Gewinnspiel


Über Weihnachtsmänner, musikalische Holzwürmer und meine Nachbarin Elfriede

Meine Nachbarin Elfriede wieder! Die hört seit einigen Tagen ein bestimmtes Lied rauf und runter! Selbst im Hausgang summt sie es. Bei einer der unvermeidlichen Begegnungen dabei, kam ich nicht um die Frage herum, was genau sie da summt. (Nicht dass es mich interessiert hätte, aber wenn ich nicht frage, gelte ich gleich als „unhöflich“) Also fragte ich sie – notgedrungen.

Was soll ich sagen? Ihre Antwort hat meine Weltsicht komplett verändert! Eingängigen Liedern sagt man nach, die seien „Ohrwürmer“, diese Kategorie erweitere ich nun um einen Begriff, nämlich um den des musikalischen „Holzwurms“!

Ich entschuldige mich für den hölzernen Kalauer – aber er passt so gut!

Um es kurz zu machen: Nachdem ich Elfriede gefragt hatte, schnappte sie mich gleich am Arm und zog mich mit in ihre Wohnung, wo sie mir auf ihrem Computer, im Wohnzimmer, das Video, einer mir bis dahin unbekannten Combo, zeigte. Es war das der „257ers“, die ihr Lied „Holz“ vortrugen. Ein Lied, dass die Vorzüge von „Holz“ preist. In dem Video kann man den beiden Sänger zusehen, wie sie Verkaufssendungen privater Sender parodieren. Einer der Sänger hat sich da als Moderatorin verkleidet, während der andere als blondgelockter Einfaltspinsel auftritt. Die „Moderatorin“ hängt sich dann zwei Holzscheite als Ohrringe an die Ohren oder trägt einen Holzscheit als Gehänge vor ihrem Gehänge. Ich muss mich für meinen Kalauer entschuldigen und verspreche, dass es zukünftig – nicht besser wird! Zurück zu den Sängern: Während einem das Gehänge ums Gehänge baumelt, erscheint an der Seite ein freundlicher Hinweis für Zuschauer, dass so ein Gehänge auch für „Blut- und Fleisch- Penisse geeignet“ sei. Und dazu der wummernde Refrain: „Ich und mein Holz!“

Die eigentliche Pointe des Liedes erkennt man aber erst, wenn man weiß, was der Name „257“ zu bedeuten hat. 45257 ist die Postleitzahl des Essener Stadtteils Kupferdreh, an dem sich die Combo orientiert. Wer bei „Kupferdreh“ an das Sprichwort, jemanden an der Nase herumführen denkt, im Sinne von „Nasendreh“, der hat verstanden. Und da wir gerade bei schlechten Kalauern und Pointen sind – verspreche ich, dass es weiter so im Text geht!

Die 257ers haben ihr Lied im Juli veröffentlicht, also im Sommer. Und da wir verstanden haben, dass es sich hierbei um einen „Nasendreh“ handelt, werden wir auch eine andere Pointe verstehen, die – indirekt – ebenfalls damit zu tun hat.

Als ich mich aus den freundlichen Fängen Elfriedes wieder befreit hatte, holte ich nach, weswegen ich eigentlich vor die Tür gegangen war: Ich wollte einkaufen. Also geschwind in den Supermarkt bei mir um die Ecke. Und was sahen meine Augen da? Die 257ers? Nein, das wäre zu schockierend. Die Zwillingsschwester von Elfriede? Also bitte, man muss nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen! Und nein, es war auch nicht der Teufel! Schlimmer: es war der Weihnachtsmann! Ich weiß, erneut ein verunglückter Kalauer – aber jetzt ist es eh egal! Also weiter im Text: Ich habe den Weihnachtsmann natürlich nicht real gesehen – so viele bunte Pillen schlucke ich jetzt auch wieder nicht! Nein, der Weihnachtsmann war aus Schokolade. Und auch Zimtsterne wurden angeboten. Ja, alles mitten im heißen August! Ich rieb meine Augen und fragte eine vorbeigehende Verkäuferin, ob ich träumte. Sie sah mich aber nur verdutzt an und meinte: „Warum denn nicht?“ Weihnachtsgebäck im Sommer und eine Verkäuferin, die das normal findet. Also DAS ist ein schlechter Kalauer! Um nicht zu sagen: ein Nasendreh! Und das wiederum bringt uns zurück zu den 257ern und noch einer weiteren schlechten Pointe. Aber keine Sorge: es ist die letzte!

Die 257ers haben sich den Ulk geleistet, im Juli, einen verfrühten Karnevalsscherz zu machen. Was anderes ist deren Ulk-Lied denn? Und so wie eine Verkäuferin nichts dabei findet, Zimtsterne und Weihnachtsmänner im August zu verkaufen, so finden die 257ers nichts dabei, im Juli schon dem Karneval vorzugreifen. Immerhin haben sie mich auf diese Weise auf den musikalischen Holzwurm gebracht. Ich merke, dass ich dem Text keine tiefere Pointe geben kann, weshalb ich besser aufhöre!

Nein, nicht ganz. Das Holz-Lied brachte meine Nachbarin Elfriede auf die Idee, selbst ein Lied zu komponieren. Es heißt: „Marmorkuchen“ und sie hat sich dabei den Marmorkuchen vor ihre Scham gehalten, wie der Sänger mit dem Holz und … naja, ich werde in der nächsten Kolumne darüber so ausführlich berichten, wie ich kann. Wie – ich soll nicht drohen? Glauben Sie mir bitte, ich würde es gern unterlassen, aber wenn man neben einer Frau wie Elfriede wohnt, ist es nicht ratsam, als „unhöflich“ zu gelten. Zudem sitzt sie neben mir und liest, was ich schreibe.

Also bis demnächst und meine ausführlich lobende Kritik zu: „Marmorkuchen“!

https://youtu.be/wjXUBG15eZ8

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