Gewinnspiel


Steht der Protestantismus vor seinem Bankrott?

Auszugsweise von Missionar Manfred Kämpf, CH-Wetzikon / Peru
Die Verwerfung Jesu als Messias und seine Kreuzigung bedeuteten für das Judentum den geistlichen Bankrott. Als Folge davon verkündeten verschiedene christliche Kirchen mit einer gewissen Überheblichkeit und Anmaßung: Die Christenheit sei nun, anstelle der Juden, das neue Volk Gottes. Bei einem Großanlass in Berlin träumte man sogar davon, dass die Christenheit jetzt im Begriff sei, sich von einem lange währenden niederen „Frosch-Dasein“ zum „Königtum“ aufzuschwingen, – natürlich unter der Vorstellung einer ökumenischen Welteinheitskirche nach Überwindung der sog. Kirchenspaltung. Das wäre ja ein herrliches Ziel, wenn alle Welt dahin käme, auf Christi Stimme zu hören, und endlich nach Gottes Willen regiert würde, aber das Ganze müsste doch auf dem Boden der Wahrheit und der Realität stehen!
Stattdessen aber droht der Christenheit ebenfalls der geistliche Bankrott – einerseits durch die Annahme einer unbiblischen sog. „ökumenischen Einheit“, also der freiwilligen Rückkehr der protestantischen Kirchen unter Roms Dach- und andererseits durch die Preisgabe der einst mit dem Blut der Märtyrer teuer erkämpften, reformatorischen Wahrheiten und reformatorischer Freiheit.

Der fremde Hirte
Aber nun scheint alles auf dem Kopf zu stehen. Protestanten, die Jahrhunderte lang vom Papst, also dem angeblichen „Oberhirten der Christenheit“, wie Schlachtschafe gejagt, verfolgt, gefoltert, erwürgt, verbrannt und gemordet wurden, sollen jetzt Buße tun, weil sie ihm davongelaufen sind und eigene, von Rom unabhängige
Kirchen und Gemeinden gegründet haben. Aber die „Schafe Christi“ waren vor diesem „römischen Hirten“ ausgerissen, weil sie dessen Stimme nicht als die Stimme des „Guten Hirten“ erkannt hatten, denn Jesus lehrt ja ausdrücklich: „Ich bin der gute Hirte und meine Schafe kennen meine Stimme; einem fremden Hirten aber folgen meine Schafe nicht, sondern sie fliehen vor ihm, denn sie kennen des Fremden Stimme nicht“ (Joh. 10,1-14).
Und ausgerechnet in unserer Zeit, inmitten endzeitlicher Entwicklungen, sollen wir Geschichte als etwas Wertloses verachten? Christen, die während 50 Jahren einer massiven ökumenischen Propaganda ausgesetzt waren, sollen nichts mehr davon wissen, wie und warum es eigentlich zur Reformation kam. Sie sollen vielmehr offen sein für das, was heute im Trend ist – also offen sein für den Zeitgeist. Wir sollen uns nicht mehr daran erinnern, wieviel Märtyrerblut es damals kostete, bis es mit Gottes Hilfe endlich zu einer Befreiung von Rom kam und zu der Gründung unabhängiger, evangelischer Kirchen.
Es soll uns auch nicht mehr bewusst werden, dass die Reformatoren, speziell M. Luther, gar nicht von einer Spaltung der Christenheit sprachen, sondern vielmehr von der „Befreiung der Christenheit aus babylonischer Gefangenschaft“ (siehe Luthers Schrift „Die babylonische Gefangenschaft der Kirche Christi“). Auch die 288 englischen Märtyrer sollen wir vergessen, die während der 5 – jährigen Regierungszeit der „blutigen“ Maria lebendig verbrannt wurden, weil sie am protestantischen Glauben festhielten und lieber den Feuertod erlitten, als sich den römischen, unbiblischen Dogmen zu unterwerfen. Unter all diesen Duldern waren 1 Erzbischof, 4 Bischöfe, 21 Geistliche, 55 Frauen und 4 Kinder.

