Ohne Moos nix los!


Mirko Welsch verlässt AfD mit Rundumschlag gegen Höcke, Petry und Schwule

Mirko Welsch, ehemaliger Bundessprecher der Homosexuellen in der AfD, verlässt seine Partei und gibt dem Stern ein Interview oder besser ein Rundumschlag. Nun mag man sich fragen, ob eine Partei einen Bundessprecher für Homosexuelle benötigt, gibt es auch einen für Heteros? Aber man mag sich auch fragen, warum sich Welsch ausgerechnet dem Stern hingibt.

Die Hauptgründe  [ des Austrittes /d. Red.] sind für mich die jüngsten Eskapaden von Björn Höcke. Ich habe mich immer als konservativer schwuler Patriot gesehen. Aber mit völkischen Idioten will ich nichts zu tun haben. Mein Landesverband geht in die gleiche Höcke-Richtung. So kann ich mich nicht mehr mit der Partei identifizieren.

erwidert er dem Stern, dessen Nachrichtenredakteurin Jenny Kallenbrunnen nicht nachhakt. Schliesslich sind in jeder demokratischen Partei verschiedene Strömungen zu finden, die zumindest einen Teil der Wähler abbilden. Stattdessen lässt sie Welsch austeilen:

Kallenbrunnen: Sie sagen ganz offen: Höcke ist ein Nazi.

Welsch: Ja. Wer als Schwuler für Höcke ist und sich sich trotz solcher Aussagen zu ihm bekennt, bei dem muss ich am gesunden Menschenverstand zweifeln. Höcke selbst hat schon mehrfach Schwulenfeindliches gesagt, er fremdelt sehr mit dem Thema. Ich war für einen Vortrag in seiner Fraktion und habe selbst gemerkt: Er duldet Homosexuelle allenfalls.

[…]

Kallenbrunnen: Sie waren Bundessprecher der Homosexuellen in der AfD. Was haben die Homosexuellen, die AfD wählen, für Argumente?

Welsch: Es gibt ja schon gemeinsame Punkte. Die Homosexuellen in der AfD setzen sich zum Beispiel trotzdem für die traditionelle Familie ein. Das Vater-Mutter-Kind-Modell ist für uns die Keimzelle unserer Gesellschaft und das sagen wir ja auch. Homosexuelle müssen nicht Links oder Grün wählen, es gibt ja auch konservative Homosexuelle. Aber dann gibt es eben auch einige aus der Interessengemeinschaft Homosexuelle der AfD, die das Adoptionsrecht für Schwule ablehnen. Sowas verstehe ich einfach nicht. Es kommt doch schließlich aufs Kindeswohl an.

Kallenbrunnen: Das klingt, als seien Sie nicht so rechts wie die Partei, für die Sie sich jahrelang engagiert haben.

Welsch: Man muss eben differenzieren. Man kann auch nicht den Islam per se ablehnen, sondern nur den Teil, in dem Homosexuelle, Frauen diskriminiert und verfolgt werden. Ich konnte auch am Schluss die ganze Diskussion zum Asyl nicht mehr hören. Da habe ich mich auch abgehoben von vielen Parteikollegen. Wir haben hier im Stadtteil etwa eine Stadtförderschule, die steht vor dem Aus. Ich habe vorgeschlagen, dass wir darin Flüchtlingskinder fördern, bevor sie in die Schule kommen, damit sie die Sprache, unsere Werte und Kultur lernen, um nachher im Unterricht besser mitzukommen. Für mich war klar, dass wir den Flüchtlingen helfen müssen. Aber von der Saar-AfD gab es keinerlei Reaktion. Bei den Homosexuellen in der AfD wollte einer sogar aus versicherungstechnischen Gründen ernsthaft allen Asylanten verbieten, Fahrrad zu fahren. Da fragt man sich doch, ob die noch ganz dicht sind. Viele haben auch gesagt: „Das hätte ich nicht gedacht von dir als AfD-Politiker“. Ich habe ihnen immer gesagt: „Ich bin zwar in der AfD, aber das heißt nicht, dass ich keinen gesunden Menschenverstand habe.“

Aber auf seinen Posten will Welsch nicht verzichten, auch wenn er nicht mehr unter den Fahnen steht, die ihn einst in diese Stellung brachten:

Richtig, als Mitglied des Bezirksrats Saarbrücken-Dudweiler bin ich ja für fünf Jahre gewählt. Und dann kandidiere ich als unabhängiger Bundestagskandidat für den Wahlkreis Saarbrücken: Wahlkreis 296.

Als Beobachter kommt einem es so vor, als wäre Welsch in der AfD gescheitert und habe keinen aussichtsreichen Listenplatz ergattert. Sonst ist dieser Rundumschlag kaum nachzuvollziehen. Aber vielleicht wird Welsch bald gefeiert: Als Heimkehrer. Als CDU oder SPD Mitglied.

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