400 Meter weit reicht die Meinungsfreiheit – Erlebnisbericht vom 1. Mai in Worms

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Für den ersten Mai riefen, wie in jedem Jahr unzählige Parteien, Gewerkschaften und Vereinigungen zu Demonstrationen auf. Die meisten davon werden kaum beachtet. Sie gelten als Selbstverständlichkeit in einem “demokratischen” Land. Ganz anders verhält sich das, wenn die NPD von ihrem demokratischen Grundrecht Gebrauch machen will. Was dann vor sich geht, ist regelmäßig das beste Beispiel dafür, wie Demokratie nicht funktioniert. So auch an diesem 1. Mai in Worms. Der Autor dieser Zeilen war dabei und erlebte aus erster Hand, wie der Rechtsstaat versagte.

Dabei verlief zunächst alles erstaunlich reibungslos. Reisegruppen aus dem gesamten Südwesten kamen zusammen. Ein erster großer Treffpunkt war Mannheim. Mit dem Zug ging es über Ludwigshafen gutgelaunt mit etwa 60 Personen weiter bis Worms. Dort hatte sich schon eine größere Gruppe um das “Kultfahrzeug” der NPD in Rheinland-Pfalz, einen liebevoll “gelbe Legende” genannten gelben VW T4, versammelt. Man scherzte, wer ein “Selfie” mit dem Fahrzeug auf Facebook läd, bekommt einen Überraschungspreis. Der Platz vor dem Wormser Bahnhof füllte sich mit etwa 150 Personen. Einen “schwarzen Block” gab es nicht. Die teilweise vom Bodensee und aus Trier angereisten Personen waren, von einigen als Fußballfans erkennbaren Personen abgesehen, eine bunte Gruppe Bürger. Frauen, waren genau so darunter wie viele ältere Mitmenschen und sogar ein Rollstuhlfahrer. Gewalt oder eine Bedrohung ging sicher von dieser Gruppe nicht aus. Unter den Klängen des “Badenweiler Marsches” setzte sich der Demozug unter dem Motto: “Asylbetrug macht uns arm” mit etwas Verspätung in Bewegung.

Doch die Meinungsfreiheit reichte gerade einmal 400 Meter! Dann war Schluss mit einer legalen und angemeldeten Demonstration. Trotz einigen Hundert Polizisten, welche ihren Dienst verrichteten, gelang es laut Presseangaben 800 Feinden der Demokratie, die Demostrecke zu “blockieren”. Videos zeigen, wie sich die Polizisten einfach so von den verbrecherischen “Blockierern” hin und her schieben lassen, diese nur höflich auffordern, keine Gewalt gegen die Polizei anzuwenden. Dennoch verklärt die Presse dieses gesetzeswidrige Verhalten gegen die Meinungsfreiheit zu einer “Heldentat”. Denn es ging ja gegen rechts. Gegen rechts scheint in diesem Land jedes Mittel legitim. Und so wird auf unseren Straßen, vor den Augen des Volkes und unter dem Jubel der Medien, Gewerkschaften und vieler Parteien die Demokratie zu Grabe getragen. Nach langen Verhandlungen erklärt der Versammlungsleiter Markus Walter den seit über einer Stunde im Regen stehenden Teilnehmern, die Polizei sieht sich nicht im Stande, Recht und Gesetz zu wahren. So musste man zurück zum Bahnhof, wo eine “Abschlusskundgebung” statt fand.

Wärend der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz, die Bundesvorsitzende des Rings nationaler Frauen, Ricarda Riefling und weitere Abgeordnete und Funktionsträger der NPD sprachen, ereignete sich ein unglaublicher Übergriff von Seiten der Polizei. Die Ordnungshüter, welche kurz zuvor nicht in der Lage waren, die Gesetze dieses Landes zu achten, stürmten mit etwa 20 Personen in die Versammlung. Ein unauffälliger und eher schlanger aber keinesfalls aggressiv aussehender Teilnehmer wurde rabiat und mit vorgehaltenem Pfefferspray von mehreren Beamten gepackt und aus der Versammlung gezogen. Fassungslosigkeit machte sich breit. Die Frau des “Verschleppten” brach in Tränen aus und konnte nur mit viel Fürsorge und gutem Zureden vor einem Zusammenbruch bewahrt werden. Hinterher stellte sich heraus, dem Mann wird ein angeblicher “Hitlergruß” vorgeworfen. Ein Fotograf hatte offenbar genau den richtigen Moment abgewartet um beim Winken diese Pose festzuhalten. Was daran aber ein solches Eingreifen der Polizei rechtfertigen soll, wissen nur die Beamten. Ob von denen in der folgenden Nacht jeder ruhig schlafen konnte trotz der Bilder dieser weinenden Frau vor Augen, bleibt genauso deren Geheimnis.

