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Politische Glaubwürdigkeit in Zeiten von Grönemeyer, Schweiger und Merkel

Ein Land mit solchen Künstlern und Politikern braucht keine Feinde mehr

 

Was ist das beste Werbemittel für einen Künstler? Er regt sich darüber auf, wie benachteiligt und wie unsozial doch eine Gesellschaft ist. Und wie zufällig lässt er dann sein neuestes Werk erscheinen. Ein Schelm, jener Künstler, der nicht über Werbung nachdenkt. Ist dieses Verhalten aber glaubwürdig?

Herbert Grönemeyer etwa kann besser singen als politische Reden halten – findet zumindest er. Was er aber unter „singen“ versteht, ist Nuschelei und seine politischen Reden sind Emotion pur. Man soll doch bitte … man könnte doch … es wäre schön, dass … Würde er dabei nuscheln, wüsste man nicht, ob er redet oder „singt“. 2015, im Zuge der Asylantenkrise, musste er dann Deutschland ermahnen, es würde zu wenig tun. Deutschland müsse mehr Asylanten aufnehmen, es müsse mehr tun, viel, viel mehr. Er selbst lebt übrigens im Norden Londons, in einem Luxusviertel. Wie viele Asylanten er selbst aufgenommen hat? Wenn man es grob überschlägt und gut im schätzen ist, dürften es ungefähr null sein. Richtig. Herbert der nuschelnde Prediger einer allumfassenden Menschlichkeit schreibt anderen vor, dass sie Asylanten aufnehmen sollen, er selbst hält sich aber vornehm zurück. Was konsequent ist, denn er schreibt ja anderen vor, also nicht sich, was zu tun ist. Er selbst bastelt dann lieber an den Alben, die er dann rein „zufällig“ erscheinen lässt, wenn er große Auftritte im Fernsehen hat, wo er den Prediger einer allumfassenden Menschlichkeit vorspielt. Das kommt so regelmäßig, dass man sich wundert, wie er glauben kann, dass diese Masche niemandem auffällt.

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Steht er mit diesem Verhalten allein? Nein, natürlich nicht. Nuscheln und predigen können andere so gut als er, etwa: Til Schweiger. 2015 erregte auch er sich darüber, dass Deutschland zu wenig täte. Ja, das hat er Grönemeyer voraus. Wenn der Til eines kann, dann in Aktionismus verfallen. Erst wollte er ein Flüchtlingsheim bauen, dann wollte er doch keines bauen, dafür beschimpfte er dann Kritiker und Politiker, etwa in einer Sendung, den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der es wagte, Til – seine Heiligkeit – Schweiger zu unterbrechen. Tils Kommentar: „Ach ey, Sie gehen mir auf den Sack – echt!“ Das hätte der Scheuer wissen können. Til redet sich in Rage, und schweigt dann alles, glaubt er, er sei im Recht. Handelt Grönemeyer anders? Schweiger und Grönemeyer sind Gefühlsmenschen, zarteste Seelen, denen man ihre rosarote Brille streicheln muss, sonst bekommen sie Angst vor der nackten Realität und machen Kacka in die Hose. Das will natürlich keiner: nuschelnde Prediger, die Kacka in die Hose machen, während sie predigen. Dafür haben wir dann ihre Werke, die – zumindest bei Til Schweiger – keiner sehen will. Sein Film „Tschiller – Off Duty“, ein Tatortkrimi im Filmformat, floppte 2016 an deutschen Kinokassen. Da hat die Werbemache versagt. Pech für Til!

Wenn sich einer mit nuscheln und Werbemaschen auskennt, ist das Udo Lindenberg. Aber ich muss den Lindenberg in Schutz nehmen. Seine politischen Ansichten sind echt. Das sah man im Oktober 1983, als Lindenberg, nachdem er es acht Jahre lange versucht hatte, endlich ein Konzert in der DDR geben durfte. Wäre er kein wirklicher Linker gewesen, hätte ihn die DDR eher auftreten lassen. Mit Kritik an der SED-Staatsführung hat er zu jener Zeit geglänzt. Die Mauer war ihm ein Dorn im Auge. Ansonsten will auch er „Refugees“ willkommen heißen. Und so kündigte er, passend, im September 2015 auch ein neues Album an. Wobei ich mich frage, warum das Migranten kaufen sollen? Viele beherrschen nicht die deutsche Sprache, sie reden entweder Arabisch oder Englisch. Und ich werde mir deren Alben und Filme sicher nicht antun. Wem Fremde wichtiger sind, als eigenen Leuten, den unterstütze ich nicht. Aber schön, wie sich Grönemeyer, Schweiger und Lindenberg herausnehmen, für uns alle zu sprechen. Man fragt sich als Bürger, warum es Wahlen gibt? Oder eine Verfassung? Glaubt man den Dreien, kann man ganz Deutschland auf sie drei reduzieren. Sie halten sich für Staat, Bürger und Land in einem. Folgen ihrer Forderungen übersehen sie. Ist das glaubwürdiges handeln?

