Schlacht bei Chambrai

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Schlacht von Chambrai

Die erste Panzerdurchbruchssschlacht der Geschichte

 Die industrielle Entwicklung des 19. Jahrhunderts hatte weitreichende Eingriffe in allen Lebensbereichen zur Folge. Auch auf die Entwicklung der Waffentechnik nahm sie entscheidenden Einfluss.  Es kamen Repetier- und Maschinengewehre auf, es wurden Schnellfeuergeschütze und verbesserte Munition entwickelt, welche ihre Wirkung verzehnfachten.

Durch diese Erfindungen der Kriegstechnik wurden ungeschützte Bewegungen auf freiem Feld nahezu unmöglich.

Da dies frühzeitig und durch schmerzliche Verluste Entdeckt wurde, gab es dahingehend auch schon bald versuche mit gepanzerten Fahrzeugen.

Den Entscheidenden Durchbruch in dieser Entwicklung gelang den Briten mit dem Kettenpanzer Mark I.

Durch dieses Panzerfahrzeug und dessen Nachfolgern begann ein neues Zeitalter in der Kriegsführung zu Lande.

 

Seit ihrem ersten Einsatz im Herbst 1916 an der Somme, erschien es zunächst als völlig absurd, das die britischen Tanks allein ohne Infanterie angreifen werden. Stets erfolgte ein Vorgehen der Tanks mit infanteristischer Unterstützung.

 

Durch den Separatfrieden des Deutschen Reiches mit dem revolutionären Russland entstand eine sehr negative Situation für die Entente. Daher sollte eine großangelegte Herbstoffensive Entlastung bringen, bis die frischen, ausgeruhten amerikanischen Truppen  spätestens im Frühjahr 1918 in Frankreich eingetroffen seien.

Für diese Offensive plante der Generalstabsoffizier Major Fuller erstmals Tanks in Stärke von 3 Brigaden und ohne Infanterieunterstützung einzusetzen.  Sie sollten auf einer Breite von 10 Kilometern die deutschen Linien aufbrechen und somit eine Bresche bis weit in das Hinterland schlagen.

Die besten Voraussetzungen bot dafür die Gegend um Chambrai. Es war fest und wenig zerschossen.

Der Angriff sollte in drei wellen erfolgen.

Die erste Welle sollte dabei möglichst schnell die Drahtverhaue und Sperrgräben, sowie die MG- Stellungen vernichten.

Die zweite Welle sollte die Grabenbesatzungen ausschalten, Breschen für die nachfolgende Infanterie, welche in Stärke von 6 Infanteriedivisionen folgen sollte schlagen und so die Vernichtung der Artilleriestellungen ermöglichen.

Die Tanks der dritten Welle sollten nun die Flanken des Durchbruchs absichern und in die Tiefe abriegeln.  Drei Kavalleriedivisionen sollten diesen gesicherten Durchbruch ausnutzen und bis über den Schelde- Kanal vordringen und Chambrai von Osten her abschneiden.

 

Am 20. November sollte es soweit sein.

Insgesamt standen auf englischer Seite eine mächtige Streitmacht von 367 Tanks bereit.

Nach einem 20 Minütigen Trommelfeuer aus 2260 Rohren brachen die Mark- IV- Tanks aus einer künstlichen Nebelwand hervor.

Schnell wurden die ersten deutschen Stellungen überwunden, da es den überraschten Deutschen nicht möglich war, schnell genug Abwehrgeschütze in Stellung zu bringen.  Es gelang den Briten einen Einbruch von 12 Kilometern Breite und 7 Kilometern Tiefe zu erzwingen.  Dennoch fügten die Deutschen den Briten schwere Verluste zu und leisteten härtesten Widerstand. Es gelang allein einem deutschen Geschütz 12 feindliche Tanks.

Es wurden 71 Tanks abgeschossen oder blieben beschädigt im Gelände oder den deutschen Panzerhindernissen  liegen. Diese Panzer wurden, soweit möglich geborgen und instandgesetzt.

Sie bildeten das Grundgerüst der deutschen Beutepanzerabteilungen, welche im Jahr 1918 aufgebaut wurden.

Dennoch überschritten britische Truppen am Morgen des darauffolgenden Tages die Schelde bei Marcoing und die Kavallerie erreichte Cambrai am 22. November. Ein weiteres Vordringen wurde jedoch durch deutsches MG- Feuer und Sturmbataillone verhindert.

Am 30. November 1917 startete die deutsche Gegenoffensive der herangeführten Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht von Bayern“. Sie konnte den Einbruch bis zum 6. Dezember wieder weitestgehend begradigen und die Briten fast überall auf ihre Ausgangsstellungen zurückdrängen. Begünstigt wurde dies durch den bereits begonnenen Abtransport der britischen Tankbrigaden hinter die Front.

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