SPON: Bitte wählen Sie nicht AfD (lobo)

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Sascha Lobo, Internetpunk, der sich einst an die mediale Einheit der BRD verkaufte, startet, wenige Tage vor den Landtagswahlen von Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz seinen Aufruf: “Bitte wählen Sie nicht AfD”. Wie sehr kann Anti-Wahl-Propaganda noch greifen?

Überparteilich, neutral und kritisch sollten Zeitungen, Zeitschriften sowie Rundfunk- und Fernsehsender sein. Sollten. Das dies in der BRD längst Vergangenheit ist, zeigt nun der Spiegel Online (Spon). So schreibt Lobo auf Spon:

Die AfD ist nämlich – allein aus Ihrer Sicht gesprochen – eine politische Mogelpackung, deren Wahl Sie bereuen werden. Wählen Sie besser irgendeine andere Partei oder keine.

Ein Demokrat, der zum Nichtwählen aufruft, weil die kritisierte Partei eine Mogelpackung ist. Er mag richtig liegen: Die AfD ist eine Mogelpackung. Ebenso, wie die sogenannten “demokratischen” Parteien, die seit wenigen Tagen selbst beim Sender Phoenix und auf RTL als “etablierte Parteien” benannt werden. Ist plötzlich die AfD auch demokratisch? Dort wünscht man sich sogar die Kaderpartei unter Lucke zurück, die die selben Redakteure bereits zur Gründung als rechte, als populistische Partei beschrieben, da sie Eurokritisch war und ist. Ein Sinneswandel?

lobo Spon AfDMitnichten. Denn die AfD ist, und das muss man, wie Sascha Lobo betonen, eine Mogelpackung. Das liegt allerdings nicht an Höcke oder Petry, nicht an Poggenburg, nicht an Junge, nicht an Meuthen. Es liegt an der parlamentarischen Demokratie.

Die AfD benutzt Sie. Sie nutzt Sie für Ihre Zwecke aus, für den Machtgewinn.

warnt Lobo. Ja! Aber was macht die CDU? Was die SPD? Merkel sagte einst: “Man kann sich nicht darauf verlasen, was vor den Wahlen gesagt wird, auch nach den Wahlen gilt!”  Und der Spon schrieb noch im Juni 2013 über “unseriöse Wahlversprechen” der Merkel-Parteien. Was die AfD an Versprechen hält, halten will und kann, wissen wir nicht. Dies wird sich zeigen, wenn mit ihr demokratisch in den Landtagen umgegangen wird. Wenn sie also nicht aussen vor gelassen wird, wie in Sachsen.

Auch beim Folgeabsatz hat Lobo, der sich selbst als liberal” einschätzt, die Wahrheit geschrieben

Flucht ist ein globales Problem, das nur global gelöst werden kann

Doch wer sucht das heil in einer nationalen Lösung? Die Regierungsparteien, allen voran die CDU als Träger der Merkelpolitik. War sie es doch, die die Kriegskatastrophen zu einem europäischen und deutschem Problem machte. Statt Flüchtlingslager heimatnah zu unterstützen, wurde weltweit für einen Zuzug nach Deutschland geworben. Genau dagegen tritt u.a. die AfD an.

Und ja, wenige Zeilen später, muss man Lobo wieder zustimmen:

Vielleicht ist es gar kein Zufall, dass AfD-Vorstand Gauland so sehr von Preußen schwärmt

kmii-shirt-kleinEs ist kein Zufall! Immerhin war es Preußen, der erste Staat der Meinungs- und Pressefreiheit gerichtlich durchsetzte, es war Preußen, das durch eine rigorose Sparpolitik durch den König wieder Handlungsfähig wurde. Und waren es nicht die Preußen, die Deutschland, mit Hilfe der Dänen und Russen, von den französischen Besatzern befreite? Waren es nicht die Preußen, die Kultur förderten und echte Flüchtlinge aufnahmen? Was ist also daran falsch, sich Preußen als Vorbild in den heutigen Tagen zu nehmen, wenn wir ebenso wissen, dass die Einheit Deutschlands von den Preußen ausging?

Die AfD redet dem Internet-Volk nach dem Mund

schreibt Lobo und vergisst dabei die CSU, die oft “nach dem Mund” der Bevölkerung redet. Oder die CDU unter Kohl, Schröders SPD – oder erinnert sich noch jemand an die FDP oder gar die Piraten? Um Stimmen zu vereinen wurde und wird plötzlich populär gehandelt. Und Wahlgeschenke verabschiedet.

Doch dies gehört zu einer Demokratie, zu einer parlamentarischen Demokratie. Und was ist schlecht daran, dem Volke nach dem Mund zu reden? Das bedeutet nämlich auch, man hört hin, was das Volk zu sagen hat. Man steht nicht über dem Volk und beschimpft es als “Mischpoke” und “Pack”.

