Ohne Moos nix los!


Wer Shit sät, kommt ohne Kacke nicht aus: Tichys Einblick, Richels Ausblick und Tengelmanns Durchblick

Herausgeber Tichy hat mit seiner Löschaktion nicht unbedingt das beste Fingerspitzengefühl gezeigt. Und das trotz – oder wegen – seiner erfolgreichen Jahre in den Medien. Immerhin war er einst Chefredakteur wichtiger Zeitschriften, wie Impuls, Euro oder Wirtschaftswoche. Vielleicht kam ihm in diesen Jahren die Fertigkeit abhanden, für seine Autoren gerade zustehen, ihnen den Rücken zu stärken – eben Rückgrad zu zeigen, statt sich einem Twitter-Eintrag zu ergeben. 

Wobei Richel, der Urheber des sogenannten “Shitstorms” gegen Tichy und XING, seine Einträge genau abwägte. Herr Richel, seines Zeichens Kreativdirektor bei der Berliner Social Media-Agentur TLGG, wollte keine Diskussion, keine Ehrlichkeit. Immerhin verdient er teilweise seine Brötchen durch den Staatsapparat der BRD, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Aber auch “Kulturprojekte Berlin” oder 104.6RTL gehören zum Kundenstamm der “Gelben Gefahr” aus Berlin. Da muss man auch kritische Töne abblocken. Und nicht nur blocken, wie Richel selbst erklärte:

Verknüpft man reale Lebenswelt mit Onlineauftritt ergeben sich plötzlich interessante Einsichten, denn den meisten Menschen ist klar, dass der sich verstärkende Mechanismus der Filterbubble keinerlei Exitenzberechtigung im normalen menschlichen Miteinander hat. Dort, wo es einem persönlich betrifft: Am Arbeitsplatz, im Klassenzimmer, auf Familienfesten. Dort gibt es nicht nur keine Likes, sondern auch Gegenrede und vielleicht sogar ernsthafte Konsequenzen

Im Klartext: “Melde, denunziere wo auch immer möglich! Lass keine Gegenrede, keinen Gegengrund zu, der nicht zu deiner Meinung passt.”

Ein interessanter phsychologischer Ansatz – vor allem, wenn man auf der Visitenkarte Kreativdirektor  zu stehen hat.

Dabei bewegen sich weder Tichy noch Richel von einander weg. Letzterer bewies eigentlich nur eine Art Lernwillen – wenn auch im schlechten Stil. Den letzten Shitstorm-gegen-Rechts-Verursacher hat es schliesslich selbst erwischt:

#keingeldfürrechts-Mann Gerald Hensel, der Firmen vorzuschreiben glaubte, wo man werben darf und wo nicht. Und er griff in die falsche Tasche. Nämlich in die des Axel-Springer-Verlags-Autoren Henryk M. Broder (Achse des Guten). Hensel schliesslich verlor das Spiel und gab seinen Posten zurück, den des Executive Strategy Director Digital bei der Werbeagentur Scholz & Friends. Vielleicht gleichen sich bald die Lebensläufe von Richel und Hensel?

Wobei auch Roland Tichy verliert. Hat er doch auf einen Fakeaccount reagiert – und auf den Grünen Matthias Oomen, der sich schon mal wünschte, dass in Dresden eine Bombe hochgeht, der den Fakeaccount anschrieb. Denn er entdeckte “Tichys Einblick” im Zeitungsregal von Kaiser’s Tengelmann. Logisch, das muss man per Twitter melden, den Laden denunzieren – auf Kosten anderer, wie der Angestellten, dem Grossisten, dem Zeitungs-LKW-Fahrer, dem Drucker, dem Layouter, dem Schreiber und so weiter. Und “Kaiser’s Tengelmann” reagierte – wie auch Tichy, der dies gleich nutzte um sein neues Heft vorzustellen, das für Meinungsfreiheit eintritt. Unter der Überschrift “Eine Zensur findet nicht statt” (nicht ist durchgestrichen) Untertitel: “Der Kampf um die Meinungsfreiheit im Netz”. Warum verbannte dann aber Tichy den Beitrag seines Autoren Jürgen Fritz von seinem “liberal-konservativen” Blog?

Doch der “Kaiser’s Tengelmann” Twitterer ist gar nicht von Kaiser’s Tengelmann, denn KT hat keinen offiziellen Twitteraccount. So kommt der Hohn und Spott postwendend:

Die Lehre der Geschichte: Als Herausgeber ist es egal, ob man etwas löscht. Es findet sich im Netz sowieso wieder, wie auch der gelöschte Beitrag von Fritz wieder “auftauchte“. Die zweite Lehre der Geschichte: Wer Shit sät, kommt ohne Kacke nicht aus. Auch bei Gegenwind. Und die dritte Lehre: Moral, Anstand und Respekt ist in Deutschland untergegangen. Bei Kreativen, bei Chefredakteuren, bei Herausgebern. Das Fazit sollte der Leser selbst ziehen.

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2 comments on “Wer Shit sät, kommt ohne Kacke nicht aus: Tichys Einblick, Richels Ausblick und Tengelmanns Durchblick
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