Gewinnspiel


Nur Verlierer in Mecklenburg-Vorpommern

Der große Gewinner steht fest: Schon im Vorfeld war klar, die Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt zweistellig. Und doch darf sie sich nicht als Gewinner fühlen, der Sieg wurde vereitelt.

Verlierer Nummer 1: Die Grünen
Es gibt, nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis, keinen Platz mehr für die Grünen im Schweriner Landtag. Nur 4,8% der gültigen, abgegebenen Stimmen konnten für die Grünen und „unabhängigen Grünen“ gewertet werden. 38.834 Zweitstimmen entfielen auf eine Partei, die Parteienforscher noch nach der letzten Wahl als neue Volkspartei sahen. Dabei war der Höhenflug vor allem Fukushima und dem Anti-Atom-Trend geschuldet; den wenig später Merkel für sich einnahm. Neutral betrachtet sind die Grünen wieder dort wo ihr Potential liegt: rund um 5%.

Verlierer Nummer 2: Die NPD
Die NPD hat sich von der AfD abdrängen lassen, im letzten Bundesland, in dem sie noch Hoffnung haben konnten. Berechtigte Hoffnung. Doch die NPD hat sich selbst verbrannt. Auch mit dem Umgang mit der AfD. Verschrien als rechtsradikale Partei, die linke Grundsätze umsetzen möchten, verschrien als radikale Partei, deren Mitglieder auch mal handgreiflich werden, konnten sie nur 24.365 Kreuze (Zweitstimme) einsammeln. Dies liegt nicht nur an der Vorarbeit im Schweriner Landtag, der berühmt berüchtigte und undemokratische „Schweriner Weg“, nicht nur an der Medienarbeit gegen die NPD, sondern  – vor allem – an der NPD selbst. Und doch könnte dieser Niederschlag, der gleichzeitig viel Geld verschlingt, sich zum Nutzen der Partei herausstellen. Denn immerhin schwebt noch das Parteiverbotsverfahren über die Nationalen. Und ohne Macht dürfte es schwer sein aufzuzeigen, dass man die demokratischen Grundregeln der BRD verändern möchte. Doch dieser Vielleichtsieg könnte sich als Schaden herausstellen, da die Wähler die Kleinstpartei, die von zahlreichen kleinen und großen Skandalen übermannt wurde – von Apfel bis zum BND-V-Mann, vergessen könnten.

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Verlierer Nummer 3: Die CDU
In Merkels angeblicher Heimat – geboren 1954 in Hamburg als Angela Dorothea Kasner – hat die CDU eine Schlappe hinnehmen müssen. Sie verlor Stimmen bei Selbstständigen und Angestellten. Also bei jenen, denen es angeblich gut geht. Hierbei zählte nicht die CDU-Landespolitik, die Wähler bestraften die Landes-CDU für die Politik der Bundes-CDU. Dabei hätte Spitzenmann Lorenz Caffier durchaus die Möglichkeit gehabt, sich von der Bundespolitik abzusetzen. Doch er spielte das Merkelspiel mit – und verzichtete auf Stammwähler. Die CDU verliert so jeden 4 Wähler und erreichte nur noch 153.101 Zweitstimmen.

Verlierer Nummer 4: Die Linke
Fast hätte man sich zum Wahlsieger trotz Stimmenverluste heben können. Wäre da nicht der eigensinnige Machtlinke Helmut Holter, der wenige Minuten nach der Wahl in den Hetzmodus zurückfiel. Von Fratzen sprach er gegenüber der AfD, statt aufzuzeigen, was die Linke mit der SPD schaffen könnten. Soziale Gerechtigkeit, eines der Lieblingsthemen der Linken, ward vergessen. Der Kampf gegen den politischen Gegner war und ist für die Linke wichtiger, als die linke Tradition. So fährt man mittlerweile im SPD-Wasser und verlor über 5% der Zweitwähler, wie auch

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Verlierer Nummer 5: Die SPD
Stärkste Kraft im Land – und dem Bund gezeigt was möglich ist. Das war schon alles, was sich die SPD ans Reverse anheften kann. Die durchaus gute Landespolitik kam allerdings nicht von sozialdemokratischer Seite, sondern vom großen Bruder CDU. Trotzdem hat der Nordosten 246.393 mal bei der SPD sein Kreuz gemacht. Somit gibt es eine Partei über 30% – und durfte sich, trotz Gabriel und Schwesig, die wie der Linke Holter sich nicht auf ihre Partei sondern den politischen Gegner vor, aber auch nach der Wahl konzentrierten , als Gewinner vermarkten. Doch auch die SPD verlor 5% der Zweitstimmen. Analytisch gesehen ein Desaster.

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Verlierer Nummer 6 ist der Gewinner der Wahl: Die AfD
Es gab 167.453 Gründe das Sektglas zu heben. Zumindest für den ehemaligen Radiomoderator Leif-Erik Holm. Und gleichzeitig, obwohl zweite Kraft, muss man nun genau überlegen, wie man auftritt. Denn Freunde hat man nicht im Parlament und so wäre es für die AfD besser gewesen, wäre auch die SPD zu einer 20% Partei geworden. Gewonnen hat man noch nicht: Denn die AfD im Osten, wie auch in Ba-Wü und Rheinland-Pfalz muss nun zeigen, dass sie politisch etwas bewegen können, damit es für die nächsten Landtagswahlen und die Bundestagswahl in 2017 reicht. Doch genau das werden SPD, CDU, Linke verhindern. Das wesentliche und wichtigste Ziel, alle drei Parteien im Landtag in eine Regierungsverantwortlichkeit zu entsenden , wurde verfehlt; so dass es nun auf eine effektvolle Oppositionspolitik als stärkste Kraft ankommt. Eine Politik die einerseits öffentlich gut ankommen muss und gleichzeitig sachliche Politik betreiben sollte.

Ob das Volk zum Verlierer Nummer 7 gekürt werden muss, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Egal wer schliesslich die Zepter in die Hand nimmt: SPD-CDU oder SPD-Linke, regieren werden alle drei. Die große Opposition ist dann nur noch die AfD, die sich gegen alle stemmen muss. Dabei erhält sie keine Rückendeckung mehr, denn der Aufpasser NPD ist nicht im Landtag – und kann so auch der AfD nicht auf die Finger schauen. Es liegt also an der AfD selbst, wie transparent sie agiert und Paroli bietet.

Wer genau hinschaut erkennt Parallelen: Die Linke (PDS) wurde einst geschasst wie heute die AfD, die Grünen kennen dieses Spiel ebenso und fielen, wie die AfD heute, nur durch extravagante Manieren auf. Dies könnte also die Hoffnung für AfD-Freunde sein, dass sich die Partei weiterentwickelt und nicht zerfrisst.

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Nun aber hat die AfD, durch die „Ostfront“ keine Ausreden mehr: Die Presse berichtete über sie und wird immer handzahmer werden, die etablierten Parteien müssen mit der AfD irgendwie zurecht kommen. Einzig und allein könnte die AfD über sich selbst stolpern. Sehr zur Freude der vereinigten Linken von CDU, SPD, Linke.

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