Gewinnspiel


Linker Blickwinkel – trotzdem richtig? (Teil 1)

Wirtschaftsbosse, die – wie mittelständische Betriebe – ein Unternehmen zum Erfolg führen, sollen selbstverständlich am Erfolg partizipieren. Ob es in moralisch vertretbaren Größenordnungen geschieht, oder ob deren Einkommen in keiner Relation zur Arbeitnehmerschaft stehen, darüber kann und sollte nicht nur nachgedacht, sondern auch politisch diskutiert werden. Zum besseren Verständnis ein paar Zahlen aus dem Jahr 2014.
Entnommen aus Buch „Bayern im Jahr 2040 – die Gallier Deutschlands“
Bezugsquelle: Buch@bayern-im-jahr-2040.de

Die Wirtschafts-Elite

Wer Macht hat, zeigt sich schon allein an den Einkommensunterschieden gegenüber dem Normalbürger und wie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht.
Wirtschaftsbosse sind ungefähr 54 mal klüger und fleißiger als das normale arbeitende Volk, deshalb verdienen sie mit Recht auch 54 mal soviel wie Mitarbeiter in den unteren Etagen. Das zeigte die Veröffentlichung der Topmanager-Gehälter.
Die Gehälter der DAX-Chefs 2014 reichten von 15 Mio. € für Spitzenreiter Martin Winterkorn (VW) bis Schlusslicht R. Ploss (Infineon), der mit nur 3,2 Mio. schon fast zu bedauern war. Der Durchschnitt lag bei 5,3 Mio € im Jahr.
Für diese Topmanager wäre teilweise bereits mit 60 Jahren der wohlverdiente Ruhestand realisierbar. Ausnahme Dr. Frank Appel von der Dt. Post, der seinen scheinbar besonders stressigen Job schon mit 55 Jahren abgeben konnte. Dafür aber versüßt mit einer kümmerlichen jährlichen Pensionszusage von nur 982 Tausend Euro. Wie soll man da über die Runden kommen, wo doch alles immer teurer wird? War vielleicht auch der Grund, dass die Post mehrmals ihre Portosätze erhöhen musste, um diese Zahlungen zu bewerkstelligen.
Auch bei den Pensionszusagen lag die Autoindustrie an der Spitze, wobei der VW-Vorsitzende Winterkorn allerdings von Dr. Zetsche (Daimler, Abgang mit 60 u. 4,154 Mio. Euro) abgelöst und mit 63 Jahren auf den undankbaren 4. Platz mit nur 1,342 Mio. Euro verdrängt wurde. Da zeigte sich das Schlusslicht Dr. Büchele von Linde auf Platz 30. mit nur 58.000 € p.A. und Eintrittsalter 65 wirklich als – man kann schon sagen diskriminiert – und unterbezahlt. Zumal er sich im Vergleich mit seinen DAX-Kollegen mit bescheidenen 3,2 Mio p.A. während seines aktiven Berufslebens zufrieden geben musste und damit um den Schlusslichtplatz mit R. Ploss von Infineon konkurrierte. Eine Schande.
Jedes Jahr getrieben von gleichen Gewissensbissen und schlaflosen Nächten haben es Manager wirklich nicht leicht, denn im Grunde sind sie scheue, bescheidene Menschen. »Soll ich mir das Gehalt erhöhen, oder nicht«? Letztlich siegt der Überlebenswille und trotz Rückgang der Gewinne heben sie sich die Bezüge exorbitant an. Vor allem die Fixbezüge, damit sie beim Einkommen nicht mehr so erfolgsabhängig sind. In einem funktionierenden Vergütungssystem dürfte das eigentlich nicht sein, wenn Leistung zählt und nicht die Gier.

