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Hört endlich auf die Autofahrer abzuzocken!

Es ist seit vielen Jahren gängige Praxis, dass der Autofahrer mit dazu beitragen muss, die leeren Kassen zu füllen. Das fängt bei der Autosteuer an und geht über die Mehrfachversteuerung des Kraftstoffes weiter. Das könnte man an für sich noch tolerieren. Doch eine einfach nur erbämliche Taktik ist es, unter vorgeschobenen „Sicherheitsaspekten“ grundlos die Kasse klingeln zu lassen. Schlimm genug das Blitzer selten vor Schulen oder in Wohngebieten stehen sondern meistens auf ungefährlichen Autobahn- und Landstraßenabschnitten die wesentlich besser ausgebaut sind als es die Geschwindigkeitsvorschrift erahnen lässt. Nun will der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) diese Form der Wegelagerei ins unermäßliche treiben. Schon geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen von gerade einmal 20 KM/h sollen nach seinem Willen bereits mit 1000€ (!!!) Geldstrafe geahntet werden. Auch Fahrverbote will der Minister wesentlich schneller verhängen und damit die Existienz vieler Menschen akut gefärden. Seine Forderungen will Pistorius diesen Mittwoch bei der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern einbringen. Es bleibt zu hoffen, dass die restlichen Innenminister mehr Realitätssinn und Sachverstand besitzen.

Besonders heuchlerisch an diesen immer wieder aufkommenden Forderungen ist es, dass man immer wieder die angebliche Sicherheitsgefährdung bemüht, wenn man dem Autofahrer mehr Geld aus der Tasche leiern möchte. Dabei ist das Deutsche Verkehrsnetz eines der sichersten in Europa und die Zahl der Verkehrsunfälle seit vielen Jahren konstant niedrig. Niedriger als in vielen Ländern mit festen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Zudem bringen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Blitzer auf gut ausgebauten Straßen, auf denen leicht wesentlich schneller gefahren werden könnte, überhaupt nichts im Sinne der Verkehrssicherheit. Wer diese wirklich verbessern möchte, muss im Umfeld von Schulen, in Wohngebieten und in besonders gefährlichen Streckenabschnitten ansetzen statt auf Autobahn und Landstraße. Der muss auch statt die Geschwindigkeit immer weiter zu senken und damit immer mehr Staus zu produzieren eher in die bessere Ausbildung von Fahrschülern investieren. Hier könnte man beispielsweise ein wie vom ADAC schon lange angebotenes Gefahrentraining zur Pflicht machen. Wer einen Führerschein hat, sollte auch in Extremsituationen in der Lage sein, sein Fahrzeug sicher zu beherrschen und im Ernstfall wieder unter Kontrolle oder zumindest kontrolliert zum stehen zu bringen. Hier ist es längst überfällig, einzugreifen. Viele autofahrende Zeitgenossen sind schon im normalen Straßenverkehr von der Bedienung ihres Fahrzeuges sichtlich überfordert und schaffen es nur dank dem fast schon stehenden „Verkehrsfluss“ unbeschadet am Ziel anzukommen. Ein Führerscheinentzug als Strafe für irgend etwas ist übrigens immer kontraproduktiv, weil so die Sicherheit aufbauende Fahrpraxis des Betroffenen reduziert wird. Von den starken persönlichen Einschränkungen, die heutzutage fast unzumutbar sind, ganz abgesehen. Langfristig muss es das Ziel einer vernünftigen Verkehrspolitik sein, sich die höhere Sicherheit moderner Fahrzeuge zu nutzen um die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Straßen zu erhöhen. Das wird schon allein durch das immer weiter steigende Verkehrsaufkommen klar. Ein Schritt dahin könnte das schon lange von mir geforderte System der generellen Richtgeschwindigkeit sein, welches die starren Geschwindigkeitsbegrenzungen außerhalb von Ortschaften aufhebt und durch den gesunden Menschenverstand des Fahrers ersetzt. Nach diesem System sind alle Geschwindigkeitsschilder außerhalb von Ortschaften nur noch als Empfehlung anzusehen, bis zu deren Grenze der Versicherungsschutz in vollem Maße zählt. Wer schneller fahren möchte, kann dies legal tun, aber auf eigene Gefahr. Sollte es zum Unfall kommen, könnte dann in entsprechenden Fällen dem Fahrer eine Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.

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Auf jeden Fall ist es höchste Zeit, die Straßenverkehrsordnung und unsere Beziehung zu dem Auto, welches doch einmal des Deutschen wichtigster Besitz gewesen sein soll, gründlich zu überdenken und an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Dieser mit Sicherheit umstrittene Text soll ein kleiner Anstoß für eine solche Diskussion sein.

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