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„Das wird Konsequenzen haben.“

Man stelle sich vor, da kommt der Alterspräsident des Landtages zu Besuch in eine Flüchtlingsunterkunft und möchte sich informieren. Das Problem dabei: Weder Landrat noch Stadt wussten etwas davon und der Alterspräsident ist Mitglied der AfD.  „Das wird Konsequenzen haben.“

Denn so konnte weder Stadt noch Landrat die Situation beschönigen und die – nichtdelegierten – Helfer konnten aus ihrer reichhaltigen Erfahrung dem Politiker berichten. Das liest sich dann so:

Die Helferin erzählt, dass die meisten der 46 Bewohner seit November 2014 hier untergebracht sind. Weil Gemeinderat Walz mit mehreren Schreiben –­ auch an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) – interveniert hatte, sind sie endlich im Asylverfahren. Die Helferin: „Vor drei Wochen hatten die ihre Interviews. In Heidelberg wussten die das gar nicht, dass die hier sind.“ Alterspräsident Kuhn: „Offenbar wurden sie schlicht vergessen.“

Dann will der Alterspräsident wissen, welche Nationalitäten in Talheim untergebracht sind und welche Berufe die Flüchtlinge haben. Die Helferin sagt, dass die Bewohner teils in Berufen gearbeitet haben, teils aber in ihrem Heimatland schon arbeitslos gewesen seien. Der AfDler bohrt nach: „Wissen Sie, wie die für ihren Unterhalt in Albanien gesorgt haben?“ Die Helferin: „Das weiß ich nicht. Ich weiß aus den Berufspraktika der Schüler, dass sie alle Berufe machen wollen. Aber nichts mit Putzen. Zum Deutsch-Unterricht kommt inzwischen auch keiner mehr.“

Den habe man zunächst auf 10 Uhr angesetzt. Das sei den Flüchtlingen aber zu früh gewesen. Dann wurde er auf 14 Uhr verlegt. Auch der Musik-Unterricht am Freitag stoße inzwischen kaum noch auf Resonanz. Die Helferin: „Die Termine kollidieren mit den Öffnungszeiten der Kleiderkammer. Das ist frustrierend. Die Angebote werden nicht ernst genommen. Man hat das Gefühl, da wird Wasser in den Bach getragen.“

Alterpräsident Kuhn: „Da höre ich Enttäuschung heraus.“ Die Helferin: „Die kriegen von mir alles Herzblut. Aber normalerweise darf niemand hinter die Kulissen schauen. Ich betreue auch Flüchtlinge aus Syrien hier. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mein Syrer kommt und sagt: ›Sprechen, sprechen, sprechen.‹ Der will.“

DER PA kommt!

DER PA kommt!

im Schwarzwälder Boten. Aber das ist längst nicht alles. Kaputte Fenster gehören in dieser Unterkunft wohl zum festen Inventar, wie der Horber Gemeinderat Hermann Walz (ULH) Kuhn berichten konnte. Er war es auch, der den AfD-Politiker einlud, mal „richtig“ hinter die Kulissen zu schauen.

Dagegen ist das, was in der Gemeinschaftsunterkunft in der alten Grundschule passiert, offenbar wirklich nicht angenehm. Manche der Flüchtlinge machten bis spät in der Nacht „Rambazamba“ und seien dann bis mittags im Bett. „Die Kinder schlafen morgens in der Schule ein.“

Die Helferin hat nach eigenen Angaben beobachtet, dass Lebensmittel aus dem Tafelladen einfach weggeworfen werden.

Der Alterspräsident wirft ein: „Es gibt auch Fälle von Deutschen, die nicht wissen, wie man mit Lebensmitteln umgeht.“ Die Helferin: „Wir versuchen, den Flüchtlingen die Regeln beizubringen, um so etwas zu vermeiden. Leider haben wir nicht den Eindruck, dass das von den Flüchtlingen und vom Landratsamt unbedingt so gewünscht wird.“ Im April 2015 hatte ein Landkreis-Mitarbeiter den Asyl-Paten Hausverbot erteilt

Kein Wunder dass sich da Stadt- und Landrat gern eingemischt hätten, um ihre Version aufzuzeigen. Die wohl- und bestens Integrierten und Fachkräfte, wie wir sie alle aus den Medien kennen. Stattdessen nun offene Worte – und das …  „Das wird Konsequenzen haben.“

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger spricht von einem „starken Stück“. Es sei eine Frechheit, jemanden dorthin einzuladen, ohne die Stadt zu fragen. „Das wird Konsequenzen haben.“

Vielleicht wird dies Konsequenzen haben; ist doch Albanien ein sicheres Herkunftsland – und somit ist ein Asylantrag mehr oder minder unsinnig; wird doch jenen, die wirklich flüchten mussten oder sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollen, Interesse zeigen, indem sie zum Beispiel die deutsche Sprache lernen wollen, der Weg zur Integration verbaut. Das sollte zumindest Konsequenzen haben, wie auch viele Leser des Schwarzwälder Boten in den Kommentaren herausstellten.

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