Gestern war Deutschland. [20. April 2015]

Kolumne

Wir brauchen eine tägliche Kolumne, sagt der Hagen Ernst, Herausgeber des Preussischen Anzeigers, so nebenbei zu mir. Dann hol Dir jemanden, sagte ich. Nö, das schaffen wir allein, meinte er. Und wen er mit „wir“ meinte, war mir gleich klar. Wie ich das noch zeitlich schaffen soll, weiß ich nicht. Aber der Hagen, der Ernst, meinte, dass wir das schon schaffen.
Nur heute möchte ich nicht unbedingt damit anfangen. Heute ist mir irgendwie nach feiern zumute. Aber was soll ich heute feiern? Nun gut, ich bin bis zum 30. April krankgeschrieben und kann mich daher auf wichtigere Aufgaben konzentrieren…


Aber was soll ich schreiben? An einem Montag…
“Heute ist Montag. Es finden heute wieder in vielen Städten Montagsdemonstrationen der PEGIDA-Bewegung statt”?
In einigen. Nicht in vielen. Viele durften nicht. In Nürnberg wurde den Veranstaltern nahegelegt (also ein indirektes Verbot), heute nicht spazieren zu gehen. Schon gar nicht zu historischen Stätten wie einem alten Stadion neben einem Neubau vom 1. FC oder zu einer alten Kaserne.

Und nur, weil der heutige Montag zufällig auf einen 20. April fällt. Aber was ist besonderes an diesem 20. April? Liegt es an einem Geburtstag? Nur weil die Litfaßsäule heute ihren 160. feiert sollen jetzt alle an diesem Montag zur Betonsäule erstarren?
Die „Ruhrbarone“ zetern sogar auf ihrer Netzseite wegen eines Bürgerprotestes gegen ein Asylantenheim an diesem Tag. Nur, weil heute irgendjemand oder irgendetwas Geburtstag hat, hätte man juristisch ein Verbot fordern sollen. Aber, Achtung, Zitat: „Irgendein Idiot in der Robe eines Richters würde so ein Verbot sowieso aufheben.“

Und es wäre sowieso ungerecht, dass heimattreue Deutsche am 9. November der Grenzöffnung der DDR gedenken.
Und überhaupt. Der 1. Mai sollte auch den „Linken“ gehören. Da hat kein „Rechter“ zu marschieren. Er ist immerhin der Arbeiterkampftag. Seit 1933.

Nein. Heute werde ich ganz bestimmt nicht anfangen, eine Kolumne zu eröffnen. Heute ist Montag.

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