Ohne Moos nix los!


Das Outing der (Bestseller) Listen

Wie kann man sich umfassend informieren ohne bereits eine vorgefertigte Meinung zu bekommen? Durch das Lesen von Zeitungen, Magazinen, Büchern? Mitnichten! In allen Medien schreiben Redakteure, Autoren Meinung. Von objektiver Berichterstattung ist in der BRD nichts mehr zu sehen. Stattdessen gibt es staatstreue Durchhalteparolen und, nett gesagt, variationsreiche Auslegungen der Wirklichkeit.

Deshalb waren bisher Listen, wie auch Umfragen, zur Meinungsfindung wichtig. Jedoch, spätestens seit der Merkelumfrage auf ZDF, ist bekannt, das die Statistiken und Umfragewerte so lange gebogen und berechnet werden, bis es passt – und Merkel so zur beliebtesten Person in Deutschland auserkoren wurde.

Nun, wenige Monate später, versucht sich das linke Magazin „Der Spiegel“ daran und entfernt aus seiner Bücherliste Platz 6. „Finis Germania“ war nun lang genug auf der Liste – und in der Debatte – dachten sich wohl die Spiegelredakteure, denn Verkaufszahlen sind nicht alles, was in der „SPIEGEL-Bestsellerliste“ zählt.

So muss nun die stellvertretende Spiegel-Chefredakteurin Susanne Beyer den Vorgang erklären. Zur Show, damit man sich doch irgendwie transparent zeigen kann.

Das Buch „Finis Germania“ hat in der SPIEGEL-Bestsellerliste von Heft 29 Platz 6 erreicht. Ohne die Empfehlung unseres Kollegen hätte das Werk des im vergangenen Jahr verstorbenen Autors es unserer Einschätzung nach nicht in die Liste geschafft; das Buch ist in einem kleinen und durch rechtsextreme Publikationen geprägten Verlag erschienen. Insofern haben wir in diesem Fall eine besondere Verantwortung. Deswegen haben wir das Buch in Heft 30 von der Liste heruntergenommen.

Nun ist diese Erklärung mehr als eine Selbstvernichtung. Denn es scheinen, einmal mehr, politische Entscheidungen zu zählen, wer überhaupt auf diese Liste kommt. Und wie lange ein Buch bleiben darf. Wahrscheinlich, und das ist ausdrücklich keine recherchierte These, halten Spiegel-Bücher auch länger auf der Spiegel-Beststellerliste durch, als die von Kleinverlagen. Aber jene Kleinverlage haben sowieso weder die Leserzahlen noch das Geld um sich in solche Listen zu katapultieren. Das es der Verlag Antaios geschafft hatte, mag „ein Versehen“ eines „Spiegel-Redakteurs“ gewesen sein. Vielleicht auch, weil man dem Autor und Historiker zu Lebzeiten Rolf Peter Sieferle nur wenig vorwerfen konnte. Immerhin veröffentlichten u.a. Suhrkamp und Ullstein seine Werke.

Deshalb gilt wohl nach wie vor: Traue keiner Statistik, Umfrage, die du nicht selbst gefälscht hast.

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