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Rheinwiesenlager- eine verschwiegene Schuld

Rheinwiesenlager- eine verschwiegene Schuld

„Die Leichen der Verhungerten wurden täglich auf Karren weit außerhalb der Lager in vorbereitete lange Gruben gekippt und in fünf Lagen und langen Reihen aufgeschichtet.

Nach Verfüllung mit dem zuvor ausgebaggerten Erdreich erfolgte die Planierung der Massengräber.“ (1)

 

„Die Bretzenheimer Einwohner sahen vom April bis Juli 1945 jeden Morgen die Haufen von 120- 180 Leichen am Tor und können vom Verladen dieser Umgekommenen auf Lastkraftwagen berichten, die zum Galgenberg bei Kreuznach oder nach Stromberg davonbrausten.“ (2)

 

 

Wenn man diese Zitate ließt, dann kommen einem automatisch Bilder von Konzentrationslagern in den Sinn, doch stammen sie von deutschen Lagerinsassen die in Gefangenenlager der Alliierten untergebracht waren. Doch handelt es sich hierbei nicht etwa um normale Kriegsgefangenenlager. Nein diese Männer saßen in den berühmt- berüchtigten Rheinwiesenlagern, welche zwischen 1945 und 1948 errichtet und betrieben wurden und da sich dieses traurige und schockierende Ereignis mit ihrem mörderischen Höhepunkt im April/ Mai 1946 zum 70ten mal Jährt soll hiermit ein Stück Deutsch- Amerikanischer Geschichte, die nur allzu gern von den herrschenden Klassen verschwiegen und immer wieder relativiert wird aus dem, sich langsam über die Ereignisse legenden Nebel des Vergessens gerissen werden. Denn es ist eine traurige Tatsache, das die Erlebnissgeneration mit großen Schritten von der Bühne der Weltgeschichte tritt und ihr Platz von, teils mehr oder weniger seriösen Historikern eingenommen wird, welche ihr angebliches, oder manchmal auch tatsächlich vorhandenes Fachwissen mehr vom Hörensagen und alliierten Quellen bezieht als von Personen die  den Kelch der Niederlage des Jahres 1945 bis zur Neige leeren mussten. Zustände wie sie in den oben genannten Zitaten herrschten, würden normalerweise einen eklatanten Bruch des Völkerrechts, der Haager Landkriegsordnung und der Genfer Konvention bedeuten und diese wurden von sämtliche Alliierte Staaten verbindlich unterschrieben.

 

Um nur ein kurzes Beispiel zu nennen steht im Artikel  4 der Haager Landkriegsordnung:

 

„Die Kriegsgefangenen unterstehen der Gewalt der feindlichen Regierung, aber nicht der Gewalt der Personen oder Abteilungen, die sie gefangen genommen haben.

Sie sollen mit Menschlichkeit behandelt werden.

Alles, was ihnen persönlich gehört, verbleibt ihr Eigentum mit Ausnahme von Waffen, Pferden und Schriftstücken militärischen Inhalts.“

 

Der Artikel 7 besagt:

 

„Die Regierung, in deren Gewalt sich die Kriegsgefangenen befinden, hat für ihren Unterhalt zu sorgen.

In Ermangelung einer besonderen Verständigung zwischen den Kriegsführenden sind die Kriegsgefangenen in Beziehung auf Nahrung, Unterbringung und Kleidung auf demselben Fuß zu behandeln wie die Truppen der Regierung, die sie gefangen genommen hat.“

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Wie konnte es nun dazu kommen, das sich circa 3,4 Millionen deutsche Soldaten (eine genaue Angabe ist nicht möglich, da keinerlei Registrierungen vorgenommen wurden), welche sich nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht in US- Gewahrsam befanden unter unvorstellbaren hygienischen wie auch logistischen Zuständen wiederfanden?

Selbst in einer Informationsbroschüre der Landeszentrale Politische Bildung Rheinland- Pfalz

wird auf Seite 8 offenkundig zugegeben: „Bereits unmittelbar nach der Gefangennahme konnte man die deutschen Soldaten in den Sammellagern hinter der Fron wegen der andauernden Kriegshandlungen nur mit Mühe unterbringen. So kamen die Gefangenen oft bereits von Hunger und Kälte geschwächt auf LKW oder später in Zügen in den Rheinwiesenlagern an. Dort mussten sie meistens, wenn dies nicht vorher geschehen war, ihre Besitztümer abgeben. Dies galt auch für die militärische Ausrüstung, für Zelte, Decken, Wechselkleidung oder Nahrungsmittel. Die ankommenden Gefangenen im Lager waren schockiert über die Zustände.“

Das Abnehmen von militärischen Gegenständen durch die Siegerpartei, welche von den Gefangenen zu weiteren Kampfhandlungen genutzt werden könnte, ist verständlich, nachvollziehbar und gängige Praxis zu aller Zeit, doch das beschlagnahmen von einfachsten Hilfsmitteln um das Leben erträglicher und das Überleben einfacher für die Gefangenen zu machen ist nicht nachvollziehbar und unverständlich. Wie sich für eine, auch heute noch nicht genau zu bestimmende Anzahl von Lagerinsassen in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten herausstellen sollte war diese willkürliche Maßnahmen der Alliierten auch tödlich.

