Gewinnspiel


Lieber Uli Hoeneß,

wir haben von Ihnen genug. 2014 wanderten Sie wegen Steuerhinterziehung in den Bau. Zuvor gaben Sie den Platz des Präsident von Bayern München ab, ein Platz auf dem Franz Beckenbauer ebenfalls schon gesessen hatte.

Franz Beckenbauer, als Spieler errang er den Weltmeistertitel 1974 und als Trainer 1990. Er gilt schon als lebende Legende, wenn auch nicht als moralisch einwandfreie Gestalt. In der Vergabe der WM 06 hat er eine zweideutige Rolle gespielt. Vorwurf: Er soll mit Schmiergeldern zu tun haben, die erst eine WM-Austragung in Deutschland möglich gemacht haben. Beckenbauer hätte den Vorwurf entkräften können, hatte es aber vorgezogen, zu schweigen. Damit bleibt er noch immer eine Lichtgestalt, aber eine mit dunklen Flecken. Durch Ihre Rückkehr, als Bayern-Präsident, verliert dieser Posten an Wert. Sicher nicht an Geldwert, aber an moralischem Wert sicher.

In dem Zusammenhang ist eine Aussage des Bayern-Vorstands Karl-Heinz Rummenigge interessant, der 2013, in einem Gespräch mit der Welt zum Thema Gehalt meinte: „Wir haben einen Neidfaktor in Deutschland. Und ich möchte nicht, dass dieser Neidfaktor weiter anwächst.“ Aus diesem Grund wird auch nicht die Gehaltsliste des Bayern-Vorstands veröffentlicht.

Fasst man dieses Gehabe zusammen, mögliche Schmiergeldzahlungen, Steuerhinterziehung und eine arrogante Haltung, die auf Offenheit  verzichtet, weil andere „neidisch“ sein könnten, dann ergibt das kein vorbildliches Verhaltensmuster. Im Gegenteil, es scheint, als ist der Club, für den Vorstand, bloß eine Art Gelddruckmaschine, an der sich jeder Vorsitzende nach Lust und Laune bedienen darf.

Als Sie, Herr Hoeneß, 2014 als Bayern-Präsident zurücktraten, sagten Sie: „Das war` s noch nicht!“ Sie verstehen es wirklich zu drohen.

Über Jahre hinweg galten Sie als eine moralische Instanz, die zum Beispiel den Drogenmissbrauch des damaligen Trainers von Bayer 04, Christoph Daum, öffentlich gemacht hatte. Steuerhinterziehung ist Ihnen auch ein Gräuel gewesen. Als Spieler waren Sie 1974 Weltmeister. Sie hätten zufrieden mit all dem sein können, was Sie erreicht hatten, Sie wollten aber mehr und mehr und mehr.

Im Nachhinein betrachtet war Ihre Rolle als moralische Instanz nur Moral-Gehabe. Ähnlich wie bei Franz Beckenbauer. Auch der bekommt den Hals nie voll genug.

Sie, Uli Hoeneß, passen zum Posten des Bayern-München-Präsidenten, wie die Faust aufs Auge aller FC-Bayern-Fans.

Sie sind ein Präsident zum Fußball abgewöhnen.

Ihr

Wolfgang Luley

 

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/uli-hoeness-urteil-prozess

http://www.bild.de/sport/fussball/sport/sport-eilmeldung-hoeness-47212122.bild.html

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article120961081/Rummenigge-will-sein-Gehalt-nicht-offenlegen.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Daum

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2 comments on “Lieber Uli Hoeneß,
  1. Lieber Herr Luley,
    weil ich Ihre Kommentare wegen der Ehrlichkeit, die daraus klingt, schätze, kann ich das Nachtreten bei Uli Hoeneß nicht nachvollziehen.
    Er hat seine Strafe bekommen, wie es sich in einem Rechtsstaat geziemt. Wollen Sie ihn deshalb für ewig ausschließen vom Berufsleben und seinem Wirken in der Öffentlichkeit?
    Im Licht der Bibel betrachtet, heißt es:
    „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“ und
    „So vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater .. euch eure Übertretungen vergebe“

    • Lieber Herr Steinmeier,

      ich würde Ihnen zustimmen, wenn ich das Gefühl hätte, der Hoeneß bereut seine Tat. Aber ich vermute, weil er vor Gericht nur zugegeben hat, was ohnehin ans Licht gekommen wäre, dass er noch mehr Gelder auf unseriösen Konten gebunkert hat. Vielleicht liege ich damit falsch, vielleicht nicht. Ehrliche Reue sieht für mich jedenfalls anders aus.

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