Die Lammert-Posse

Eine ehrwürdige Tradition des Bundestag soll ersetzt werden. Vor Angst? Vor Scham? Vor politischer Hörigkeit!

Bisher leitete immer der Älteste der Abgeordneten die erste Sitzung eines neuen Bundestages. Nun könnte aber einem AfD’ler diese Ehre zu Teil werden. Das erschreckt die Politelite von links bis äääh links, also von die Linke bis zur SPDCDU-Einheitsfront.

Kollege Klaus Kelle erinnert sich auf denken-erwünscht:

Als 1983 die Grünen erstmals ins Hohe Haus einzogen, hätte eigentlich der hessische Neuparlamentarier Werner Vogel Alterspräsident werden sollen. Das erwies sich allerdings als ein wenig schwierig, denn er engagierte sich offen für die Legalisierung von Sex zwischen Erwachsenen und Kindern. Pädophilie war in dieser guten alten Zeit bei vielen Grünen keineswegs ein Tabu, wie wir seit Daniel Cohn-Bendit und anderen wissen. Was aber bei den Grünen gar nicht ging und geht, war ein zweiter Makel. Werner Vogel hatte, sagen wir…eine Vergangenheit. Wie sich herausstellte, war Vogel ein glühender Nationalsozialist, war aktives Mitglied der SA und trat 1938 in die NSDAP ein. Nach Krieg und Gefangenschaft in Sibirien wurde er dann 1954 in Düsseldorf Beamter im Innenministerium. Wie das halt so war damals… Lange Rede, kurzer Sinn: Vogel trat sein Amt nicht an, ein anderer rückte bei den Grünen nach und die Rede im Bundestag hielt Alterspräsident Willy Brandt von der SPD.

Doch wegen Herrn Vogel dachte niemand daran eine Tradition über Bord zu werfen. Warum auch? Pädophil? Na und, das gehörte zum guten Ton bei den Grünen, schliesslich sind alle Menschen gleich und der saure Regen fällt in den Schwarzwald. Und NS-Vergangenheit? Kein Problem, wenn man sich die ersten Bundestagsabgeordneten, die CDU- und SPD-Mitstreiter anschaut. Wer da kein altes Parteibuch sein Eigen nannte war Außenseiter.

2017 aber, eine Zeit in der Werte und Tradition keine Rolle spielen, kommt Lammert auf eine Idee: der Älteste im Parlament sei nicht mehr der Älteste, wenn er von der AfD kommt, sondern derjenige der die meisten parlamentarischen Dienstjahre vorzuweisen hat.

Man kann aber auch Angst haben. Bei einem AfD-Erfolg könnte nämlich ein Herr Gauland der Älteste werden.Der 1944 geborene, einst Herausgeber der in Potsdam erscheinenden Tageszeitung Märkische Allgemeine, und im Frankfurter Magistrat und im Bundesumweltministerium tätig, war schliesslich auch einmal  Leiter der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Übrigens als konservativer CDU-Mann. So wirkte er auch  als Ideengeber des konservativen Berliner Kreises innerhalb der CDU. Vor so einem Mann muss natürlich das Parlament in Berlin Angst haben. Ein ehemaliger CDU-Mann mit Erfahrung in der Politik. Das kann Lammert, Mitglied der CDU, nicht wollen, das diese Extremisten das Wort zugeteilt bekommen. Zumal in einer Demokratieform. Zumal in der BRD. Zumal Gauland doch tatsächlich mit dem Ex-CDU-Mann Konrad Adam, ehemaliger Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und dann  Chefkorrespondent und Kolumnist der Tageszeitung Die Welt, in Kontakt stand und steht.

Es sind eben diese Extremisten vor denen uns Lammert und seine Kollegen schützen wollen. Und so wird Dr. Schäuble der neue alte Mann in Berlin.

,
2 comments on “Die Lammert-Posse
  1. Pingback: Die Lammert-Posse – ffd365.de

  2. Pingback: preussischer-anzeiger.de | Warum SPD und CDU nur sich selbst hören wollen

Kommentar verfassen

Bitte "Daumen drücken"

Mit einem Klick geht es weiter: zeigen Sie was Sie sehen - oder warten Sie wenige Sekunden, um weiterlesen zu können. Vielen Dank!


||Nach oben||||Zur Starseite||||Impressum||

Copyright © 2016 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Romowe - Beiträge stellen ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.