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Kohl mit Orban gegen Merkel

Kohls kleine Angie hat den Schwarzkofferinhaber überholt und muss nun mit einem weiteren Sturzversuch rechnen. Ausgerechnet eingefädelt über ihren Ziehvater Helmut Kohl. Und der holt sich von rechts aussen Hilfe.

Ungarn, die sehnsüchtige Heimat der Konservativen Europas. Ungarn, ein Land, fern ab des europäischen Zentrums, zeigt, dass es auch anders geht. Für deutsche Fernsehzuschauer: Ungarn ist das Tele5 gegenüber von Pro7Sat1 (Deutschland) und der RTL-Gruppe (Frankreich). Irgendwie: Leider geil. Nur nicht so links und auch nicht so bunt.

Man mag Kohl nicht als Patrioten sehen, vielleicht besser als Mann mit Altersstarrsinn. Denn Zukunft kann man von ihm nicht erwarten. Aber, er als Einfädler der neuen Europapolitik, als Mitentwickler des Euros – ergo als Vater des Untergangs von Mitteleuropa, hatte andere Pläne mit Deutschland. Er mochte nicht aussitzen, wie Merkel, er wollte poltern: gegen Journalisten, gegen Parteimitstreiter, gegen Gegner aus den eigenen Reihen.

So musste er nun, im hohen Alter, sich einen neuen Verbündeten suchen und fand ihn in Orban. Er schrieb für ihn – und umgekehrt, in Bücher die wohl gekauft, aber nur selten gelesen werden. Und beide sehen den Untergang Europas und damit den Untergang der Zivilisation.

Zum Teil mögen beide richtig liegen, wenn sie vermuten, ahnen, Ängste schüren.

„Aus Sorge um Europa“ schreibt Kohl, dass Europa „nicht zur neuen Heimat für Millionen Menschen weltweit in Not“ werden könne. Orban appelliert an Europa, „die Pferde herumzureißen, die auf den Abgrund zurasen“.

Appelle, die zu spät kommen. Und wahrscheinlich unerhört bleiben. Kohl hätte diese Abfahrt, diesen Fall Europas, erahnen können. Damals, als er noch die Zügel in der Hand hielt. Aber für den Wohlstand der Anderen opferte er die Pferde: den Mittelstand, die Arbeiter, die Bauern – letztendlich das Volk. Wer also auf Kohl Hoffnung setzt, der könnte abermals entäuscht werden. Denn „Merkel muss weg!“ ist keine Forderung der Zukunft – aber ein Ruf, der keine Antwort ist oder hervorbringt. Merkel ist, mit ihren Worten umschrieben, „alternativlos“. Denn wer letztendlich die Zügel hält ist unwichtig, solange die internationalen Konzerne den Weg vorzeigen. Da könnte ein Gabriel, der für die Wirtschaft die Quecksilberlampen in die Kinderzimmer der Republik brachte, uns gerade noch fehlen: Zum Sprung in die Untiefen. Das nennt sich Imperialismus.

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