Henkel’s Stein

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Die AfD ist alles und auch eine alternative. Immerhin bekommt die AfD dieser Tage Demokratie zu spüren. Demokratie, die den Gründern fremd war. Egal ob sie Lucke oder Adam als Namen führen.

Nun kommt es also zum Bruch der Sammelpartei die alles sein wollte, aber eines nicht darf: rechtskonservativ, das war Parteiübervater Bernd Lucke zuviel. Und rechts schonmal gar nicht. Liberal wollte die Partei sein und musste dafür im rechten Becken fischen. Dies gefiel zwar zu den Wahlen, aber nicht, wenn es um Diäten und Rechenspielarten geht.

Cover Schwarz Weiss AfDDass die Politik der AfD von den Anfangstagen bis heute nicht viel von Basisdemokratie hielt, konnte man bei Konrad Adam sehen, als er vorzeigte, wie eine Klassendemokratie nützlich sei. Oder aber, in den letzten Wochen, als Prof. Lucke sich als Alleinherrscher sah und andere an die Wand fuhr.

Da wird mit Mis-Mitgliedern ähnlich umgegangen wie bei der Linken. Diese werden öffentlich verraten, innerparteilich gefedert. Nun aber will einer nicht mehr so, wie es kaum ein Basismitglied wollte. Ex-Parteiamtsinhaber und -BDI-Chef Henkel will lieber rechnerisch die Wirtschaft antreiben. Liberal und auf Kosten der Anderen. Doch die anderen wollen nicht alles so hinnehmen. Folglich richtet der Henkel an der Presseklagewand und wirft hin.

Dieter Stein, Herausgeber der Jungen Freiheit; derzeit spöttisch öfter als AfD-Partei-Zentralorgan beäugelt; sieht sich gezwungen Henkel zuzustimmen und sieht, dass sich eine Krise zuspitzt:

Ich mache mir große Sorgen um die Entwicklung der AfD. Aus einem Macht- und Richtungskampf wird eine Schlammschlacht, die die Partei in den Abgrund reißen könnte.

Erschreckend ist, daß den Köpfen an der Spitze insgesamt offenbar die historische Verantwortung aus dem Blick geraten ist, die sie tragen: Noch nie war es seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland gelungen, eine neue bürgerliche, konservativ-liberale Kraft in dieser Breite und Durchschlagskraft zum Erfolg zu führen. Eine Chance, die jetzt vor dem Scheitern steht.

Wie gern würde ich Herrn Stein zustimmen. Jedoch ist diese Sorge seit der Gründung der Partei aktuell. Denn unter Lucke und Henkel war und ist die Alternative für Deutschland vielleicht liberal, eine neue FDP. Aber braucht die BRD eine solche Kraft? Bürgerlich gar konservativ waren höchstens die Basis, die Wähler, die Plakatierer, die Spender, die Veranstalter, die Werber,… Eben die, auf die diese Partei fußte und die sie nach jedem Erfolg vergaß.

Henkel Rücktritt ist von daher für die Basis ein Gewinn. Ob daraus Erfolge gewonnen werden bleibt abzuwarten, ob sich konservative Gruppierungen im Richtungsstreit durchsetzen können. Aber das, so die Befürchtung, gelingt nur mit einem Wiederaufbau, vom Grund auf!

Sonst ist die Chance verpasst, eine Partei zu haben, die Alternativen zum Einheitsbrei von CDU bis Linke, von GRÜNE bis SPD, erschaffen könnte. Eine Partei die für Deutschland steht, hätte Deutschland nötig. Heute, wie gestern, wie vorgestern. Parteigeschichten von Reps über DSU bis DVU sollten mahnen.

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