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Zypern könnte EU-Politik durcheinander wirbeln

Die Europäische Union, angestachelt von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, will unbedingt mit der Türkei verhandeln. Über Flüchtlinge, über Visa, über den Beitritt. Einzig Zypern wehrt sich. Und das aus gutem Grund.

Die Türkei verweigert Zypern die staatliche Anerkennung und hat sogar widerrechtlich Truppen im Norden der Insel stationiert. Die EU schaut zu, obwohl Zypern seit 2004 Mitglied ist.

Die offizielle EU-Seite beschreibt:

Zypern ist der EU als de factogetrennte Insel beigetreten, Unionsgebiet ist aber das gesamte Territorium. Die türkischen Zyprer sind als Bürger eines EU-Mitgliedstaats, der Republik Zypern, EU-Bürger – auch wenn sie auf einem Teil Zyperns leben, der nicht unter der Kontrolle der Regierung steht.

Das zeigt, wie schwer sich die Europäische Union den Umgang mit der Türkei macht. Wäre man eine starke Union, hätte … könnte … würde man die Türken in ihre Schranken weisen. Doch die Türkei ist NATO-Mitglied und das wiegt schwerer als staatsrechtliche Fragen.

Nun aber erkennt Zypern seine Chance und verlangt, dass die Türkei vor Eintritt in die EU Zypern als Staat anerkennen soll. So sei es „inakzeptabel, die Last der Verantwortung in der Flüchtlingskrise auf meine Schultern oder die der Republik Zypern zu legen“, sagte Staatschef Anastasiades. Er fügte hinzu, dass es für Zypern schwer sei, denn die Verhandlungen zwischen der EU und Zypern würden so geführt werden, als wenn die Republik gar nicht existiere.

Die, besonders von deutscher Seite, viel beschworene „Einheit Europas“ ist damit einmal mehr ins Reich der Sagen und Märchen zu rücken. Die EU stellt damit klar: Es interessiert sie nicht, was Zypern oder Griechenland wollen, es interessiert die EU auch nicht, was die Bürger benötigen. Die EU ist ein unbürokratisches Konstrukt der wirtschaftshörigen Staaten mit der Zielsetzung die Globalisierung voranzutreiben.

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