Sehr erstaunlich ist auch der Vermerk in der Broschüre, das die deutschen Soldaten schockiert ob der Zustände waren.

Dies hört sich vielleicht nicht sonderlich bemerkenswert an, doch wenn man bedenkt, das es sich dort um Soldaten handelte, welche teilweise jahrelang Krieg, Elend, Zerstörung, mangelnde Verpflegung und unwirtliche Lebensumstände der Front kannten, den russischen Schlamm und sibirische Kälte überstanden und diese dennoch nicht einfach überrascht, sondern schockiert waren, dann ist die doch wohl sehr bemerkenswert.

 

Bei solchen Zuständen, die wir uns nur bedingt vorstellen können war es natürlich nicht verwunderlich, das es zu zahlreichen Fällen von Typhus, Ruhr aber auch zu Depressionen, schweren Angstzuständen und Lagerkollern kam. Nur in seltensten Einzelfällen wurden schwerstkranke Insassen in umliegende Krankenhäuser zur Behandlung gebracht.

Eigentlich wäre unter anderem das Deutsche Rote Kreuz für die Überwachung zuständig, doch dies wurde nach einer mir vorliegenden E- Mail des Leiters DRK- GS- Archivbetreuung von den Alliierten, wie viele andere öffentliche Deutsche Stellen auch aufgelöst.

Dem Internationalen Roten Kreuz wurde der Zutritt mit der Bemerkung verwehrt, das es sich bei den Insassen nicht um Kriegsgefangene, sondern um DEF, Disarmed Enemy Forces, Entwaffnete feindliche Streitkräfte handele. Unter diesem Begriff wurden daraufhin nicht nur Angehörige der Wehrmacht interniert, sondern auch Angehörige des deutschen Volkssturms, Angehörige der Hitlerjugend, des Bundes Deutscher Mädel, des Reichsarbeitsdienstes, der NSDAP und alle anderen verdächtigen Personen zu denen perfider weise selbst Amputierte und anderweitig Kriegsgeschädigte zählten. Diese völlig neue Einteilung von Gefangengenommenen Gegnern setzte die verbindlichen Regeln der Haager Landkriegsordnung, des Völkerrechts und der Genfer Konvention außer Kraft, da dort solch eine Einteilung nicht vorgesehen war. Daher brauchten die Alliierten, ihrer Meinung nach diese humanitären Grundsätze nicht beachten und erklärten die Deutschen Gefangenen mehr oder weniger zu Rechtlosen mit denen man nach Gutdünken verfahren konnte.

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„In vielen Berichten von ehemaligen Kriegsgefangenen heißt es, dass der Regen die Lager in „Schlammwüsten“ verwandelt habe. Diese Bedingungen und das Fehlen von Toiletten und Abwasserkanälen- man konnte in den ersten Monaten lediglich Fäkaliengruben im Freien ausheben- förderte die Verbreitung von Krankheiten und im regnerisch- kühlen April 1945 auch von Erfrierungen. Besonders Infektionskrankheiten wie Ruhr mit den typischen Durchfällen wurden für die Kranken zur Qual, weil es keine oder nur völlig unzureichende hygienische Waschmöglichkeiten gab.“ (3)

 

Vielfach wird immer wieder darauf hingewiesen, das diese katastrophalen Bedingungen zum einen mit der Überraschung der US- Amerikaner zu tun hätten, das sich eine so große Zahl an Wehrmachts- und SS Angehörigen ergab. Doch dies ist wohl eine zu einfache Entschuldigung für diese Eklatanten, unmenschlichen Zustände in den Lagern, den der Alliierte Geheimdienst muss wohl einen ungefähren Überblick über die Stärke der Kampftruppen des Deutschen Reiches gehabt haben.  Den in den USA gab es Gefangenenlager, in denen gefangene Deutsche Soldaten systematisch abgehört wurden, zum Beispiel das Fort Hunt in der Nähe von Washington D.C.

 

„Fort Hunt produziert insgesamt 102.000 Seiten an Vernehmungsberichten und Abhörprotokollen von mehr als 3000 Wehrmachtsangehörigen.“ (4)

 

Eben dieses Fort Hunt war keineswegs das einzige Lager.

 

„Es gab 150 solcher Camps quer über die USA verteilt.“ (5) heißt es auf einer Seite von „deutschlandradiokultur“ oder auch:

 

Bei solch einer Fülle von Informationsquellen,  ist es nicht nachvollziehbar, das die Alliierten keinerlei Vorstellungen von den Dimensionen der Zahl an potentiellen Kriegsgefangenen gehabt haben sollen.

