Pressekodex, Schweinehälften und London

Der neue Pressekodex ist da – und besondere Aufmerksamkeit erhielt Richtlinie 12.1. In der heisst es fortan:

In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Bisher war die Formulierung schwammiger:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Kein Protest in der hiesigen Presse, die sich doch einem Bildungsauftrag unterworfen hat. Dabei ist dies schon länger so. Alle ausländischen Namen werden zu deutschen mit Sternchen Name geändert / Name der Redaktion bekannt und sowieso sind alle Verbrecher Deutsche. Wobei man heute mal überlegen könnte, wer in 5, 10, 15 Jahren die Minderheit darstellt. Ist dann ein Sven, ein Holger plötzlich ein Tarek, ein Elyas? Und aus einer Silvia wird eine Aischa?

… noch … noch darf man!

Soweit ist es noch nicht. Das erkennt man daran, das Polizei, Bürgermeister und der muslimische Vorstand sich entsetzt zeigten, als Schweineteile an einer Moschee gefunden wurden. Da ermittelt sogar der Staatsschutz. Denn es sei ein „Anschlag“, so der Sprecher der SPD-Stadtverordnetenfraktion von Bremerhaven, Sönke Allers. Sogleich veröffentlichte die islamischen Föderation Bremen eine Pressemitteilung und zeigte sich  erschüttert. „Wir sind gleichermaßen besorgt und bedauern dieses Ereignis zutiefst und wünschen daher eine vollständige Aufklärung seitens zuständiger Behörden.“ Ermittlungen wegen Störung der Religionsausübung wurden aufgenommen.

Nur Stunden später, der Bundespräsident mahnt den „Kampf gegen Rechts an und ein Terrorist verübt einen Anschlag in London. Erste Reaktion – in London: ein Terroranschlag. Erste Reaktion in den deutschen Medien, es könne auch ein Irrer, ein Einzeltäter sein. Und einen Tag später stellt sich heraus – hurra es war ein Brite. Den Göttern sei zu danken, dass der Brite in Britannien noch keine Minderheit ist – was hätte sonst die deutsche Presse berichten müssen und dürfen? Der Attentäter war ein Moslem? Ein Mitbürger arabischer Herkunft? Noch mal Glück gehabt!

Doch während in London der Terror herrscht, wird in Deutschland wegen herumliegendem Schweinefleisch ermittelt. Eine Pressemitteilung zu den Ereignissen von London der islamischen Föderation Bremen hingegen findet sich nicht. Keine Erschütterung, kein Wort. Wahrscheinlich, weil keine Schweinehälften explodiert sind … So ist die muslimische Welt in Ordnung – und der Staatsschutz kann weiter ermitteln, gegen Schweinehälften und Facebooknutzer, die die sozialen Medien als Stammtisch nutzen.

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