland/2017-08/islamischer-staat-rueckzug-militaeroffensiven-libanon

http:// www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/anschlaege-frankreich-paris-nizza-bataclan-charlie-hebdo-chronologie

https:// www.tagesschau.de/ausland/terror-spanien-belgien-101.html

http:// www.berliner-zeitung.de/berlin/chronologie-islamistische-anschlaege-in-deutschland-25348608

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