Fahrradweg und Griechenland in der Politik der Mitte

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Die politische Mitte. Ein Hirngespinst des Deutschen. Denn, um es vereinfacht zu sagen, man ist für oder gegen etwas. Also, beispielsweise, für einen Fahrradweg oder dagegen. Eine “Mitte” gibt es da nicht. Denn, auch wenn ich den Fahrradweg kleiner und schmaler mache, also nur die Mitte des Weges baue, so entsteht ein Weg. Der ist allerdings recht, wie sagen wir das positiv an dieser Stelle …? Der ist einfach unnütz, denn kein Fahrrad passt auf diesen Streifen und doch werden Steuergelder verplempert. Ergo: deutsche Wirtschaftspolitik.

Griechenland und FahrradwegUnd diese Politik der Mitte gab es bis jetzt auch im Fall zu Griechenland. Man half nicht den Bürgern oder gar den Staat, erst recht nicht “Europa” [im staatstreuen Medienjargon – übersetzt Europäische Union] – oder gar Europa. Man teilte Banken Gelder zu, die gar nicht vorhanden waren. Aber damit kennen sich Banken bestens aus. Und so spielten diese mit. Denn das Risiko zahlt der Bürger. Weil er eben bürgt. (Eine ausführliche Erklärung dazu finden Sie hier) Und so kam das Dilemma – nämlich Fahrräder auf dem Fahrradweg der ohne Spur ist. Typisch deutsch, was nun kommt: Wir stellen Regeln auf. Auch wenn hinterher einer fragt, wie kam das “Betreten Verboten” Schild einst an diesen Ort… es steht nun mal da, und der brave Michel hält sich dran.

Nun aber kann die Bundesregierung ihr janein und jein Spiel nicht mehr aufrecht erhalten. Vielleicht waren es die Bilderberger oder der G7-Gipfel. Oder auch nur ein plötzliches Erwachen unserer Politiker? -> Hoffnung und Ironie müssen erlaubt bleiben! Auch an dieser Stelle …!

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach rät Griechenland indirekt zum “Grexit”. “Man muss einmal in aller Ruhe, ohne sofort anti-griechischer Ressentiments verdächtigt zu werden, die Frage stellen: Ist der Euro für Griechenland die Lösung oder ist der Euro das Problem?”, sagte er im Interview mit dem Fernsehsender “Phoenix”.

Die Antwort dürfte neben Bosbach auch Merkel und Schäuble wissen – aber war es nicht eben jene sozialistische Einheits…pardo, jene nationale Fron… pardon – jene Regierungsparteien von CDU und SPD die Griechenland unbedingt als EU-Partner und -Mitglied erst wollten, wie auch die Türkei, anno dazumal oder die Ukraine noch vor wenigen Wochen?

Nun, auch das ist deutsche Politik. Der Fahrradweg ist eröffnet und unnütz, weil er nicht befahren werden kann. Schon kommt der nächste Bautrupp, auf Staats- und damit Bürgerkosten, und sammelt die Steine wieder ein. Die Warnschilder hingegen bleiben.

Das ist die Politik der Mitte. Egal ob mit Griechenland oder mit Fahrradwegen – einer bleibt immer auf der Strecke: Der Bürger.

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