Romowe


Der linke #Nafri-Nachschlag

Nafri – das Wort des Jahres 2017. Ein Wort das nicht nur eine bestimmte Klientel Neubürger und Intensivtäter bezeichnet. Ein Wort, dass sich auf die kommenden Wahlen auswirken wird. Besonders in NRW ist man nun auf einem Schlingerkurs zwischen Polizeischelte und Wählerwillen.

Nafri, für die linke Politik ein Totschlagargument. Immerhin bezeichnet man so Gruppen von Menschen. Das darf irgendwie nicht sein. Nur Europäer, Deutscher, Bio-Kartoffel, AfD’ler, Nazi und das Pack dürfen nach Herkunft, politischer Überzeugung, Aussehen oder Lebensmittelpunkt diffamiert werden. Nordafrikanische Intensivtäter müssten schon einzeln mit Namen angesprochen werden, die aber nicht nach Nordafrika oder gar nach Straftäter klingen. Detlef wäre also wohl noch im Rahmen…

Dazu Daniel Schwerd (DIE LINKE), Mitglied des Landtags NRW aus Köln:

„Die Auswahl zu kontrollierender Personen alleine anhand der Hautfarbe oder Herkunft, ohne das konkrete Hinweise auf Straftaten vorliegen, stellt Rassismus dar. Aus gutem Grund ist „Racial Profiling“ in mehreren Gerichtsurteilen verboten worden. Wenn die Polizei aus Sorge vor einer Wiederholung der Geschehnisse der Vorjahres-Silvesternacht zu dieser Form diskriminierender Kontrolle greift, geht sie zu eindeutig weit. Man darf Unrecht nicht mit Unrecht bekämpfen. Die Landesregierung muss die Auswahlkriterien der Kontrolle nennen, und gegen rassistische Auswahl Konsequenzen einleiten.“

Auch der verwendete Begriff „Nafris“ hat Kritik ausgelöst. Intern wurde der Begriff bei der Polizei für „Nordafrikanische Intensivtäter“ benutzt. Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck allerdings in der Neonazi-Szene als abwertende Bezeichnung für Nordafrikaner allgemein. Mittlerweile wird der Begriff synonym mit Nordafrikanern benutzt, auch wenn keinerlei Hinweise auf Intensivtäter vorliegen. Dazu Daniel Schwerd:

„Damit hat es der Schmähbegriff dank der unterschiedslosen Verwendung durch die Polizei in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft. Neben der damit verbundenen Schmähung wird transportiert, dass Nordafrikaner mit Intensivtätern gleichzusetzen seien. Die Polizei macht einen rassistischen Begriff salonfähig.“

Schwerd hat jetzt die Landesregierung aufgefordert, sich zur Verwendung des Begriffs „Nafris“ und zu den Auswahlkriterien des „Racial Profiling“ zu erklären, und dazu zwei Kleine Anfragen gestellt.

Schreibt Schwerd in seinem Rundbrief an Journalisten. Und hat Unterstützung.

Dass sie jedoch 100e Personen, ohne das geringste konkrete Fehlverhalten, nur weil sie „augenscheinlich aus Afrika stammten“, aus einem Zug holen, einkreisen, festsetzen und teilweise rabiat untersuchen ließ, ist rassistisch. Und sogar verfassungswidrig.

schreibt Jürgen Todenhofer auf Facebook und setzt fort:

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Auch die herabsetzende Stammtisch-Sprache der Polizei-Führung ist nicht akzeptabel: Was um Himmels Willen sind ‚Nafris‘? Nordafrikaner? Nordafrikanische Intensivtäter? Muss die Polizei Sprüche klopfen wie: „Wie ein Nordafrikaner grundsätzlich aussieht, das weiß man“? Weiß ‚man‘ das wirklich? Ich bereise diesen Teil der Welt seit Jahrzehnten. Ich weiß es nicht. Geht man also, wenn man ’südländisch‘ aussieht oder dunkle Haare hat, in Zukunft besser abends nicht mehr auf die Straße?

Dabei sind die Fragen leicht zu erklären: Wer aus Nordafrika stammt ist Nordafrikaner, so wie Europäer aus Europa stammen, Deutsche aus Deutschland usw. Intensivtäter sind Täter die schon Polizeibekannt sind und auffielen. Und ja, im allgemeinen sieht ein Chinese anders aus als ein Nordafrikaner, ein Eskimo anders als ein Franzose, und Todenhofer; so hoffen wir an dieser Stelle; anders als sein Nachbar. Und sie sehen nicht nur anders aus: sie reden anders, gestikulieren anders, treten anders auf ….

Er weiß es nicht, aber die Realität sieht anders aus, als Todenhofer hofft: Wer deutsch aussieht oder blonde Haare hat, geht bereits heute nicht mehr allein auf die Strasse, vermeidet Berliner U-Bahnhöfe.

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