War der Kapitalismus doch besser?

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Nach Überzeugung der Regierungselite um Angela Merkel leben wir in einer besonderen Sozialordnung; die soziale Marktwirtschaft genannt. Kritische Beobachter, ob links oder rechts der Systemvorgabe, wissen um die doppelte und dreifache Lüge in diesem Begriff. Sie sagen, wir leben in der Zeit des globalen Imperialismus.

Nun ist dies nicht neu. Und der Imperialismus ist eine Steigerung des Kapitalismus. Der Imperialismus ist, nach politischer Definition, das Streben von Großmächten nach einer (militärischen, politischen und wirtschaftlichen) Vormachtstellung, das mit rücksichtsloser, expansiver Politik durchgesetzt wird. Geschichtlich wird in manchem schweren Buch deshalb auch die Kolonialzeit in den Anfängen des 20. Jahrhunderts mit dazugerechnet.

Dieses Streben der Großmächte ist weder sozial noch richtet es sich nach irgendeinem Markt. Gerichtet wird sich nach Gewinn und deren Streben nach Mehr. Dadurch entstehen multinationale Großkonzerne, die immer die politischen Begebenheiten steuern sowie kontrollieren. So können, beispielsweise Greenpeace oder Robin Wood oder der WWF noch so schöne Sprünge machen. Wer nicht mit der Wirtschaft kooperiert, der wird nicht wahrgenommen. Da nützt auch keine Regenwalddemonstration vor dem Big Apple etwas. Doch wie genannte Umweltaktivisten ohne die wirtschaftliche Unterstützung und Einmischung nicht mehr aktiv sein können, so können dies auch nicht einzelne Menschen.

Wer mit offenen Augen durch die Straßen läuft sieht dies: Flaschensammler, die in ihrer Not in die dreckigsten Mülleimer greifen. Dank dem sozialem Netzwerk der Politik sagen einige Oberschlaumeier, das müssten sie nicht, es gäbe ja HartzIV. Eine dümmere Antwort gibt es kaum, denn meist sind diese Menschen selbst noch tiefer gesunken: in der totalen Abhängigkeit. Da gibt es dann auch Aussagen von CDU-Politikern, die behaupten, mit einer Erhöhung des Flaschenpfandes könnte man die sozialen Problemchen besser auffangen. Ironie pur!

Dank unserem sozialem System sind der Kapitalist und die Mittelschicht längst ausgestorben. Der Kapitalist nämlich übernahm die Verantwortung für seine Arbeiter. Ganz einfach, weil er sie morgen noch zum arbeiten brauchte. Heute hingegen sind Menschen das untere Kapital. Das Human Kapital; wie es oft in Wirtschaftsberichten steht. Das Human Kapital lässt sich in Zahlen ausdrücken. Meist rote Zahlen, weil es Kosten verursacht. Dies wiederstrebt der imperialistischen Aktienwelt von heute. Und Aktien zählen mehr als Menschen, mehr als Werte, mehr als alles auf dieser Welt. So kommt was kommen muss: Sozialverträgliche Einsparungen, nennen das die angeblichen Arbeitervertreter der Gewerkschaften.

So haben sich beim Warenhauskonzern Karstadt Arbeitgeber und Betriebsrat (Gewerkschaft) auf einen Sozialplan für die etwa 560 Mitarbeiter der westdeutschen Filialen geeinigt, die im kommenden Jahr geschlossen werden sollen. Geplant seien unter anderem Abfindungen und die Gründung einer Transfergesellschaft und kurzfristig kostenlose Bewerbungsschulungen. Auch in anderen Firmen gibt es bereits Pläne, sozialverträglich, mal wieder, die Belegschaften zahlenmäßig zu verkleinern. In den letzten Jahren wurden Traditionsfirmen geschlossen, ehemalige sichere Arbeitsplätze dank Börsenkurse vernichtet. Dabei ist die Börse, genaugenommen, so etwas wie eine Spielothek. Man wettet auf den Verlauf des Spiels. Einen elementaren Unterschied gibt es aber doch:  Während man sich in diesen Spielhallen höchstens selbst zugrunde richtet, richtet man am Börsenparkett andere hin.

