RTdeutsch übernimmt Aufgabe des WDR

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RTdeutsch; umstritten, russisch, weltmännisch und immer mit dem Blick auf Deutschland; übernahm einmal mehr die Aufgabe der deutschen Medien. Was ist dran an Zimmermanns Aussage, die später auf Druck des WDRs relativiert wurde, die Sender würden Pro-Regierung berichten, ihre Themen und Analysen passend aufbereiten?

Die deutschen Medien, auch die angeblich freien, unabhängigen Medien, halten sich zurück und berichten, wenn überhaupt übertrieben sachlich. Dies hätte der Presse zur Asylpolitik, zu Kriegseinsätzen der Bundeswehr besser gestanden. Hier aber sollten Emotionen – wie Verbitterung mitschwingen dürfen. 

Das Medienmagazin DWDL.de berichtete und ersparte sich einen Kommentar. Der Preussische Anzeiger veröffentlichte die Zusammensetzung der Personal- und Programmentscheider, deren Gremien zumeist vom Landtag oder Getreuen zusammengesetzt wurde. Bereits im Februar 2014 stellten wir an dieser Stelle klar: “Nur totalitäre Staaten brauchen öffentlich rechtliche Medien” (Hier klicken um Video abzuspielen oder unten weiterschauen.)

Nun also dokumentiert RTdeutsch das Gespräch:

Moderator: Die sexuellen Übergriffe und Raube während der Silvesternacht führen zu täglichen Diskussionen. Was bleibt, sind viele Fragen: Sind es nordafrikanische und arabische Asylsuchende, die von unseren kulturellen Werten nichts verstehen? Oder ist es eine sexuelle Gewalt, die auch unter westlichen Männer existiert? Und inwiefern wird die kölnische Nacht Deutschland verändern?

Am Tisch sitzen: Claudia Zimmermann, Journalistin beim WDR Aachen, Martijn van Helvert, Politiker der CDA und Heger Harschi, Muslima und ehemaliges Ratsmitglied in Sittard/Geleen.

[…]

Auszug aus: "Asyl in Deutschland - Die Fakten". In wenigen Tagen erhältlich.
Auszug aus: “Asyl in Deutschland – Die Fakten”. In wenigen Tagen erhältlich.

Moderator: Sie arbeiten beim WDR. Werden Sie angewiesen, auf eine bestimmte Art und Weise über Migranten und Flüchtlinge zu berichten?

Claudia Zimmermann: Ja, wir sind ein öffentlich-rechtliches Medium. Das bedeutet, dass wir dieses Problem in einer positiven Art und Weise angehen. Am Anfang, als die Willkommenskultur von Merkel noch gut war, waren auch die meisten Geschichten ganz positiv. Jetzt ist das aber einigermaßen gekippt, jetzt sind auch kritischere Stimmen in den öffentlich-rechtlichen Medien und der Politik zu hören.

Moderator: War das irgendwo festgelegt, oder haben Sie irgendwann eine Mail bekommen: ‚So sollen Sie berichten?’

Claudia Zimmermann: Grundsätzlich nicht, aber wir sind natürlich ein öffentlich-rechtliches Medium. Das heißt, dass es verschiedene Kommissionen gibt, die bestimmen, wie unser Programm aussehen soll. Wir sind natürlich angewiesen, das einigermaßen ‚pro Regierung’ zu berichten.

Moderator: Ich finde das wirklich interessant. Verstehe ich es richtig, dass es Kommissionen gibt, die Ihnen, weil sie ein öffentlich-rechtliches Medium sind, sagen, dass Sie diese Probleme positiver angehen sollen? Wer genau ist denn in diesen Kommissionen? Wer bestimmt das?

Claudia Zimmermann: Die größten gesellschaftlichen Gruppierungen sind dort vertreten. Zum Beispiel die Katholische Kirche. Wir werden vom Publikum bezahlt, der Bevölkerung. Von daher ist es auch logisch, dass wir eine Regierungsstimme haben, und nicht so sehr eine Oppositionsstimme.

Moderator: Ist das nicht seltsam, dass man als Journalist irgendwie Anweisungen hat, in welcher ‘Tonlage’ berichtet werden soll?

Claudia Zimmermann: Nein, das ist nicht seltsam, das ist verständlich. Wir versuchen neutral zu berichten. Zu Beginn gab es gegen die ‚Willkommenskultur’ von Merkel noch keine negativen Stimmen. Es gab eine politische Mission. Und wir haben in dieser Richtung berichtet.

Martijn van Helvert: Ich finde es seltsam. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in den Niederlanden irgendjemand den Journalisten sagt: ‚Dieses Problem bitte positiv angehen.’ Ich kann mir das nicht denken.

Claudia Zimmermann: Nein, damals war es noch die Willkommenskultur, aber jetzt ist es gekippt. Jetzt gibt es auch negative Stimmen.

Moderator: Es gab auch Kritik, dass viele Informationen der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt worden sind. Auch durch die Medien. Gibt es ein ‚Schweigekartell’?

Claudia Zimmermann: Nein, das darf man so nicht sagen. Der Präsident der Kölner Polizei, der die Informationen nicht freigegeben hat, musste auch in den Ruhestand gehen.

Moderator: Aber auch der WDR [hat geschwiegen]

Claudia Zimmermann: Nein. Jetzt werden wirklich viele Reportagen gedreht über die Probleme, die es gibt. […]

Dem WDR dürfte dies, ebenso enig wie der NRW Regierung gefallen haben, wenn Zimmermann ausplaudert: “Das heißt, dass es verschiedene Kommissionen gibt, die bestimmen, wie unser Programm aussehen soll.” und sie erkannt hat, dass “Wir werden vom Publikum bezahlt, der Bevölkerung. Von daher ist es auch logisch, dass wir eine Regierungsstimme haben, und nicht so sehr eine Oppositionsstimme.” Und ebenso, dass man jetzt Reportagen über die Probleme dreht – jetzt nicht vorher …

Eben – nur totalitäre Staaten brauchen den öffentlich rechtlichen Rundfunk:

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