Blitzermarathon gefährdet die innere Sicherheit!

Am heutigen 19.04.2017 findet wieder einmal ein sog. “Blitzermarathon statt. Dabei ist die Polizei europaweit mit starken Kräften im Einsatz, um an viel befahrenen und gut ausgebauten Straßen mit schwachsinnigen Geschwindigkeitsbegrenzungen Radarfallen aufzustellen und die Autofahrer abzukassieren. Das ist aus vielen Gründen moralisch fragwürdig. So zum Beispiel aus dem, dass in den seltenstens Fällen in Wohngebieten, vor Schulen oder Spielplätzen geblitzt wird. Dabei heißt es doch in der Straßenverkehrsordnung §3 (2a), dass insbesondere “gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen” besondere Vorsicht geboten ist. Doch hier sucht man die Blitzer vergebens.

Einen ganz anderen Aspekt des Blitzermarathon beschreibt “FOCUS-Online-Experte” Michael Haberland in einem längst überfälligen Kommentar auf Focus-Online. Er spricht davon, dass der Blitzermarathon den Autofahrer unter einen Generalverdacht stellt und “dass die Polizei an anderen wichtigen Stellen fehlt und damit die innere Sicherheit gefährdet wird”. Das ist eine ganz richtige Einschätzung. Immerhin leben wir in unsicheren Zeiten. Im Angesicht von Raub, Gewalt, Vergewaltigung und Mord ist die Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzung ein klares Luxusproblem. Dafür eine Vielzahl Polizeibeamter zu binden lässt den tatsächlichen Kriminellen einen weiten Spielraum und belastet die ohnehin überarbeitete Polizei zusätzlich.

Glücklicher Weise gibt es bei einigen Bundesländern ein Einsehen. Baden-Württemberg etwa weigert sich an der Teilnahme des Blitzermarathon. Ein Sprecher des Innenministeriums in Baden-Württemberg sagte den Stuttgarter Nachrichten: “Die Polizei ist doch weiterhin stark beansprucht – zum Beispiel durch die Terrorlage und die Flüchtlingssituation. In einer solchen Situation müssen wir mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgehen und Schwerpunkte setzen.” Allerdings ist man nicht so konsequent wie es die Aussage aus dem Innenministerium vermuten lässt. Zumindest im Bereich des Polizeipräsidium Mannheim hat man über Ostern eine große Aktion gegen sog. “Poser” durchgeführt und wichtige Polizeikräfte gebunden um die Fahrer von Sportwagen zu kriminalisieren. Gleichzeitig verkommen ganze Stadtteile Mannheims zu unbegehbaren Hochburgen der Kriminalität. Etwa die als Drogenumschlagplatz bekannte Neckarpromenade. Dort trauen sich die Bewohner nur noch in größeren Gruppen zum abendlichen Spaziergang mit dem Hund.

Höchste Zeit also, die Polizei für den Kampf um die Sicherheit einzusetzen und ihr dafür auch die nötigen Mittel zu geben statt zur Ablenkung von der eigenen Unfähigkeit im Kampf gegen die Kriminalität harmlose Autofahrer zu kriminalisieren. Sowohl sicherheitspolitisch als auch verkehrspolitisch ist ein radikales Umdenken notwendig.

,

Kommentar verfassen

Bitte "Daumen drücken"

Mit einem Klick geht es weiter: zeigen Sie was Sie sehen - oder warten Sie wenige Sekunden, um weiterlesen zu können. Vielen Dank!


||Nach oben||||Zur Starseite||||Impressum||

Copyright © 2016 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Romowe - Beiträge stellen ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.