DVB T2 HD – die nächste Abzocke wird Realität

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Um überhaupt noch Fernsehen schauen zu können, dürfen Bürger, die bisher über Antenne ihr Programm gesehen haben (terristisches Fernsehen), in die Brieftasche greifen. Und das tief. Und das erneut.

Denn noch nicht allzulange ist es her, dass Deutschland mit dem “Überallfernsehen” prahlte, das DVB-T, das nicht überall zu empfangen war. Nun ist das “Überallfernsehen” schon wieder Geschichte. Und wer Pech hat braucht neben einen neuen Receiver auch eine neue Antenne und Zusatzgeräte,um die bunte Vielfalt der laufenden Bilder zu erleben.

Doch selbst diese Vielfalt wird nicht lange halten. Denn das Privatfernsehen, von RTL bis zur ProSiebenSat1-Gruppe, will an dieser Art Fortschritt mitverdienen. So entstehen aus frei empfangbaren Bildern nun Pay-TV, also Zahlprogramme. Dafür aber optisch brillant, in HD.  Einzig die öffentlich/rechtlichen Programme bleiben dem Fernsehzuschauer erhalten. Denn dafür zahlt er bereits, ob er diese nutzt oder nicht.

Den ganz armen werden nun, mit der Umstellung auf DVB-T2 HD, ins schwarze kucken. Denn ende Februar kam das Berliner Sozialgericht zu dem Schluss: „Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts sei ein Fernsehgerät weder ein Einrichtungsgegenstand noch ein Haushaltsgerät im Sinne der Vorschrift. Zusätzliche Leistungen für die Erstausstattung gebe es nur für Gegenstände zur Befriedigung grundlegender Bedürfnisse wie Essen und Schlafen. Ein Fernseher und damit auch der begehrte Receiver diene indes der Befriedigung von Unterhaltungs- und Informationsbedürfnissen.“

Und warum sollte man sich in einer demokratischen Gesellschaft auch informieren dürfen/sollen/wollen. Und erstrecht nicht mit Programmen, die nicht an Partei und Verbänden gekoppelt sind – auch wenn dies im BRD-Fernsehen nur noch eine theoretische Möglichkeit wäre.

Immerhin ist es der technische Fortschritt – der die Bürger, jene die es sich noch leisten können, ins Internet, ins Kabelprogramm oder gen Himmel (ASTRA/EUTELSAT) treibt. Zumindest so lange, wie sie in einem Gebiet wohnen, in dem das Internet ausgebaut ist, der Vermieter Kabelfernsehen anbietet oder man als Mieter eine Sat-Schüssel aufstellen darf.

So wird nun auch das Fernsehen zum exklusiven Gut, das sich bald nur noch Besserverdienende leisten können, weil der Rest auf den – dann privatisierten – Autobahnen Maut bezahlt oder gar etwas essen will.

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