Frankreich lernt von Deutschland

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Wenn Trump im Wahlkampf in deutschen Medien spricht, verstehen Zeitungen und Sender dies nicht. Wenn aber der Franzose Macron im ZDF spricht, dann jubelt man ihm zu. Auch, weil er sagt:

Kämpfe jeden Tag, damit Le Pen nicht gewählt wird

Und er zeigt damit die Fratze der Politelite – jenseits und diesseits des Rheins:

Politik wird nur noch gegen den politischen Gegner gemacht. Somit erhoffen sich die Führungen der Länder ihren Machterhalt. Dann ist sogar der Volkswillen egal. Schliesslich ist man im Kampf, im Krieg …

Ich kämpfe jeden Tag, damit Frau Le Pen nicht gewählt wird. Was sie vorschlägt, den Ausstieg aus der Eurozone, eine Währungsabwertung um 30% und einen nationalistischen Protektionismus – das alles würde zu einer Verarmung der französischen Mittelschicht führen und zu einer Verarmung der französischen Industrie und Landwirtschaft. Und nach und nach zum Zerbrechen Europas und der Eurozone. Und letzten Endes würde das unweigerlich zu neuen politischen Spannungen führen, deren kurz- und mittelfristige Auswirkungen wir leider nur allzu gut kennen.

spricht der Wahlkämpfer im ZDF. Kein Wort zur Armut in Frankreich, kein Wort zu den Krallen, zu den Ursprüngen dieser. Und er gibt zu: Er macht Politik gegen Frankreich, gegen die Franzosen:

Ich bin kein Demagoge, der dem Volk sagt, was es hören möchte. Ich wende mich direkt an die Menschen, das ist für mich Demokratie.
Aber ich serviere den Leuten nicht, was sie gerne hören wollen.

Der Unterschied zur BRD-Politik? Den gibt es: Hier wendet sich, wie in Frankreich, nur zu Wahlzeiten der Politiker an die Menschen. Aber in Frankreich würde sich keiner trauen, das eigene Volk als Pack, Mischpoke oder Nazi zu bezeichnen.

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