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Gustav Freytag. Nachträgliches zum 200. Geburtstag eines bedeutenden deutschen Schriftstellers

Mit seinen zahlreichen Werken bleibt der Schriftsteller Gustav Freytag im ewigen Gedächtnis der deutschen Nation verankert. Schrieb er doch Werke, die nahezu in jeder ordentlichen deutschen Hausbibliothek zu finden sind. Neben Werke aus der Belletristik gehörten auch Werke zur deutschen Vergangenheit zu Freytags schriftstellerischen Schöpfungen. Diese brachten ihm viel Ruhm aber später auch heftige Kritik ein. Ebenso war Freytag in der Politik kein Unbekannter.

Freytags Herkunft, Werdegang und Tod

Geburt, Schule und Studium

Geboren wurde Freytag als Sohn des Arztes und späteren Kreuzburger Bürgermeisters Gottlob Ferdinand Freytag am 13. Juli 1816 im schlesischen Kreuzburg. Seine Mutter war Henriette Freytag, eine geborene Zebe. Nachdem Freytag das Gymnasium mit dem Abitur absolvierte, studierte er bis 1835 Philologie, Kunstgeschichte und antike Kunst an der Breslauer Universität, wo er auch eine Freundschaft mit Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dem Dichter des späteren Deutschlandliedes, einging. Sein Studium beendete er allerdings an der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, der heutigen Humboldt-Universität. Drei Jahre später promovierte Freytag mit dem Thema „Über die Anfänge der dramatischen Poesie bei den Germanen“ und 1839 habilitierte er. Noch im selben Jahr trat er eine Stelle als Privatdozent an der Breslauer Universität an, welche er bis 1847 innehatte. Währendessen enstanden seine ersten Theaterstücke.

Freytag als nationalliberaler Politiker

Im Jahre 1848 begab sich Freytag nach Leipzig und gab gemeinsam mit Julian Schmidt die nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ heraus. Bei dieser Zreitschrift handelte es sich später um das wichtigste Organ des liberalen Bürgertums. So verfaßte er in dieser Wochenzeitschrift auch einen kritischen Artikel zum schlesischen Weberaufstand von 1844, welcher ihm eine steckbriefliche Fahndung durch Preußen einbrachte. Mithilfe seines Freundes Herzog Ernst von Sachsen-Gotha-Coburg konnte Freytag politisches Asyl in dessen Herzogtum erhalten. 1851 zog er in das Örtchen Siebleben bei Gotha und bekam den Titel eines Hofratmeisters vom Herzog verliehen.

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Von 1867 bis 1870 saß Freytag als Abgeordneter für die Nationalliberale Partei im Reichstag des Norddeutschen Bundes. Schon früh vertrat er nämlich die Auffassung der gesamtdeutschen Lösung, also eines geeinten Deutschlands. Er war eben kein Preuße im partikularen Sinne. Freytag entpuppte sich zum Inbegriff des deutschen Nationalliberalismus. Weil er von Bismarcks Politik aber enttäuscht wurde, trat er später jedoch zurück. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 fungierte er als Kriegsberichterstatter im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen Friedrich. Nach dem Krtieg und der Reichseinigung publizierte er in der Zeitschrift „Im neuen Reich“ seine nationalliberalen Anschauungen. 1886 gelangte er zum Titel eines geheimen Hofrates und bekam noch im gleichen Jahr den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.

Freytags Lebensabend

Freytag, der drei Ehefrauen, zwei leibliche Söhne aus zweiter Ehe und eine Stieftochter aus der dritten Ehe hatte, lebte zuletzt in Wiesbaden, wo er auch am 30. April 1895 im Alter von 78 Jahren verstarb. Sein Leichnam wurde allerdings in seinem alten Wohnort Siebleben bei Gotha beigesetzt.

Künstlerisches und schriftstellerisches Wirken Gustav Freytags

Freytag als Kritiker des Spekulantentums?

Neben seinen zahlreichen Werken, die Freytag in seiner Lebenszeit verfaßte, errang ein Werk nach dem Zweiten Weltkrieg besondere Aufmerksamkeit und zwar sein Roman „Soll und Haben“ von 1855. So entbrannte in den Siebzigern eine Debatte über Freytags angeblichen Antisemitismus, welcher in diesem Werk zum Ausdruck kommen soll. Denn darin beschreibt er, wie zwei junge Männer, einer davon ist Jude, ihren Lebensunterhalt verdienen. Der von Freytag als habgierig und skrupellos beschriebene Veitel Itzig, der jüdischer Herkunft ist, läßt sich dabei mit Maklern und Spekulanten ein, während Anton Wohlfahrt als ehrbarer Geschäftsmann sein Geld im angesehenden Handelshaus T. O. Schröter verdient. Diese Darstellung war der Grund, weshalb Freytag der Nachkriegswelt als antisemitisch galt, womit ihm natürlich Unrecht getan wurde. Wurden doch die jüdischen Eltern des Veitel Itzig im selbigen Werk als durchaus positiv geschildert oder Angehörige des deutschen Adels auch als skrupellos und amoralisch beschrieben. Zudem kritisierte Freytag in einigen Aufsätzen den Antisemitismus aufs Schärfste. Der Roman „Soll und Haben“ hatte also offenbar nichts anderes in den Sinn, als das Treiben von skrupellosen Spekulanten wiederzugeben. Wie schon der Titel aussagt, sollte man nur mit Geld planen und arbeiten, was man auch tatsächlich besitzt und ehrlich erarbeitet hat.

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Weitere bedeutende Werke Freytags

Weitere wichtige Werke von Gustav Freytag waren u. a. das mehrbändige Werk „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“ von 1859 und 1867, „Technik des Dramas“ von 1863, welches zu den wichtigsten dramaturgischen Lehrbücher seiner Zeit zählt, „Karl Mathy. Geschichte seines Lebens“ von 1869 und „Die Ahnen“ von 1874. In dem Werk „Technik des Dramas“ wird von Freytag die Dramentheorie des geschlossenen Dramas nach Aristoteles und besonders die Theorie Friedrich Schillers zum sog. pyramidalen Aufbau des klassischen Dramas zusammengefaßt. Daraus ergibt sich dann das Gerüst: Exposition und erregendes Moment, Höhepunkt mit Peripetie, retardierendes Moment und Lösung bzw. Katastrophe.

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