Wenn “Journalisten” sich beklaut fühlen und drohen müssen

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Innerhalb weniger Tage riefen mich nun Menschen an, bei deren Vorstellung am Telefon der Begriff “Journalist” betont wurde, um dann ohne Luft zu holen eine verbale Backpfeife zu erteilen. Zwei der Anrufer wollen sich nun beim Bundesverband der Journalisten beschweren und Romowe sowie die Autoren des Buches “Asyl in Deutschland – Die Fakten” verklagen.

Darum geht es:

In dem Buch der Autoren Jörn Gronemann und Christian Schwochert sind Artikel verschiedenster Zeitungen und Blogs auszugsweise zitiert, die für jeden frei zugänglich sind, um den Asylirrsinn mit Fakten und Einzelbeispielen darzustellen. In der umfassenden Quellenliste finden sich dann auch zahlreiche Querverweise. Zum Teil sogar innerhalb der Artikel, damit der Leser schnell selbst nachrecherchieren kann. Zusätzlich zu den “verlinkten” Artikeln stellen die Autoren ihr Hintergrundwissen bereit. Letztendlich untermauern die Zitate die These von Gronemann und Schwochert.

Nun ist dies ein vages Unterfangen. Einerseits dem unsinnigen und verwirrendem Leistungsschutzrecht zu verdanken, das für die Großverlage von der Politik durchgesetzt wurde. Andererseits durch die Themenauswahl, die unserer politisch aufgesetzten Korrektheit widerstrebt.

Trotz des Wagnisses ist es den Autoren, dem Herausgeber und dem Verlag wichtig gewesen, dass so viele Menschen wie möglicht erreicht werden. Damit sich der Leser allumfassend informieren – und seine eigene Meinung bilden kann. Deshalb waren und sind für alle Beteiligten der Buchvertriebsgewinn unrelevant.

Doch was Recht ist muss Recht bleiben, mahnen die Journalisten, die nun “Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit das Buch verboten wird“. So der eine Anrufer. Dabei wird es eher um Geld gehen, dass sich die beiden erhoffen. Und, was schlimmer wiegt, um die Beeinflussung der nächsten Buchprojekte. Jene Beeinflussung die sich auch der Staat vom Leistungsschutzrecht verspricht, das nebenher den Sinn des Internets, aber auch die heutige Leseart widerspricht. Der Leser von heute möchte Quellen wissen, diese nachlesen können; denn wenn keine “große” Zeitung, Zeitschrift oder Internetseite hinter der Meldung steht, so wird es schnell zur Verschwörungstheorie verschrien. Deshalb arbeiten auch Aufklärer, wie Udo Ulfkotte, nach diesem Prinzip.

Was also bringt es jenen “Journalisten” nun einen kleinen Verlag anzugehen?

Wahrscheinlich Geld. Geld das für andere Projekte hätte investiert werden können. Und ein gutes Gefühl im Recht zu sein. Der “Journalist” fühlt sich nämlich heute nicht mehr seinen Lesern gegenüber verantwortlich. Nur selten will er aufklären. Wenn er das wollte, und sein Credo ist, um so mehr Menschen mich lesen um so besser für den Inhalt (und für mich und meinen Ruf), würde er Informationen kostenfrei verbreiten und sich freuen, wenn er zitiert wird.

Anders als, zum Beispiel der Preussische Anzeiger, dessen sich teilweise auf vielen Seiten wiederfinden (vielen Dank für die Quellenverweise auf Euren Seiten), sehen viele “Journalisten” ihre Brötchen wegschwimmen und drohen mit Justizia – ohne sich vorab zu informieren oder Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Die Lösung?

Nun kommt es auf die Leser an. Zum einen werden Autoren und Verlag juristische Unterstützung benötigen, die keineswegs kostenfrei zu beziehen sein wird. Geld im übrigen, das weder Verlag noch Autoren haben. Da es um die Wissensvermittlung geht, wird es dann auch prinzipiell darum gehen, ob Wissen weitergereicht werden darf. auch wenn dieses Wissen politisch nicht gewollt ist. So kann es kommen, dass der Verlag an dem kommenden Rechtsstreitigkeiten zu Grunde geht, dass dieses Buch verboten wird; dass die Autoren ihr Wissen nicht mehr teilen werden, aus Angst, es könnte ihnen materieller Schaden oder Freiheitsentzug entstehen.

Das Fazit?

Alle Beteiligten werden nun auf Schriftstücke warten müssen. Empfehlungen der Leser nach guten Anwälten durchgehen und hoffen, beten – und weiterarbeiten. Vielleicht müssen wir einen Spendenaufruf starten, vielleicht eine Niederlage hinnehmen. Vielleicht wird “Asyl in Deutschland” (das Buch!) verboten. Vielleicht … vielleicht. Und doch, so hoffe ich, werden wir nicht aufgeben. Dank den Autoren, dank den Käufern, dank den Lesern, dank Ihnen.

Herzlichst Ihr Hagen Ernst

3 thoughts on “Wenn “Journalisten” sich beklaut fühlen und drohen müssen”

  1. Es geht nicht um Geld.
    Es geht darum, Wissen, welches nicht political correct ist, zu vernichten.
    Da hat sich doch echt jemand die Mühe gemacht und viel an Quellen und Wissen zusammen gesucht und das Ganze ergibt ein höchst suspektes, eben nicht politisch korrektes Bild. Das muss weg. Darum geht es.
    Das ist übrigens in dieser Diktatur völlig normal. Alle Leute, die Wissen verbreiten, welches nicht pc ist, werden vernichtet.

  2. Hier einige Argumente gegen das Leistungsschutzrecht:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverleger#Argumente_gegen_ein_Leistungsschutzrecht
    “Gegen ein Leistungsschutzrecht wird vorgebracht, Presseverleger seien schon durch das Urheberrecht hinreichend geschützt. Zudem könne jeder Verleger seine Informationsangebote sichern, indem er diese nicht gratis ins Internet stellt. Daneben sei niemand verpflichtet, seine Texte durch Suchmaschinen erfassen zu lassen, und könne deren Erfassung durch einen einfachen Indizierungsauschluss kontrollieren oder sogar ausschließen. Dabei kann auch, falls gewünscht, nur der Vorschautext abgeschaltet werden. Eine Auflistung in Teildiensten (zum Beispiel Google News) kann ebenfalls blockiert werden.
    Weiter wird argumentiert, dass derjenige, der seine Produkte gebührenfrei ins Internet stellt, den freien Fluss dieser Inhalte nicht verbieten könne. Hinter einem Leistungsschutzrecht lauere die mehr oder weniger versteckte Forderung nach einem Gebührenerhebungssystem, das ein grenzüberschreitendes bürokratisches Monster impliziert, welches nicht zuletzt auch die sehr schwierige Abgrenzung zwischen den Leistungen klassischer Medienunternehmen und jenen anderer Akteure des Informationssektors (etwa Blogger) vornehmen müsste. Das Leistungsschutzrecht führe im Ergebnis also zu einer Art Steuer, mit der die Geschäftsmodelle der Presseverleger gestützt werden sollen.”

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