Alles in allem wird man als Teilnehmer dieses Szenarios den Eindruck nicht los, es handelte sich um ein abgekartetes Spiel. Immerhin war an diesem Tag die Ministerpräsidentin in der Stadt, welche bekannt für ihren “Kampf gegen Recht(s)” ist. Sie machte im letzten Wahlkampf schon mit Boikottaufrufen gegen demokratische aber unliebsame Parteien auf sich aufmerksam. Das Verhalten und die gereizte Stimmung der Polizei geben der Vermutung raum, man hätte gerne eine Eskalation von Seiten der Rechten erlebt. Doch die blieb aus. Statt dessen ließ man eben linksextremistischen Chaoten freie Bahn.

Demokratie sieht anders aus!

1-mai-worms

(Bild des Demonstrationszuges – sollen das etwa böse und gewalttätige Nazis sein?)

6 thoughts on “400 Meter weit reicht die Meinungsfreiheit – Erlebnisbericht vom 1. Mai in Worms”

  1. Ist das auch Demokratie, wenn so ein
    Schweinestall wie die CIA für 7 Millionen DM die Bildzeitung und auch
    andere gründet und denen vorschreibt, was diese zu schmieren haben, damit wir alle schön antirussisch und sonstwie elektronisch kopfgewaschen durch die Gegend laufen?
    Sicher nicht! Gut das wir endlich darüber Bescheid wissen,das der Tommy und Ami und der Jude uns
    Jahrhunderte nachweislich von a bis z beschissen haben und uns jetzt obendrein mit Militärchemie in Nanogrösse abservieren, versehen mit der Unterschrift Merkels! Normalerweise sollte jetzt jeder wissen was er zu tun hat – aber keiner tut was !

  2. Herr Jaeschke erkannten Sie ihren eigenen Kameraden und Ersatzkandidaten ihres eigenen Wahlkreises für die baden-württembergische Landtagswahl im März 2016 etwa nicht mehr? Oder warum bezeichnen Sie den “Verschleppten” als: “Ein unauffälliger und eher schlanger aber keinesfalls aggressiv aussehender Teilnehmer…”.
    Sie haben selbst Fotos im Weltnetz hochgeladen auf denen Sie mit ihm und anderen während der Anreise posieren.
    Durch ihre grossspurigen Ankündigugngen und mangelndes Durchsetzungsvermögen haben Sie der nationalen Bewegung tatsächlich einen ” legendären 1. Mai in Worms” beschert.
    Dazu noch ein Bericht in dem Sie einem rostigen Bus mehr Beachtung schenken als einem verschleppten.
    Kameraden.
    Viel Erfolg für weitere Veranstaltugen, diesmal nicht mehr mit mir.

    1. Wenn Sie die Bilder gesehen haben müssten Sie doch bestätigen können, dass meine Beschreibung stimmt. Oder etwa nicht? Was sagen Sie zu dem unverhältnissmäßigen Verhalten der Polizei? Stellen Sie sich so Demokratie vor? Möchten Sie, dass man mit Ihnen auch so umspringt? Wenn nicht, liegt es auch an Ihnen, etwas dagegen zu tun. Und zwar egal wie aussichtslos das scheint. Jeder, der nicht auf die Straße geht, lässt solche Zustände zu!

      Fragen Sie sich das doch bitte einmal selbst. Eine ehrliche Antwort werden wir hier von Ihnen wohl nicht erwarten können.

  3. Soll das etwa eine Antwort auf meinen Kommentar sein, Herr Jaeschke?
    Ich habe mit keinem Wort das Verhalten der Polizei gebilligt. Jedoch kritisiert, dass sie ihren eigenen Parteikammeraden nicht erkennen (wollen), wenn er in Bedrängnis gerät und letztendlich “verschleppt” wird.
    Sie stellen in ihrer Kommentarantwort Fragen und unterstellen mir Anworten wie es ihnen passt.
    Fragen sie sich mal selbst ob das eine geeignete Form ist mit Kritik umzugehen. Stellen sie sich so Führungsstärke vor?
    P.S.: Es haben etliche andere Kammeraden “gewunken”, es war aber nur einer so schlau sich dabei vor die Transparente zu stellen, während Fotografen riesige Teleobjektive auf ihn richten.

    1. Wenn hier jemand etwas unterstellt, dann Sie. Wie kommen Sie darauf, ich würde besagte Person nicht erkennen? Welchen Vorteil hätte es, Namen zu veröffentlichen? Es ist doch viel mehr im Interesse der betroffenen Person, es so zu formulieren. Wenn Sie anwesend waren, so wissen Sie auch, dass ich es war, der als erstes zur Polizei ist und deutlich Klärung des Vorfalls forderte. Wo waren Sie an dieser Stelle? War es Ihnen egal das ein Teilnehmer einfach “verschleppt” wird? Er stand übrigens, wie deutlich auf dem Bild zu erkennen, hinter dem Transparent.

      Es tut mir leid, aber ich lese bei Ihnen keine sachliche Kritik. Nur billiges Gepöbel und Provokation. Und darauf wird eben entsprechend geantwortet.

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