Gewinnspiel


Lieber Spiegel Online,

wo die Grenze zwischen Hetze und Kritik verläuft, zeigst Du schön auf. Dein Titel: „Gabriel zeigt rechten Pöblern den Stinkefinger“ ist ganz klar Hetze. Das Adjektiv „rechte“ genügt Dir, um das Verhalten des SPD-Chefs und Vize-Kanzlers Sigmar Gabriel zu rechtfertigen.

Unerwähnt bleiben darf auch nicht, dass die „rechten Pöbler“ allesamt „gewaltbereit“ waren. Getan haben sie nichts, aber sie hätten ja. Wie jetzt – gelten Mutmaßungen schon als seriöse Nachricht? Frei dem Motto: es hätte durchaus sein können, wenn vielleicht, und dann noch eventuell …

Mich erinnert das an Kaffeesatzleserei: Das Wetter könnte besser werden, es könnte aber auch so bleiben. Artikel, nach dieser Kaffeesatz-Methode, könnten guter Journalismus sein, wenn so zu schreiben nicht fürchterlich bekloppt wäre.

Bekloppt kann man Dich aber nicht schimpfen. Bereits Shakespeare wusste: „Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode!“ Dein Wahnsinn hat Methode. Das erkennt man aber erst ganz am Ende des Artikels, wo Du schreibst: „Gabriel ist für eine ganze Menge zu kritisieren (…) Aber: Hier ist er stabil und antwortet auf die einzig richtige Art und Weise.“

Demnach darf man Gabriel kritisieren, aber nur, wenn man nicht rechts ist? Dass einer Bürger eines Landes ist, spielt keine Rolle. Seine Gesinnung schießt ihn von allen Rechten aus, die jeder Bürger dieses Landes genießt. Wer also ein Rechter ist, ist vogelfrei? Und was folgt daraus? Dass man ihn dann verfolgen und töten darf?

Die Rechten, die Du im Artikel behandelst, riefen: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten“. Eine andere Parole lautete: „Volksverräter!“ Besonders regt Dich auf, dass die Parole mit dem Verrat ein linker Spruch ist, den die Rechten da „geklaut“ hätten. Ist es nicht Sinn einer Parole, dass sie auf den Punkt bringt, was im Argen liegt? Jetzt wird einem auch schon ein Strick daraus gedreht, dass man eine Parole ruft, die richtig ist, weil man eine „falsche“ Ansicht vertritt? Wenn also ein Rechter sagt, dass zwei mal zwei vier ist, dann ist das falsch. Wenn aber ein Linker das sagt, stimmt es, weil er die „richtige“ politische Gesinnung besitzt. Und Du willst seriös sein?

Du bist ebenso „seriös“ wie Gabriel, im Niedersächsischen Salzgitter, als er den Rechten zeigte, was er von ihnen hielt.

Dein Artikel ist ein Stinkefinger in Richtung kritische und aufgeklärte Leser.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sigmar-gabriel-zeigt-rechten-poeblern-den-stinkefinger-a-1108029.html

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One comment on “Lieber Spiegel Online,
  1. Sehr geehrter Herr Luley,

    vielen Dank für diese klaren Worte an den SPEICHEL…, verzeihung, ich meine natürlich den SPIEGEL.
    Ich kann Ihrem Artikel nur zustimmen, aber einen kleinen Kritikpunkt habe ich doch: Da ich es gut fände, wenn sich auch andere Leute Ihrem Protest anschließen, wäre es vielleicht hilfreich dem Artikel die Post- oder besser noch die Mailadresse von Spiegel-Online beizulegen, an welche Sie dieses Schreiben verschickt haben. So könnte man sicherlich noch mehr bewirken. Das wäre auch hilfreich bei dem Schreiben an diese Moschee gewesen, deren Besucher auch ein ganz anderes Gebäude besucht haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tom Orden

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