Das Ausreisezentrum in Sankt Augustin

Deutschland, West , , , ,

Geklärter Himmel, 20 Grad und ein fast leerer Park in Augustin. Wir waren mit drei Frauen vor Ort, um mit den Bürgern zu reden. Immer wieder klagen Anwohner über einen von Abschiebeflüchtlingen gefluteten Park. Wo einst Familien aus Deutschland auf den Spielplätzen, Fußballfeldern und Basketballplätzen spielten, halten sich heute angetrunkene Ghanaer und andere Landsmänner auf.

Text und Fotos: Melanie Dittmer

Von den Frauen aus der Abschiebeunterkunft keine Spur. An den Bänken stehen leere Bierflaschen. Auf den Bänken sitzen junge schwarze Männer, trinken oder kiffen. Schwere Marihuanawolken fluten den Park. Sie schauen uns hinterher, als wir zu dritt, alles Frauen, durch den Park schlendern.

Eine Anekdote vor ab: auf dem Weg zum Park hatten wir Wegfindungsschwierigkeiten. Wir sprachen ein Rentnerpaar an, wo denn der aus Funk und Fernsehen bekannte Park ist, in dem sich die Flüchtlinge aufhalten? Die 69 Jährige Dame die, wie die anderen Gesprächspartner auch, unerkannt bleiben will, erklärt uns den Weg. Wir fragen sie nach der Situation. Hier ein paar O-Töne der Dame: „Ich habe Angst als Frau. Abends traue ich mich hier nicht durch.“ Auch interessant ist die Konditionierung der Medien, die bei dieser Dame gewirkt zu haben scheint: „Man darf ja nicht so schnell urteilen, aber man hört ja soviel.“

In der Aussage spiegelt sich die Vorsicht, nichts verkehrtes zu sagen, weil man sonst verurteilt werden könnte.

Im Park treffen wir auf einen 53 Jährigen Mann mit zwei Hunden. Er schaut verhältnismäßig oft um sich. Eine Begebenheit die uns im folgenden immer wieder bei den wenigen deutschen Spaziergängern auffällt. Wir gehen hin und sprechen ihn auf die Flüchtlinge im Park an. Er ist offen und kommt schnell auf die Probleme zu sprechen. Er wirkt sauer und resigniert. Er hat schon mal die Polizei gerufen, weil im Park Drogen konsumiert wurden. Aber die kamen nicht. Man wüsste von dem Problem, das Ordnungsamt sei ja informiert und würde nun auch Streife laufen. Wir waren zwei Stunden in dem Park und habe keine Beamten Streife laufen sehen. Dies haben uns übrigens alle, die wir befragt haben, bestätigt. Der Mann wird konkret: „Die saufen hier, kiffen und pöbeln Leute an. Die machen Feuer im Park. Und sie zündeten ihre Gebäude an.“ und „Die Polizei hat Angst und kommt geduckt hierhin. Wenn sie überhaupt kommt.“. Der Anwohner ist maximal entsetzt von der Politik. Er fühlt sich an die untergehende DDR erinnert. Der Mecklenburger weiter: „Diese Regierung muss weg. Der ganze Scheiß muss weg. Wir sind nur noch Kühe die gemolken werden.“. Er schaut sich um, zeigt auf eine Bank an der sich sogenannte Flüchtlinge tummeln: „Die lassen sich nicht integrieren. Tut mir Leid.“.

Wir erkundigen uns nach der Chronik der letzten Tage. Die sieht so aus:

08.04.2017: Festnahme des Macheten Mannes aus Ghana, der die Frau in der Siegaue in Bonn vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt hat.
09.04.2017: Polizei durchkämmt den Park nach einem Messer. Zuvor gingen Bewohner aufeinander los.
10.04.2017: Es brennt im Heim. Die Feuerwehr rückt aus. Alles voller Polizei und Feuerwehr an der Unterkunft.
10.04.2017: Bürgermeister Schumacher redet im Fernsehen von „Einzelfall“, als es um den Siegauen Vergewaltiger geht.

Der 53 Jährige ist noch nicht fertig: „Sonst waren hier immer bei schönem Wetter immer viele Leute. Jetzt ist hier kaum einer. Die verkaufen hier ihre Drogen und alles. Die Deutschen Jungs spielen hier kein Basketball mehr.“ Wir schauen rüber zum Platz und sehen schwarze auf dem Basketballplatz mit einem Fußball spielen. Da wir noch mit anderen Menschen sprechen wollen, verabschieden wir uns von dem Herren.

Unsere Parkrunde führt an einem Haufen gestapelter Baumstämme vorbei. Dort stehen sechs oder sieben Schwarze. Sie hören Jamaika Reggae, es riecht nach Gras, zwischen den Stämmen liegen leere Bierflaschen. Es wirkt befremdlich und irgendwie surreal. Vor uns eine junge Mutter mit ihrem Freund. Auch diese zwei sprechen wir an.

Die junge Mutter mit ihrem sieben Monate alten Baby erzählt uns folgendes: „Wir sind hier mit zwei Mädels belästigt worden. Die sind uns hinterher gegangen. Wir sind schnell abgehauen. Als Frau kannst du hier alleine nicht laufen. Bei schönem Wetter sitzen hier 80 von den Typen. Ich geh da immer so schnell wie möglich durch.“ Ihr Partner erzählt uns von der Angst um seine Frau. Sie kommen eigentlich aus dem beschaulichen Bayern: „Von dort kennen wir das so gar nicht.“. Willkommen im Kalifat NRW. Richtung Parkausgang, auf Höhe des Kindergartens treffen wir auf einen 52 Jahre alten Arbeiter. Er erzählt uns: „Hier waren schon Massenschlägereien untereinander bei denen.“

Wir verlassen den Park Richtung Unterkunft und kommen an einem schönen Einfamilienhaus vorbei. Draußen eine 78 jährige Dame. Wir fragen, ob sie kurz Zeit hat. Sie berichtet uns: „Das Heim gibt es schon eine Weile. Vielleicht zwei Jahre. 95 % sind schwarze Männer. Die Ältesten sind 25 Jahre alt.“. Gestern muss auch schön etwas los gewesen sein: „23:10 saßen die noch draußen, haben getrunken und waren laut.“ Der Sommer kommt. Die Stadt kann sich auf etwas gefasst machen. Der Bürgermeister Klaus Schumacher (CDU) sprach gestern beim WDR noch von einem Einzelfall, als der Vergewaltiger von der Bonner Siegaue mit der Machete am Rhein festgenommen wurde und man ihn dazu interviewte. Der Vergewaltiger lebte im Ausreisezentrum Sankt Augustin und befindet sich nun in U-Haft. Die Bürger werden sich formieren und vor Ort aktiv werden. Es gab vor zwei Jahren schon einmal Proteste der Bürgerschaft, als in Sankt Augustin Menden eine Turnhalle zu einer Unterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert wurde. Damals verließen bei einer Bürgerversammlung 30 % der Bürger den Saal, als die Stadtspitze log: „Die Schule habe den Mädchen bloß die Empfehlung gegeben, sich lang zu kleiden, damit sie sich nicht erkälten.“. Nur wenn der Bürger selbst aktiv wird, Interessengemeinschaften gründet und unterstützt, wird Druck auf die Politiker ausgeübt werden. Wer toleriert und schweigend hinnimmt was vor sich geht, macht sich mit schuldig an den Überfällen, Vergewaltigungen und Morden.

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