Ohne Moos nix los!


Der Städter, ein Mörder, auf dem Bauernhof

Kennen Sie diese Geschichte, in der ein Städter endlich aufs Land zieht und nur wenige Tage später einem Hahn den Kopf abdreht? Der Grund, der Hahn hätte ihn in der Früh geweckt. Vor Gericht, bei dem es um die Kostenerstattung des Ersatzhahnes ging, versuchte der Städter anzuführen, dass der dörfliche Gestank, der von den Schweinen, Rindern und Pferden herrührt, aber auch von den frisch gedüngten Feldern am Rande des Dorfes, ihn zum Mord zwang.

An diese Geschichte erinnerte ich mich heute, als mir ein konservativ und national eingestellter Mensch erklärte, er wolle nicht mehr arbeiten gehen. Im Gespräch formulierte er diesen Wunsch in eine politische Zwangsjacke. Denn immerhin würde seine Arbeit vor allem den sogenannten Flüchtlingen, also den Vergewaltigern und Randalierern, zu Gute kommen. Und den Linken und der Regierung, sie alle würden nur von seinem Steuergeld leben. Er redete sich in Rage, selbst auf meinem Einwand hin, das er ja dann von meinen Steuergeldern leben würde und wenn ich seine Idee fortsetze, dann würde ich von den Steuern der anderen leben – bis irgendwann keiner mehr arbeiten geht. Weil auch keine Arbeit mehr da wäre.

Denn mit diesem Denken würde der Staat zusammenbrechen, die Wirtschaft zu Grunde gehen. Daraus schlussfolgerte ich, dass  dann auch keine Steuergelder mehr für Arbeitslose ausgegeben werden könnten.

Ja, aber – wand er ein. Er wolle ja diesen Staat sowieso nicht. Also das System. Und so. Eben weil der Staat die Anderen, die Neuen, mehr unterstützt als zum Beispiel ihn. Damit lag er nicht verkehrt, während zehntausenden der Strom abgestellt wird, sorgt der Staat dafür, das Neubürger neben einem Schlafplatz und ausreichend Essen zum Beispiel kostenfreien Internetzugang erhalten. Natürlich, so sagt der Staat, das sie so mit ihren Angehörigen in Verbindung bleiben. Natürlich, denkt sich so mancher, damit sie sich besser radikalisieren können, sich besser absprechen können.

Nur, muss man deshalb den Hahn töten, der den Bauernhof am Leben erhielt? In der Geschichte muss letztendlich der Städter jeden Morgen Hahn sein:  Um 6 Uhr in der Früh den Bauern und das Vieh wecken. Ganz bewusst entschied der Richter, dass sich der Städter dazu auf den Misthaufen stellen solle und „Kikere-Ki“ rufen solle.

Im Nachgang des Gespräches fiel mir auf, man könne diese Geschichte auch drehen. Vielleicht war mein Gegenüber der Hahn, dem langsam die Luft abgeschnürt und der Kopf verdreht wurde. Wer würde seine Arbeit, seinen Auftrag übernehmen?

Es gibt viele, die sich eine neue Arbeitsstelle wünschen, vielleicht sogar seine. Aber es gibt immer mehr Bürger, die eben keine „ordentliche“ Arbeit aufnehmen wollen. Sie bekommen, als Dank des morgendlichen Rufens, wie der Hahn kein Extrafutter. Weil die Hennen Eier legen. Weil so das System des Bauernhofes aufgebaut war und ist. Doch würde der Bauer auch einen Fuchs durchfüttern, der im Hühnerstall mitlebt und weder Eier legt noch den Bauern weckt? Und würde der Bauer dem Fuchs zugestehen, sich täglich eine Henne auszusuchen?

Die Moral lag mir ferner den je. Bis mir der Fehler in der Geschichte auffiel. Kein deutsches Gericht würde den Städter bestrafen. Sondern den Bauern. Wegen Ruhestörung!

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