Gewinnspiel


Wie ein Abtreibungsgesetz enthemmte Peruanerinnen auf die Straße treibt

(Die Erbin Alberto Fujimoris greift nach der Macht)

Sie, geneigte Leser, haben unglaubliches Glück! Während ich meine Kolumne hier schreibe, sitze ich an meinem Computer – und zwar nackt! Nein, ich habe mich nicht meiner Kleider entledigt, weil es heiß ist, sondern, weil ich protestiere! Jawohl – ich protestiere. Gegen was spielt keine Rolle. Wer heute etwas auf sich hält, protestiert nackt! Ob gegen das Robbenschlachten oder gegen Abtreibung.

Richten wir den Blick nach Lima, die Hauptstadt von Peru, dort regt sich Widerstand. Frauen, oben ohne, demonstrieren auf den Straßen. Grund: Wer zukünftig abtreibt, soll – erschossen werden? Nein. Muss alle Bücher von Alice Schwarzer lesen? Also bitte – wie pervers ist das jetzt? Nein, wer in Lima abtreibt, muss zukünftig Sozialstunden ableisten. Nun halten Sie sich fest: es sind keine 1000 Stunden, auch keine 100 Stunden, nein, es sind 50 Stunden! 50 Stunden!

Ich weiß, das ist purer Faschismus. Dagegen waren Hitlers Rassegesetze nur ein Mist. Aber so ist das nun einmal in Peru. Die Argumentation der Demonstrantinnen ist ähnlich logisch, wie meine Ansicht, vor dem Computer nackt zu demonstrieren, sei etwas Gutes. (Sie würden ohnehin nur unnötig wuschig, wenn Sie sehen könnten, wie mich die Natur erschaffen hat – also lassen wir alle Beschreibungen!) Es reicht, wenn Sie sich Michelangelos David-Statue vorstellen.

Zurück nach Peru. Frauen demonstrieren gegen das geplante Gesetz aus dem Lager von Keiko Fujimori. Ältere Leserinnen werden sich an Alberto Fujimori erinnern, das war Keikos Vater, der von 1990 bis 2000 Präsident von Peru war. Er wurde vom Kongress seines Amts enthoben, weil er Lappalien begangen hatte. Ein klein wenig Geldwäsche und kleinere Verstöße, bei der Frage der Menschenrechte. Nichtigkeiten eben! Man sehe sich etwa Friedensnobelpreisträger Barack Obama an, der smart lächelnde US-Präsident tötet, mit seinen Drohnenangriffen, Unschuldige in Nahost. Und – wen interessiert das? Eben!

Keiko Fujimori ging bei Ihrem Vater in die Lehre. Geldwäsche will eben, wie jedes Handwerk, gelernt sein. So hat Keiko gleich gezeigt, wie gelehrig sie ist, als sie Spenden, aus den Fundraising – Veranstaltungen für ihren Wahlkampf, wusch. Was macht man nicht alles, um der Steuer zu entgehen! Manche tragen ihr Geld ins Ausland, andere kandidieren als Präsident. Jeder wie er kann! In Keikos Fall ist der Betrag jedoch lächerlich gering. Das gewaschene Geld aus den Wahlkämpfen beträgt gerade einmal: 187 600 Euro und dazu kommt noch illegales Geld aus einer amerikanischen Briefkastenfirma. Aber selbst das ist kaum viel mehr als ein Taschengeld: 115 000 Euro.

Ist das moralisch verwerflich? Ach – quatsch! Das ist gute Sitte. Nur in einigen Ländern fällt es auf und in anderen – wird mehr geschmiert. Soll bitte keiner tun, als ob bloß sein Land frei sei von Unrecht, Gewalt, Willkür und Gesetzen zulasten der Armen. Ist hier jemand zu bedauern, dann Keiko Fujimori. Als Tochter eines korrupten Politikers will sie ihm zeigen, wie artig, talentiert und folgsam sie ist. Warum auch nicht? Keiko Fujimori ist als Politikerin korrupte Dutzendware, die nur die Interessen der oberen Zehntausend im Blick hat. Für Peru trifft das Sprichwort zu: Ein Fujimori kommt selten allein.

