Romowe


Am Istanbuler Lisesi Gymnasium verschwindet Weihnachten vom Lehrplan

Interkultureller Austausch ist keine Einbahnstraße.

Deutschland wird islamisiert.

Kanzlerin Merkel hält sich mit Kritik zurück.

 

Der Satz: „Deutschland wird islamisiert“ gilt als populistisch. Inzwischen wird das Gegenteil immer offensichtlicher. Neuestes Beispiel: Am türkisch-deutschen Gymnasium Lisesi ist Weihnachten vom Lehrplan gestrichen worden. In einer E-Mail an die Lehrer heißt es: „dass ab sofort nichts mehr über Weihnachtsbräuche und über das christliche Fest im Unterricht mitgeteilt (…) wird.“

Nein, das ist nicht der Untergang des Abendlandes, aber ein Hinweis, wie stark und frech der Islam mittlerweile geworden ist.

Am Lisesi unterrichten deutsche Lehrer, zum Lehrstoff gehört, dass sie auch über deutsche Bräuche und Kultur lehren. In Zeiten eines interkulturellen Austausches sollte das selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. Präsident Erdogan lässt grüßen.

Was für ein Mensch Erdogan ist, hat er bereits mehrfach bewiesen, etwa 2013, als er Demonstranten im Gezi-Park niederschießen ließ.  Dabei hatten die im Istambuler Park friedlich protestiert. Reue hat Erdogan nicht gezeigt, weder damals noch heute.

Auch nutzte er den gescheiterten Militärputsch, 2016, gegen sich und seine Regierung aus, indem er zehntausende Menschen aus fast allen Gesellschaftschichten verhaften ließ. Dabei zeigte sich, dass  Erdogan nichts an Beweisen gelegen ist. Kritik, an ihm und seinem Gebahren, reichte als Haftgrund.

Ob Erdogan zurechnungsfähig ist, mag auf einem anderen Blatt stehen, fakt ist, dass die Europäische Union mit ihm über einen Beitritt der Türkei verhandelt. Was bitte soll ein Land in der EU, dass kaum Wert auf rechtstaatliche Standarts legt?

Insofern passt das Vorgehen der türkischen Schulleitung, Weihnachten vom Lehrplan zu streichen. Seit Jahren ist Präsident Erdogan ein Vorkämpfer des Islams in der Türkei. Man kann ihn zurecht als einen Anti-Atatürk bezeichnen. Wollte der Gründer des türkischen Staates, Atatürk, eine säkulare Gesellschaft, in der Staat und Religion getrennt sind, will Erdogan den Gottesstaat nach islamischen Vorbild.

Man stelle sich vor, Kanzlerin Merkel (CDU, bestritte einen Teil ihres Wahlkampfes in der Türkei und riefe dort alle Deutschen dazu auf, sich nicht an die türkische Gesellschaft anzupassen. Der Tumult wäre sicher orkanartig. Wenn das aber Erdogan macht, wie 2014, als er in der Kölner Lanxes-Arena auftrat und genau das verkündete, gab es keinen Aufschrei. Selbst jetzt, nachdem Weihnachten vom Lehrplan gestrichen wird, regt sich kein Hauch eines Protests.

Natürlich ist das nicht. Kanzlerin Merkel hält sich mit Kritik zurück. Sie zieht es vor, Probleme einfach zu übesehen. Das war schon bei den Gezi-Protesten so und wird, so steht zu befürchten, zukünftig auch nicht anders werden. Stattdessen predigt sie lieber Offenheit und Toleranz.

Atheisten wird es freuen, dass am Lisesi Weihnachten gestrichen wird, aber nicht, dass es zu einem Erstarken des Islams führt. Überhaupt spricht der Atheistmus, in Deutschland, mit schwacher Stimme und regt sich auch kaum. Damit geht es ihm, wie dem Christentum:

Wer immer nachgibt, ist zum Schluss der Dumme.

 

http:// www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/weihnachten-tuerkei-deutsche-schule-verbot

http:// www.rundschau-online.de/region/koeln/umstrittener-auftritt-in-der-lanxess-arena-erdogan-und-sich-zum-teufel-scheren–3171756

https:// de.wikipedia.org/wiki/Proteste_in_der_T%C3%BCrkei_2013

https:// de.sputniknews.com/politik/20161216313802419-tuerkei-eu-verhandlungen-scheitern/

http:// preussischer-anzeiger.de/2016/12/18/tuerkei-verbietet-weihnachten/

 

 

 

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