Romowe


Ein „Antifant“ beim Aldi

Fröhlich gelaunt begab ich mich zum Aldi um einige wichtige Lebensmittel einzukaufen, Zigaretten, Wodka und Kaffee. Marihuana bekommt man da ja leider nicht, aber wir Linken arbeiten daran.

Ich liebe nicht nur die Vielfältigkeit der Angebote, sondern auch die Gesellschaft der bunten, illustren Kundschaft.
Es geht hier beim Discounter immer mehr zu, wie auf einem orientalischen Basar, einfach herrlich.

Nun sind meine Sinne, durch meine jahrelange Aktivität als moralische Instanz des Internet, dermaßen geschärft, dass mir kein Nazi entkommt !
Und jetzt haltet euch fest !
Ich habe beim Aldi einen tooootalen Nazi enttarnt !

Stehe ich an der Kasse und komme mit dem Typen vor mir ins Gespräch, ein netter liebenswerter Syrer mit albanischen Akzent. Sein Name wäre Bamir.
Er erklärt mir das er aus Rüsselsheim (liegt wohl in Vorderasien, schätze mal Maschrek ?) käme und schon drei mal ausgewiesen wurde.
Eine erfolgreiche Umschulung vom Finanz-/Bilanzbuchhalter zum DHL Boten standen leider familiäre Probleme im Weg. Seine Brüder, Onkels und Neffen wollten ihn lieber für einen libanesischen Familienbetrieb gewinnen, für den sie auch tätig sind.

Er arbeitet jetzt als Personenschützer für Hassan, dem Direktor einer gewissen Firma namens Miri oder so.
Als er das letzte mal ausgewiesen wurde, ging er nach Syrien um humanistische Hilfe zu leisten. Dort schloss er sich einer Gruppe von Männern an, die im Auftrag Gottes unterwegs waren.

Ich persönlich habe es ja nicht mit Gott und Religion und so.
Unsere muslimischen Mitbürgern ist es aber sehr wichtig und deshalb bin ich da total tolerant. Jeder soll glauben woran er will. Außer die Katholen, die stinken.
Aber zurück zum Thema.

Diese Gruppe von gläubigen Männern, sah sich aufgrund massiver Verfolgung durch christliche Fanatiker gezwungen, sich dermaßen zu verteidigen, dass er ein schweres Trauma erlitt.

Diese friedliebenden Gläubigen wollten nur, so erzählte Bamir, einige Restaurierungsarbeiten an alten christlich, kulturell wichtigen Bauten vornehmen. Doch weil die Christen, aus rassistischen Motiven gegen Muslime, dieses nicht wollten, weil sie von den Juden aufgehetzt werden, wurde die aufopferungsvolle Männergruppe angegriffen und wäre zum Handeln gezwungen gewesen.
Und da mischt sich eine Nazi-Kartoffel ein !

„Man komm hör auf, solch ein dämliches Gefasel habe ich ja noch nie gehört !“
Griff er bösartig und verbal den Bamir an.
Bamir aber reagierte Souverän und antwortete auf höchstem intellektuellen Niveau: „Ey was willst Du ? Isch ficke deine Mutter !“
„Ja ja, typisch Bereicherer, hau ab wo du hergekommen bist !“
Beleidigte der Typ weiter.

Ich fragte den Nazi wie er sich fühlen würde wenn ihm ein solch schweres Schicksal treffen würde und keiner ihn aufnehmen wollte.
Da raunzte der mich doch tatsächlich an: „Du linker Gehirnamputierter Schwachkopp, lass mich bloß in Ruhe !“
Booah Alta ! Geht gar nicht !

Ich verlangte umgehend nach dem Geschäftsführer.
Dem machte ich sehr schnell klar das es so nicht geht und er dem Nazi Zutrittsverbot für seinen Laden erteilen sollte.
Falls er dem nicht nachkommt, werde ich dafür sorgen das sein Name und seine Adresse bei der Webside Linksunten Indymedia, veröffentlicht würde und sein Laden als ausländerfeindliche „No Go Area“, bekannt gemacht wird.

Er erwiderte: „Na, jetzt lassen wir die Kirche doch mal im Dorf !“
Aha ! Dachte ich mir, ein Kathole !
Aber als aufrichtiger besorgter Bürger war es natürlich meine Pflicht Zivilcourage zu zeigen.

So machte ich dem Geschäftsführer klar das ich über sehr gute Kontakte zu diversen bekannten grünen Politikern verfüge (so mancher hat schon Gras bei mir gekauft) und ich nicht zögern würde, diese auch zu nutzen.
Da gab der Nazi-Versteher klein bei.

Er verwies den deutschen Nazi des Ladens und entschuldigte sich bei Bamir.
Als Bamir und ich aus dem Aldi raus waren, steckte mir der nette Syrer Auge knipsend einen Hunderter zu, den hatte er einen Tag zuvor auf der Straße gefunden.

Bei so viel Herzlichkeit musste ich mir eine Träne aus dem rechten Auge wischen.
„Refugees Welcome“ möchte ich in die Welt hinausschreien !

Euer Gänseblümchen Sven

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2 comments on “Ein „Antifant“ beim Aldi
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