Kirche will Christen los werden

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Heute überraschte man mich mit dem JES-MAGAZIN. Eine Zeitschrift die vor allem für Christen, genauer Katholiken, herausgegeben wird. So erfahren wir, laut Editorial, von Volker Bauerfeld, Redaktion Jes, von der Grenzenlosigkeit der Nächstenliebe. Auch erfährt man in jenem Vorwort, dass “das Erscheinen des Magazins von vorneherein auf das Ende des Bistumsjubiläums im November begrenzt” sei.

JES-PAMuss es wohl auch. Denn die Hauptwerbungen versprechen Fernreisen. So wird als “Dankeschön für die Leser von JES!” auf der 4. Umschlagseite eine 15 Tage 5 Sterne Türkeireise “empfohlen” – für nur (ab) 129 Euro pro Person.

Dank der Nächstenliebe – oder eben Werbegelder – will das Heft für Christen also ihre Lämmer dorthin senden, wo Christen; außer als zahlungswillige Touristen; unerwünscht sind. Ziemlich heikel. Leben doch die Kirchen in Deutschland von der Kirchensteuer…

Man sollte, als Gläubiger – der Kirchen, der Bibel, des Papstes – und vor allem aber als Herausgeber eines solchen Blattes aufpassen: Zum einen wer Werbung schaltet und für was er schaltet. Ist es nicht unverantwortlich in diesen Zeiten die Leser des Jes-Magazins dorthin zu schicken, wo Christen regelrecht abgeschlachtet werden (sollen)? Sollten nicht gerade solche Publikumsschriften auch über Reiseveranstalter dafür werben, dass ihre Leser in sichere Länder geschickt werden oder vielleicht gar in Deutschland bleiben? So könnten auch Kirchengelder in der Heimat verbleiben und damit sinnvolles zu hause geschaffen werden…

Statt dessen darf uns auf Seite 17 Andrea Nahles anlächeln und uns übermitteln, dass der Glaube an Gott für sie elementar sei. Möge der lesende Christ nur hoffen, dass Gott nicht für sie Gabriel heißt und den Arbeiterverrat für heilig erklärt. Stattdessen hält JES die zweite Wange hin: “Erst Fremde, dann Freunde” (Seite 11) – und erklärt uns Nächstenliebe an Flüchtlingen bei Peine. Da darf auch eine kopfuchtragende Tschetschenerin nicht fehlen. Klischee pur? Nein! Politisch gewollte politische Korrektheit. Denn immerhin mauscheln Deutschlands Kirchen mit: In Köln “Licht aus” beim demokratischen Grundrecht: Demonstration; im Brandenburger Land Glockengeläut gegen die freie Meinungsäußerung:

Richtig christlich versteckt sich in dem Heft ein Beitrag über eine Kleiderkammer in Hannover, wo auch deutsche Arme für 10 Euro getragene “Jacken, Anzüge, Pullover und Schuhe” bekommen (Seite 25).

So kann man sich nahezu unchristlich wünschen, dass die Verantwortlichen der deutschen Kirche und die Seelenverkäufer des Magazins sich auf die Reise in die Türkei oder gleich nach Syrien machen. Gänzlich nur wegen der Nächstenliebe versteht sich.

Als Herausgeber des Preussischen Anzeigers und Mitinhaber des Romowe-Verlages ersehne ich mich auch nach einem Projekt wie Jes! Kostenlose Zuteilung einer Zeitschrift. (Eigenaussage von Jes: “Das Magazin wird 6-mal im Jahr in einer Auflage von rund 400.000 Exemplaren direkt und kostenlos in die Haushalte katholischer Familien von der Weser bis zur Elbe und von der Nordsee bis zum Harz geliefert.”) Jedoch bitte ohne diese unkritischen Berichte, wie eben in jenem Kirchenblatt … und dafür ein weiteres Mittel zur Unterstützung der freien Meinungsfindung und Meinungsbildung.

One thought on “Kirche will Christen los werden”

  1. Dem kann ich als Christ eigentlich nur zustimmen.
    Auch wenn die Christen in der Türkei besser behandelt werden als in anderen islamischen Ländern, so bleibe ich doch lieber in der Heimat.
    So fand ich z.B. in meiner Heimat im Urlaub einen netten christlichen Buchladen, in dem ich viele schöne Bücher gekauft habe (u.a. von Karen Witemeyer & Cathy Marie Hake); eben gute Literatur, die gesund für meine Seele war 🙂
    Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und vermute, dass ich eine solche Buchhandlung in der Türkei nicht gefunden hätte 🙁

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