Deshalb wende ich mich mit den letzten Zeilen direkt an ihn. Vielleicht kann der eine oder andere PA-Leser diese Zeilen an den selbsternannten linksliberalen Autor und Strategieberater weiterleiten:

Lieber Herr Lobo,

Sie sehen, Sie schreiben die richtigen Worte und stellen sich trotzdem gegen die Demokratie? Zu einer parlamentarischen Demokratie gehören Übertreibungen und Wahlversprechen, die sich oft, ja zu oft, nicht halten lassen. Oder gar zu Lügen mutieren. Und zu einer Demokratie gehört “rechts” wie “links” – damit es gerade aus geht. Wie beim Fahrradfahren: Nur durch rechts- und linkslenken kommt der Pedalenritter ans Ziel. Nur links, nur rechts verursacht Kreisverkehr.

Geehrter Herr Lobo, nachdem Jahrzehnte über Politikverdrossenheit geredet wurde, nachdem kaum mehr als 50% der Wahlberechtigten wählen gehen, rufen Sie dazu auf, auf das Kreuz zu verzichten und unterstützen den Weg der Presse zu einer parteilichen, systemtreuen und unkritischen Propagandamaschine zu werden? Wollen Sie dies wirklich? Dieser Weg, den Sie unterstützen erinnert doch sehr an die Endmonate der Weimarer Republik und nicht an eine demokratische Auseinandersetzung.

Herr Lobo, ich mag Sie verstehen wollen, da wir heute nicht wissen können, was die AfD morgen wirklich umsetzt. Doch haben wir nicht genug unter CDU und SPD, unter FDP und Grüne, unter den Linken erleiden müssen? Sinnlose Geldausgaben für Projekte, eine sinnentleerte Flüchtlingspolitik, eine nicht vorhandene Einwanderungspolitik auf Kosten von den wirtschaftlich Schwachen (Hartz IV bis Tafeln), den Kindern (Bildung) und den Arbeitnehmern (Steuern- und Abgabenpolitik); auf Kosten der Umwelt (EEG), im Sinne der Staatspropaganda (Rundfunkbeitrag). Ist es da nicht an der Zeit eine Opposition zu haben, die den “etablierten” Parteisoldaten auf die Finger schaut? Mehr noch, ist es nicht an der Zeit, das Parteiensystem zu durchrechen, wie einst als die Grünen die festen Bündnisse unmöglich machten? Kam nicht durch die Grünen erst wieder Bewegung ins Parteiensystem der BRD?

Warum also die Hetze? Warum also das Festhalten an einer politischen Undemokratie, die täglich, stündlich versagt? Warum nicht offen die Möglichkeiten erkennen? Zur nächsten Wahl sind wir schlauer, versprochen Herr Lobo. Dann wissen wir, was besser ist: Eine Regierung; die ohne Opposition über das Volk, die Bevölkerung, die Einwohner unter der Vorgabe der Globalisierung und Wirtschaft bestimmen kann; oder eine Regierung; die eine neue Demokratie erlernen muss, weil es Gegensprachen in den Parlamenten gibt.

Zumindest eines sollten Sie, genauso wie die SPD und CDU am Sonntag Abend gelernt haben: Es wäre besser gewesen, sich mit den Konkurrenzparteien auseinander zu setzen, statt immer nur über “den politischen Gegner” zu reden, statt Menschen gegen andere aufzuhetzen. Sie und die anderen Lohnschreiber tragen Schuld an der den Gebahren der Strasse, am Hass, an brennenden Autos, an brennenden Häusern. 

Vielleicht kommen Sie auf den Boden der demokratischen Auseinandersetzung zurück. Ich würde es mir wünschen.

Freundlichst

Ihr Hagen Ernst

 

3 thoughts on “SPON: Bitte wählen Sie nicht AfD (lobo)”

  1. “Denn die AfD ist, und das muss man, wie Sascha Lobo betonen, eine Mogelpackung. Das liegt allerdings nicht an Höcke oder Petry, nicht an Poggenburg, nicht an Junge, nicht an Meuthen. Es liegt an der parlamentarischen Demokratie.” Das ist doch die ganze Zeit mein Reden. Als vernünftiger Mensch kann man sehr wohl mit den Zielen der AfD liebäugeln. Aber sie wird in diesem maroden System scheitern. Am anerzogenen Lobbyismus, an der Gier einiger künftiger AfD-Abgeordneter, an der maroden Ellenbogengesellschaft. Und nicht zuletzt an der “Order” der Zionisten. Mein Fazit: das gesamte Parteiensystem MUSS abgeschafft werden. Sonst wird es für Deutschland, für Europa im Desaster enden.

  2. Zitat: “Was ist also daran falsch, sich Preußen als Vorbild in den heutigen Tagen zu nehmen, wenn wir ebenso wissen, dass die Einheit Deutschlands von den Preußen ausging?”
    Sehe ich auch so. Meine Freunde vom “Orden der Patrioten” und ich sind Preußen und stolz drauf! 🙂

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