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Ein fataler Irrtum
Auch sollen wir uns nicht mehr daran erinnern, wie damals in Europa die katholische Gegenreformation wütete. Zwei der römischen Überfälle waren besonders grausam und heimtückisch – jene von 1572 in Frankreich und von 1641 in Irland. Beide Massaker verliefen nach ähnlichem Plan. Jedem Angriff ging eine Zeit scheinbarer Versöhnung voraus. Katholiken und Protestanten schienen friedlich nebeneinander leben zu können, denn die Katholiken verhielten sich freundschaftlich und nett zu den Protestanten. In Frankreich arrangierte der König sogar die Hochzeit seiner katholischen Schwester mit einem protestantischen Führer, um auf diese Weise ein Zeichen ökumenischen Miteinanders vorzutäuschen.
Die Protestanten, die Jahrhunderte lange brutale Verfolgung und Unterdrückung gewohnt waren, empfanden eine so große Erleichterung, dass sie diesem friedlichen Zusammenleben vertrauten und in ihrer Wachsamkeit nachließen. Sie sahen es als bestätigt an, dass der Vatikan sich nun tatsächlich verändert habe. Das aber war ihr fataler Irrtum, der sie das Leben kostete. Hätten sie doch Jesu Warnung vor den „Wölfen, in Schafspelzen verkleidet“ (Matth. 7.15) besser beachtet – also die Warnung vor Mördern, die sich als Diener Gottes ausgeben! Hätten sie doch Jesu Lehre von den „schlechten Bäumen, die niemals gute Frucht geben können“ (Matth. 7,17 -18) ernster genommen – dass also auch der Baum „Papsttum zu Rom“, von dem geschichtlich klar dokumentiert ist, dass dessen „Früchte“ schrecklichste Christenverfolgungen waren, sich niemals wandeln kann!
So aber brach mitten im „ökumenischen Frieden“ von einem Moment zum anderen das Morden los, das in Frankreich mindestens 30 000 Todesopfer forderte (andere Geschichtsforscher kommen auf höhere Zahlen) – und in Irland 40 000.
Natürlich gilt es dabei zu beachten, dass es sich bei den katholischen Verfolgern eher um religiös motivierte, fanatische Anhänger römischer Machtinteressen handelte, – damals „Römlinge“ genannt – , während ernsthafte, fromme Katholiken ja ebenfalls Verfolgung und Scheiterhaufen erduldeten, wie z.B. Erzbischof Thomas Cranmer, Dr. Rowland Taylor und andere!
Papst Gregor XIII., als angeblicher „Oberhirte der Christenheit“, hätte entsetzt sein müssen über solch gräuliches Abschlachten der „Schafe Christi“, aber stattdessen war es ihm ein Anlass zum Feiern. Um seinem Triumph noch besser und dauerhafter Ausdruck zu verleihen, ließ er in Erinnerung an die Pariser Mordnacht, auch „Bluthochzeit“ genannt, eine Gedenkmünze prägen.
Auch die heutige Christenheit hat nun seit dem 2. vatikanischen Konzil eine 50 Jahre andauernde Zeit scheinbarer Annäherung und Versöhnung mit der römischen Kirche hinter sich. Vor dem Konzil waren Protestanten für Rom nur „Ketzer“, doch plötzlich wurden sie „getrennte Brüder“ genannt. Diese Strategie war so erfolgreich, dass heute viele Christen aus den evangelischen Gemeinden zu dem Schluss gekommen sind: Der Vatikan von heute sei nicht mehr vergleichbar mit früheren Zeiten – es habe sich dort Vieles positiv verändert. Nun gälte es, vor der Welt Einheit zu demonstrieren, um die christliche Botschaft glaubhaft zu bezeugen.
Wie schön wäre es, man könnte sich dem anschließen, aber die Fakten sprechen leider eine ganz andere Sprache. Betrachten wir einige Zitate, die dem „Katholischen Kirchenrecht“, genannt „Codex Juris Canonici“, entnommen sind (neu überarbeitet und herausgegeben im Jahr 1983):
Cann. 331 und 333, Seite 100 besagen: „Der Papst … der Stellvertreter Christi … hat oberste Gewalt göttlichen Rechtes. Sie wird ihm also nicht von menschlichen Gremien, etwa der Gesamtheit der Gläubigen oder der Bischöfe, übertragen … seine Entscheidungen bedürfen keiner Bestätigung … und es gibt keine Berufung an eine andere Instanz“ (can. 1404)
Der Papst ist oberster Gesetzgeber und oberster Richter. Er selber unterliegt keinem Gericht. Im Dienst des Lehrens hat der Papst die höchste Autorität (nicht etwa die Bibel, das geschriebene WORT GOTTES). Entscheidungen „ex – cathedra“ sind unfehlbar.
Seite 357, § 124, Straftaten gegen die Religion und die Einheit der Kirche: Cann. 1364: Glaubensabfall, Irrglauben und Abtrünnigkeit sind die schwersten Vergehen gegen Gottesverehrung und Einheit der Kirche.
Nach can. 751 ist „Häresie“ die hartnäckige Leugnung einer katholischen Lehre und „Schisma“ ist Verweigerung der Unterordnung unter den Papst.
Seite 71, Can. 205 über die Taufe: „Die Taufe kann nur einmal und unwiderruflich empfangen werden; diese … Kirchengliedschaft ist nicht rückgängig zu machen“. (Anmerkung: Hier unterscheidet sich der kath. Glaube in nichts vom Koran)
Nach diesen wenigen Proben aus dem röm. kath. Kirchenrecht wird man sich sicherlich nicht zu Unrecht fragen: Und wo bleibt das sog.“ Menschenrecht“ auf Glaubensfreiheit? Naht sich hier womöglich die in der Bibel prophezeite, endzeitliche Diktatur, zumal wir in unserem Umfeld deutlich beobachten, wie gewisse Kräfte immer mehr die „antichristlichen Strukturen“ schaffen wollen:
– mit möglichst baldiger Abschaffung des Bargeldes,
– mit populär machen der Zahl 666, der Zahl Satans
– mit dem Installieren des „falschen Propheten“ allerorts (also dem in der Bibel beschriebenen, blutrünstigen Helfer des Antichristen),
– mit Unterdrückung der Meinungsfreiheit,
– mit absichtlicher Förderung moralischer Zerrüttung unter dem Volk …