Keiko mag nur die Interessen der oberen Zehntausend Peruaner vertreten, macht das ihren Kampf gegen Abtreibung zum Faschismus? Einen Mord begeht, wer abtreibt. Die Gesellschaft hat aber ihren Segen zu dieser Art von Mord gegeben, weshalb er legitim ist. In den USA zum Beispiel gilt es ebenso als legitim, wenn Menschen, in Nahost, durch amerikanische Drohnen, ermordet werden. Man kann das sogar als ein positives Signal an die Welt verstehen, denn Barack Obama, der diese Drohnenmorde veranlasst, ist kein beliebiger US-Präsident, sondern Friedensnobelpreisträger. Er ist also ein Mörder mit Heiligenschein! Und davon ist Keiko Fujimori noch weit entfernt.

Mord ist Mord – die Frage ist aber, wie er bewertet wird und wo genau die Grenze, von legal zu illegal, ist. Fujimori will die Grenzen für legalen Mord enger ziehen. Ob als Strafe Sozialstunden ausreichen? Das ist sicher nur ein Beginn. Zumal dies Gesetz jene Frauen treffen wird, die kein Geld haben, um ins Ausland zu reisen. Geeigneter wäre es da, alle mit Geldstrafen zu belegen, denen man Abtreibungen nachweisen kann. Zudem sollte man jedem Arzt, der abtreibt, die ärztlich Berechtigung absprechen. Natürlich kann es auch daran liegen, dass Peruaner nicht den Wunschvorstellungen peruanischer Frauen entsprechen? Könnte ich mich aufteilen, würde keine Frau mehr abtreiben wollen – aber Gott hat sich bestimmt etwas dabei gedacht, als er mich als unteilbares Musterexemplar der Menschheit erschuf. Für Peruanerinnen ist das natürlich schade! Aber so ist das Leben eben.

Für den Protest der Peruanerinnen habe ich kein Verständnis. Sie geben vor, einen gerechten Kampf für alle Frauen zu führen, in Wahrheit töten sie Babys. Babys müssen sterben, damit die Frauen ihr Leben lustig weiterführen können. Abtreibungsbefürworter wollen rammeln und saufen – ohne Rücksicht auf die Folgen. Und das nennen sie dann einen „gerechten Kampf“. Wer solch eine Auffassung vertritt, der kann nur „oben ohne“ protestieren – seinen Kopf hat er längst verloren. So ist auch nichts da, was oben ist. Die Frauen demonstrieren also – im doppelten Sinn – oben ohne! Die sollen sich besser ihrer Verantwortung als werdende Mütter stellen – und wenn sie das partout nicht wollen, sollen sie das Baby ins Heim geben. Es finden sich immer Paare, die Kinder adoptieren.

Abtreibung ist Mord, auch wenn ihn die Gesellschaft als legal zu akzeptieren geneigt ist. Daher: Weniger rammeln und saufen, sondern verantwortungsbewusster leben. So wird die Welt zwar kein Himmel auf Erden, aber sie wird etwas gerechter und besser. Das ist doch ein Anfang!

Während ich mir jetzt die Finger wundgeschrieben habe, ist es Abend geworden und es weht kühler Wind. Übrigens: Ich sitze darum nackt vor dem Computer, weil ich gegen ALLES protestiere. Macht Sinn – oder? Ich gehe jetzt und ziehe mich wieder an.

Sie wollen noch wissen, warum Sie Glück haben? Sie brauchen sich nicht zu entkleiden, wenn Sie protestieren wollen. Vielleicht sollten Sie es aber doch tun. Das wäre der Beginn einer neuen Kultur des Protests. Und vielleicht lernen Sie dabei ja auch eine Peruanerin kennen!

http://www.suedtirolnews.it/dv/artikel/2016/05/20/oben-ohne-gegen-abtreibungsgesetz-in-peru.html

http://www.nzz.ch/international/amerika/wahlkampf-peru-ermittlungen-gegen-keiko-fujimori-ld.83798

Das könnte interessant sein Powered by AdWol Online Werbung

Eiserne Kanzlerin will weiter herrschen

Seit Monaten wurde darüber spekuliert, ob die deutsche eiserne Kanzlerin Angela Merkel zur kommende...

Muslime kritisieren ist ein Tabu!

Eagle of Death Metal – Sänger über die Pariser Anschläge im Bataclan   Der Wirbel um Isl...

Leonard Cohen – Sänger zwischen Hydra und Hybris

Ein Nachruf   Hydra klingt ein wenig nach „Hybris“. Und doch passt beides zum verstorbene...

Kommentar verfassen

||Nach oben||||Zur Starseite||||Impressum||

Copyright © 2016 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Romowe - Beiträge stellen ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Place your ad here
Loading...