Auch andere Probleme sind durch die internationalen Globalfirmierungen entstanden: Für Gold und Öl fließen Blut. Damit dies reichlich fließt, werden Waffen exportiert und neue Tötungsmaschinen  wie am Fließband entwickelt. Das Human Kapital darf sich dann für irgendwelche Götter, von Allah bis Mammon, an vorderster Front erschiessen und verstümmeln lassen.

So etwas nennt sich soziale Marktwirtschaft!

Denn längst ist der Arbeiter eine Art Baumfrucht oder ein Stück Tier: Sprach man früher noch vom bunten Markt auf dem Marktplatz, dem Automarkt, dem Kunstmarkt; so spricht man seit geraumer Zeit vom Arbeitsmarkt. Das dümmste, das billigste Angebot bekommt den Zuschlag. Weltweit! So zog Nokia von dannen, Volkswagen – als teilstaatliches Unternehmen – in die Ferne. Geiz ist geil ohne Verlustausschau machte es möglich. Das darüber der Binnenmarkt, das Geldsystem vor den eigenen 4 Wänden abknickt… Wen interessiert es, solange auf dem Riesen-LCD-Fernseher bei Maischberger sich Politiker und 11865302_1467257403576056_387350509_oSchauspieler duellieren, um doch nichts zu ändern. Stattdessen bestimmen Firmen, wie Facebook, was gesagt, geteilt und veröffentlicht werden darf, Denunzianten ziehen um die Ecken um Andersdenkende vorzuführen…

Auch das ist soziale Marktwirtschaft. War früher denn nun doch alles besser?

Der DDR – Romantiker wälzt sich in der Ostalgie und weiss zu berichten, wie sich Bürger untereinander halfen. Auch wenn hier, wie im Westen der Selbstzweck das Hauptaugenmerk war. Der BRD-Nostaligiker fragt sich, warum die Kapitalisten den Aufschwung West wenige Jahre nach den Krieg erschufen und vergessen dabei gern, dass die Westallierten damals schon den neuen Imperialismus einläuteten. Jedoch war der Kleinunternehmer um seine Angestellten immer noch besorgt – und um sein Dorf, seine Stadt. Er war Ansprechpartner und Helfer, im günstigsten Fall. Er brauchte keine überregionale Zeitungsmeldung, wie man lauter Schauspieler heute, um einigen Menschen zu helfen. Er tat es einfach. Der Grundbesitzer nahm Landstreicher auf, der Staat Flüchtlinge, wie einst die französischen Hugenotten. Und diese wurden ebenso bevorzugt, da sie Land günstiger bekamen und sich anpassen mussten. Doch scheute man sich nicht, diese Geschenke als Kleinkredite anzusehen und wer sich nicht anpasste flog aus der Gemeinschaft.

All diese Dinge sind heute nahezu undenkbar. Oder kennt jemand noch den Geldgeber und eigentlichen Eigentümer eines Konzerns wie ProSiebenSat1. Meint jemand man könnte zu Martin Winterkorn gehen und seine Fliessbandprobleme mit ihm besprechen? Oder wird Sven Seidel beim Unkrautjähten der Dorfstrasse gesichtet? Oder packt Frau Merkel wirklich mal den Spaten, ohne Mediengetue, an; um die, vom politischen Ziehvater Kohl, versprochenen blühenden Landschaften zu erschaffen?

Die nächste Ausgabe Ihres PA
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Stattdessen gibt es die selbsternannten Weltenretter. Jene, die aktuell sich für Flüchtlinge stark machen, um ihre eigene Brieftasche zu füllen. Da lob ich mir keinen Til Schweiger, da lob ich mir einen Frank Zander, der seit Jahren zur Weihnachtszeit Obdachlose und Bedürftige beschenkt. Mit einem warmen Festmahl, mit lieben Worten und ein wenig Unterstützung. Ihm ist es egal, woher der Obdachlose kommt. Ganbz anders, wie bei den blühenden Verfechtern einer Misswirtschaft wie Asylpolitik.

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