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Warum greift seelenloser Fußball immer weiter um sich?

(Waren das Zeiten, als Paul Breitner noch kickte!)

 

 

Paul Breitner war für mich immer ein Vorbild. Ich erinnere mich noch gut an die Fußball-WM 1982, als er im Endspiel gegen Italien das 1:3 schoss.  Auch 1974 traf er im WM-Finale, da war es der 1:1 – Ausgleich gegen die Niederlande. Damit zählt er zu den wenigen Spielern, die bei WM-Endspielen immer getroffen haben.

Breitner ist inzwischen ein Mann jenseits der 60. Und doch erinnert man sich an ihn. Und was ist mit dem Fußball von heute?

Heute ist das anders. Unsere Nationalmannschaft heißt bloß noch „Die Mannschaft“ und ihre Spieler sind keine Individualisten mehr, wie noch Paul Breitner, es sind Spieler, die laut Bundestrainer, „als Mannschaft funktionieren sollen“.  Und selbst Joachim Löw, der das meint, ist ein farbloser Mensch, er wirkt wie ein Manager, der ein Unternehmen leitet und nicht wie ein Trainer, der mit Leib und mit Seele hinter seinen Jungs steht. War Fußball früher besser? Ich glaube nicht, er war nur weniger kalt und kalkuliert.

Wo haben wir heute noch Vorbilder im Fußball? Oder anders gefragt: Was gilt heute noch Moral?

Ein Julian Draxler, der für den Vfl Wolfsburg spielt, 2015 unterschrieb er dort einen Vertrag, und nun, kein Jahr später will er schon wieder fort. Verträge scheinen keine zu gelten, Vereine sind bloß noch  Sprungbretter auf dem Weg nach oben. Darüber kann man sich aufregen. Aber sind Vereine besser? Kaum wechselte Sebastian Schweinsteiger vom FC Bayern München zum englischen Club Manchester United, soll er schon wieder gehen. Und das nach kaum einem Jahr.

Als Fußball-Anhänger kann man da keine emotionale Beziehung aufbauen. Ein Spieler, der nach kaum einem Jahr gehen will oder gehen soll, bleibt nur ein farbloses Gesicht. Wieso hat er den Verein dann überhaupt gewechselt? Sicher nicht aus Liebe zum Fußball-Anhänger oder seines ehrlichen Interesses seinem Verein gegenüber, eher aus Geldgründen. Zu Breitners Zeiten sprach man über Fußball, nicht über Geld und auch nicht über Werbung. Heute ist alles völlig kommerzialisiert,  als seien Spieler nur im Nebenberuf Spieler und im Nebenberuf Produkt-Verkäufer. Sebastian Schweinsteiger etwa wirbt für Chips (Funny Frisch), für Deos (Right Guard) und für Sportbekleidung (Adidas).

Und wie ist das bei den Trainern? Auch nicht viel anders. Es gibt aber Trainer und Trainer. Ich erinnre mich da an Otto Rehagel. Er trainierte 1997 den Zweitligisten FC Kaiserslautern und führte ihn bereits ein Jahr später zur Meisterschaft. 1988 und 1993 war er mit Werder Bremen Meister geworden. Alles in allem ein Trainer, der hinter seiner Mannschaft stand.

Und heute? Ein Trainer wie Ralph Hasenhüttl etwa wechseln vorzeitig  von Ingoldstadt nach Leipzig. Oder Markus Weinzierl, der von Augsburg nach Schalke geht, während Dirk Schuster von Darmstadt nach Augsburg zieht. Was bleibt? Das ist der Verein, der zu funktionieren hat. Irgendwie gibt es keine individuellen Vereine mehr, jeder Verein eifert der „Mannschaft“ nach und wird zu ihrer Miniversion. Als Folge breiten sich überall bloß Manager und Karrieristen aus.

Es scheint, als sei Fußball ein Spiegel unserer Gesellschaft. Auch in der Politik gibt es keine Menschen mit echten Überzeugungen und mit Herz. Es geht nur darum, für Parteiprogramme zu werben und zu funktionieren. Solche Politiker nennt man Parteisoldaten. Es sind aber Karrieristen und Manager. Und wir? Wir, als Fußball-Anhänger oder einfach nur als Volk, sitzen vor diesem Schauspiel und fragen uns enttäuscht, was all das noch mit uns zu tun hat. Ich befürchte, Fußball und Politik funktionieren ohne uns ebenso. Wer aber braucht so einen Fußball und so eine Politik?

Ach, waren das herrliche Zeiten, als Paul Breitner noch kickte!

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Breitner

http://www.n-tv.de/sport/und-dann-kam-Mario-article18446026.html

http://www.vermoegenmagazin.de/bastian-schweinsteiger-vermoegen-gehalt/

http://www.sport1.de/internationaler-fussball/premier-league/2016/07/darum-wird-bastian-schweinsteiger-bei-manchester-united-aussortiert

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Rehhagel

http://sportbild.bild.de/bundesliga/2016/bundesliga/coenens-klartext-vertraege-sind-nichts-mehr-wert-46085642.sport.html

 

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