Auch ist die angebliche Unwissenheit über eventuell zu erwartende Gefangene kein Grund ihnen ihr persönliches Hab und Gut abzunehmen. Dies hat dann rein gar nichts mehr mit logistischer Überforderung wegen angeblich unerwartet hoher Gefangenenzahlen zu tun.

 

Traurigerweise werden diese unmenschlichen Zustände und die hohe Sterblichkeitsrate unter den Gefangenen selbst von offiziellen Bundesdeutschen Stellen negiert und mit den angeblichen oder tatsächlichen Verbrechen einiger Wehrmachtsangehöriger entschuldigt oder zumindest der Versuch unternommen dies auf diese Weise zu rechtfertigen. Dies geschieht dann frei nach dem Motto „Deutsche Täter sind keine Opfer“.

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Über das Verhalten der amerikanischen Wachsoldaten sei erwähnt „Einige sahen das deutsche Volk insgesamt als Kriegsverbrecher und folglich in allen Gefangenen schuldige Täter, die bestraft werden müssten. Andere waren überfordert durch die Vielzahl an deutschen Gefangenen, die sie bewachen mussten, und reagierten darauf mit Schlägen oder Schüssen. Wieder andere beschlagnahmten die Wertsachen der Eingesperrten oder zerstörten diese aus Schikane.“(6)

Solch eine Kollektivierung der angeblichen Schuld, die einige wenige gewiss auf sich geladen haben, war und ist eine Ungeheuerlichkeit, da sie ein ganzes Volk pauschal und ohne genaue Kenntnis und Untersuchung kriminalisiert.

Eine Frage, die unweigerlich aufkommt wenn man sich mit der Thematik „Rheinwiesenlager“ beschäftigt ist die Anzahl der Opfer und genau diese Frage ist weder bei den Bundesdeutschen Stellen gewollt, noch ist sie genau zu beantworten. Die Gesamtzahl bewegt sich in einem unfassbar großen Rahmen von einigen Tausend bis hin zu der ungeheuerlichen Zahl von bis zu einer Millionen Toten. Da es jedoch nicht einmal ein Register der Insassen gibt und der Ort des Verbrechens unter Denkmalschutz steht, dort also nicht gegraben und untersucht werden darf, bleibt die Antwort auf die Frage, Wieviel? wohl  für immer unbeantwortet.

Doch bleibt abschließend zu sagen, zu einer Zeit in der in Europa bereits die Waffen schwiegen war jedes Opfer durch diese Willkür und diesen Hass der Sieger eines Zuviel. Wir können vergeben, doch vergessen werden wir nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • (1) Willi Griesheimer, Die Hölle der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, Eigendruck, S.2
  • (2) Erich Werner, Kriegsgefangenenlager Bretzenheim, Bretzenheim, 1998, 5. Auflage, S. 9
  • (3)Rheinland- Pfalz, Blätter zum Land, Nummer 63, Kriegsgefangenschaft in den Rheinwiesenlagern (1945- 1948), S. 9
  • (4) m.spiegel.de/einestages/a-947862.html, 06.04.2016
  • (5) Deutschlandradiokultur.de/zweiter-weltkrieg-deutsche-kriegsgefangene-in-den-usa.979.de.html?dram:article_id=319039, 06.04.2016

(6) Landeszentrale Politische Bildung Rheinland- Pfalz, www.rheinwiesen-lager.de/verhaeltnis/

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3 comments on “Rheinwiesenlager- eine verschwiegene Schuld
  1. Wir können vergeben, doch vergessen werden wir nicht.

    Auch wenn es natürlich keinerlei unmittelbare Bedeutung hat, möchte ich dennoch für mich in Anspruch nehmen: ICH vergesse nichts – und ICH vergebe nichts!

    Diese kriecherische Elendsformel aus dem sprachlichen Selbstvernichtungsarsenal der ‚Vertriebenen‘-verbände kotzt mich an!!!

    Ganz davon abgesehen, daß weder Amis noch Iwans, Polacken oder der ganze andere sonstige DRECK, den ich hier namentlich nicht aufführen möchte, weil ich mir allein schon durch das In-den-Mund-nehmen der obigen ‚Namen‘ den Mund bereits stundenlang mit Seife auswaschen muß, sich einen Scheiß darum scheren, ob wir diesen konstitutionellen Geschichtsverbrechern irgendetwas vergeben, ist diese Formulierung auch noch ein weiterer Ausdruck des Elends der völligen psychischen Schwäche, die sich so sehr verloren hat, daß sie sich nicht einmal mal mehr zu hassen traut. Und zwr gerade auch dann, wenn es für die eigenen psychische Gesundung geradezu unabdingbar wäre!

  2. Korrektur:

    … ist diese Formulierung auch noch ein weiterer Ausdruck des Elends der völligen psychischen Schwäche derer, die sich so sehr verloren haben, daß sie sich nicht einmal mal mehr zu hassen trauen.

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