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Rom hat also, deutlicher denn je zuvor, „kirchenrechtlich“ verankert: Der Papst hat oberste Gewalt göttlichen Rechtes, ist oberster Gesetzgeber und oberster Richter und hat höchste Lehr-Autorität ,mit der definiert werden soll, was „Glaubensabfall“ und was „Irrglauben“ ist. So muss sich jeder Protestant, und natürlich auch jeder ernsthafte Katholik, heute fragen: Setzt sich da nicht ein Mensch an Christi Stelle und wird so zu einem Antichristen? Das Wort „Anti“ bedeutet ja nicht nur „gegen Christus“, sondern kann auch bedeuten, dass sich jemand „an die Stelle von Christus“ setzt. Jesus selbst hat uns aber ausdrücklich vor denen gewarnt, die „unter Meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus“ (Matth.24.5).

Christen sind herausgefordert
Auch bleibt die Frage: Werden die „Protest-Tanten“ alles Tanten-Wesen ablegen und wieder zurückfinden zum „Protest“ gegen alle römischen Irrlehren, die dem WORTE GOTTES widersprechen? Werden sie mit Dr. Martin Luther bekennen und daran festhalten: „Mein Gewissen ist gebunden an das Wort Gottes. Hier stehe ich, Gott helfe mir, ich kann nicht anders“? Möge es den Protestanten mit Gottes Hilfe gelingen, nicht hineinzugehen in die große Herde ökumenischer Einheit. Jesus selbst spricht von seiner „kleinen Herde“ (Luk.12.32).

Verfolgt man die Entwicklungen, lässt sich fast Verständnis aufbringen, dass sich Menschen zum Atheismus entscheiden und nichts vom Glauben wissen wollen. Eine Entscheidung, die nach dem Tod nicht mehr rückgängig zu machen ist und deshalb auf jeden Fall überdacht werden sollte. Bibelkenner geben gerne Hilfestellung.

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2 comments on “Steht der Protestantismus vor seinem Bankrott?
  1. Nein, der Protestantismus steht nicht vor dem Ende.

    Vielleicht die Staatskirchen. Die zunehmend im geistigen Sumpf des allgemeinen Mainstreams (mit Ausnahmen) versinken.

    Aber Gottes Wahrheit, die durch Luther salonfähig wurde, niemals.

    Und so gilt alle Zeit, bis an der Welt Ende:

    Sola Fide (allein der Glaube)
    Sola Scriptura (allein die Schrift)
    Solus Christus (allein Christus)
    Sola Gratia (allein die Gnade)
    Soli Deo Gloria (Gott allein gehört die Ehre)

    Möge der Segen Gottes allezeit mit uns sein!

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