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Bildung – Charakter – Manager

Holger fragte sich, wie es sein kann, dass Führungskräfte alle möglichen Voraussetzungen besitzen (Ausbildung, Einbildung…), aber die Persönlichkeit nicht immer mit der beruflichen oder gesellschaftlichen Stellung harmoniert?
Die Bedeutung charakterlicher Eigenschaften als wichtige Voraussetzung und Grundlage für die spätere berufliche Entwicklung wurde nach seiner Meinung scheinbar in der Ausbildung an Universitäten, Hochschulen oder Bildungsinstituten vernachlässigt.
Dieser Frage wäre in einem Arbeitskreis nachzugehen weil Charakter es verdiente, in der Ausbildung berücksichtigt zu werden, um bei Problemen eine sozialverträgliche Lösung zu finden.

Holger:
» Wie soll das dann funktionieren, wenn Studenten, die von der Mama mit 17 zum Hörsaal gebracht werden, grad dass sie keine Schultüte dabei haben, mit 20 den Bachelor machen und bevor sie überhaupt checken, dass die Pubertät angefangen hat, schon als Chiefmarketingofficer in einem Großkonzern sitzen.
Erfahrung? Zählt nicht mehr, Theorie ist gefragt. Und diese Theorie wird nach dem Lehrbuch der Gewinnmaximierung praktiziert. Da verwundert es nicht, dass so viele Großbetriebe immer wieder ins Schlingern geraten oder von diesen »hochqualifizierten« Managern an die Wand gefahren werden.

Manager wissen aber, wie man Fehlentscheidungen korrigiert, denn das haben sie schließlich im Studium gelernt. Durch Kosteneinsparungen im Personalbereich. Entlassungen sind dann das Allheilmittel. Die einfachste und ideenloseste Weise in der Palette der Möglichkeiten, die bei Konzernen längst Routine ist. Personalabbau, die klassische Variante als Marketinginstrument, wenn es mal nicht so läuft?
Wer zurückblickt auf 2015, erinnert sich sicher, an die beiden gravierendsten Einschnitte. Siemens teilte mit, dass 13.100 Jobs weltweit wegfallen. Man bezeichnete es als »Jahr der Konsolidierung«. Da der Umsatz bei 18,4 Milliarden stagniert und dadurch nur noch 9% als operativer Gewinn bleiben, man aber 10 bis 11% einfahren will, eine »unumgängliche« Maßnahme.
Die Deutsche Bank eröffnete, Filialen zu schließen und bis zu 15.000 Stellen zu streichen, um die horrenden Verluste aufzufangen, was auch bei der Hypo-Vereinsbank eine Sanierungs- und Gewinnoptimierungsmaßnahme war.
Wie soll man da anderes annehmen, als dass bei strukturellen oder akuten Problemen reflexartig an der Schraube der Personalkosten gedreht wird? Ein Armutszeugnis, aber bezeichnend, wenn die Führungsebene nicht mehr weiter weiß oder Entwicklungen verschlafen hat. Dabei wird vergessen, dass mit dem eigenen Rücktritt und Haftung der Verantwortlichen locker Einsparungen für die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern zu erzielen wären, die ja die eigentliche Arbeit machen und deshalb unverzichtbarer, oder?
Hilfreich wäre auch, mehr auf seine Bank-Mitarbeiter zu hören und nicht, sozusagen von oben herab, vom grünen Tisch, praxisfremde Entscheidungen für das Tagesgeschäft zu treffen, hinter denen Mitarbeiter aus Gewissensgründen oftmals nicht stehen können, weil sie es sind, die nahe am Kunden sind und ihre Beratungsfunktion verantwortungsbewusst vornehmen wollen. Natürlich sind es dann aber immer die Versäumnisse der Vorgänger, denn wer macht schon Fehler und steht dazu«?

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Der Mensch ward zum Spielzeug der Großkopferten. Persönlich sind sie ja von ihren eigenen Fehlentscheidungen nicht betroffen. Die Tantiemen im zweistelligen Millionenbereich sind auch weiterhin sicher. Oder es winkt eine satte Abfindung, mit der man sich eine eigene Insel in der Karibik kaufen kann, um dort über den Sinn des Lebens zu philosophieren«.

Eine Möglichkeit für die Politik, im Verdienstsystem korrigierend einzugreifen, zeigt Teil 2 auf.

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