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Wer nun glaubt, die Drei seien für die derzeitige politische Glaubwürdigkeit nicht wesentlich, den sei an das Beispiel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erinnert. Auf dem EU-Gipfel jüngst in Brüssel hat die Europäische Union, federführend unter Kanzlerin Merkel, einen Pakt mit der Türkei geschlossen. Also mit einem Land, das auf Demonstranten schießt, wie im Istanbuler Gezi-Park 2013; das kritische Zeitungen unter Aufsicht stellt, wie jüngst „Zaman“ und das regelmäßig in Folterberichten auftaucht, etwa in denen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Und so ein Land soll sich nun um Flüchtlinge kümmern? Das ist, als vertraut man seine Lämmerherde Wölfen an und hofft, dass alles gut geht. Ich glaube, die Wölfe fänden diese Idee klasse und versprächen, sich um die Herde „zu kümmern“. Nicht viel anders redet die Türkei. Nun ja, was soll da passieren? Wölfe sind ja auch nur Lämmer – irgendwie! Und wenn dann noch Kanzlerin Merkel in die Kamera lächelt und predigt, dass „wir das schaffen“ und ihre Politik „human“ sei, dann muss man ihr doch glauben. Hübsch lächeln können Grönemeyer, Schweiger und Lindenberg ebenfalls. Und auch sie wollen, dass man sie wählt. Also, dass man ihre Werke zum Kaufen auswählt. Und verkaufen will auch Merkel. Sie möchte Wahlstimmen.

Als Demokrat behandle ich alle vier gleich: Sie bekommen von mir: null, nichts, nada. Braucht sich also keiner beschweren, ich hätte ihn benachteiligt.

Für mich sind Künstler, wie Grönemeyer, Schweiger und Lindenberg unglaubwürdig. Und über Merkel rede ich erst gar nicht. Menschlichkeit als Masche ist schlechte Werbung für echte Menschlichkeit. Und es schadet der politischen Glaubwürdigkeit.

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Wenn schon Werbung, dann soll das Werk bitte selbst für sich sprechen.

Ein Land mit solchen Künstlern und Politikern braucht keine Feinde mehr. Unser Land braucht andere Künstler und Politiker!

 

http://www.wn.de/Welt/Kultur/2109023-2016-Ueberraschung-Udo-Lindenberg-kuendigt-neues-Album-und-neue-Tour-an

http://web.de/magazine/politik/fluechtlingskrise-in-europa/falscher-fuffziger-stimmen-herbert-groenemeyers-auftritt-guenther-jauch-30973632

http://www.bild.de/politik/inland/dr-andreas-scheuer/maischberger-talk-til-schweiger-geht-auf-csu-politiker-los-42237030.bild.html

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-03/eu-gipfel-tuerkei-abkommen-presseschau

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3 comments on “Politische Glaubwürdigkeit in Zeiten von Grönemeyer, Schweiger und Merkel
  1. Lieber Wolfgang, einen hast du noch in deinem Reigen vergessen: Udo Lindenberg, den linken, nuschelnden Faltenrock mit Hut. Ansonsten ein glänzend geschriebener Artikel.

    • Danke für den Hinweis, ich dachte, mit Grönemeyer und Schweiger hätte ich genug Beispiele gebracht; aber ja: ein Artikel über Doppelmoral, der ohne Lindenberg auskommen will, ist unvollständig. Habe den Artikel ergänzt. Danke für das Lob! Das motiviert mich!

  2. Dass ist alles sehr hoch interessant für mich, ganz perfekt was hier berichtet wird. Macht bitte weiter so !
    Das alles kann man nur loben.

    MfG Uwe

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