Frankfurt: Abschlussberichte – keine Distanzierung

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Die “legitime linke Gewalt“, welche nur ein “aufgebauschtes Problem” ist, forderte nach letzten Angaben 150 verletzte Polizisten. Der Sachschaden liegt in Millionenhöhe. Es gab 26 Festnahmen.
Hannah Eberle, Blockupy-Mitorganisatorin, freue sich, dass der politische Widerstand in Deutschland angekommen sei, schreibt der MDR. Auch die weiteren Führungsmitglieder dieser Organisation distanzieren sich ausdrücklich nicht von den Ausschreitungen.  Blockupy hat 200 Opfer der Polizeigewalt zu beklagen. Ob Bundespräsident Gauck aufgrund der Zahl der verletzten Demonstranten betroffen ist, wurde bisher nicht bekannt.

Folgend die abschließenden Berichte von Polizei und Feuerwehr:

Polizei Frankfurt: Überwiegend ruhige Nacht nach den gestrigen Krawallen

Die Frankfurter Polizei verzeichnet eine weitgehend ruhige Nacht nach dem Ende der Blockupy-Demonstration. Dennoch kam es zu einigen Einsätzen und in einem Fall wieder zu einer Brandstiftung an einem Pkw. Im Laufe des Abends und der Nacht wurden neben vereinzelten Mülltonnenbränden und Sachbeschädigungen an Fensterscheiben in Bockenheim, auch der Brand eines Pkw in der Mulanskystraße gemeldet. An einem BMW Z4 wurde eine Seitenscheibe herunter gedrückt und der Innenraum in Brand gesetzt. Durch die Einsatzkräfte wurde am späten Abend ein Tatverdächtiger festgenommen, der am Morgen des 18. März Beamte der Bundespolizei angegriffen hatte.
Damit erhöhte sich die Zahl der Festgenommenen auf 26. Es wurden Verfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch und Körperverletzung eingeleitet. Ein italienischer Staatsangehöriger, gegen den unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung nach Steinwurf zum Nachteil eines Polizisten ermittelt wird, wurde auf richterliche Anordnung wegen Fluchtgefahr in Haft genommen. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Alle anderen Personen wurden nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Mittlerweile hat sich die Zahl der bei dem Einsatz verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten auf 150 erhöht.

(Polizei Frankfurt a. Main/NPA)

Polizei Sachsen: Ausschreitungen in Frankfurt am Main
Ulbig: „Gewalt gegen Gesellschaft und Rechtsstaat inakzeptabel“

Innenminister Markus Ulbig verurteilt die gewalttägigen Ausschreitungen der Blockupy-Proteste anlässlich der gestrigen Eröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Dabei kam es auch zu massiver Gewalt gegen Polizeibeamte.
Innenminister Markus Ulbig: „Ich verurteile die Gewalt gegen unsere Gesellschaft und den Rechtsstaat aufs Schärfste. Mein Dank und meine Anerkennung gilt den Polizisten, auch denjenigen aus Sachsen, die mit hoher Professionalität den Einsatz durchführten.“
Bei den Einsätzen waren fünf Hundertschaften aus Sachsen beteiligt. Die Beamten waren der hessischen Polizei unterstellt. Laut aktuell vorliegendem Stand wurden bei den massiven Auseinandersetzungen mit Demonstranten ca. 90 sächsische Polizisten verletzt. Nach Steinwürfen erlitten sechs Beamte Prellungen und ein Beamter einen Knochenbruch. Die übrigen 64 Beamten wurden durch Reizstoffeinsatz durch Störer leicht verletzt. Im Rahmen der Ausschreitungen wurden 14 Polizeiautos durch Steinwürfe beschädigt.

(Polizei Sachsen/NPA)

Bundespolizei: Bilanz nach Blockupy-Einsatz

Frankfurt am Main (ots) – Im Bereich Frankfurt Ost konnten größere und anhaltende Gleisblockaden verhindert werden. Die An- und Abreise der Veranstaltungsteilnehmer verlief störungsfrei. Insbesondere die An- und Abreise der Demonstrationsteilnehmer mit dem Sonderzug aus Berlin erwies sich als unproblematisch.
Bernd Hellmann, Polizeiführer des Einsatzes der Bundespolizei zieht ein positives Resümee. “Ich bin froh, dass keiner meiner Beamten verletzt wurde und unser Einsatzkonzept aufgegangen ist”
Im Bereich des Containerbahnhofs Frankfurt Ost kam es gegen 7 Uhr zu massiven Gleisüberschreitungen. Durch ein schnelles Einschreiten der Bundespolizei, wurden die ersten Ansätze einer Gleisblockade und eines Einwirkens auf den Sicherheitsbereich der EZB unterbunden. Auch weitere Versuche von Kleingruppen die Gleisen zu blockieren, wurden verhindert. Insgesamt erteilte die Bundespolizei über 300 Platzverweise.
Durch die brennenden Straßenblockaden, in der Nähe der S-Bahn Stationen Ostendstraße und Konstablerwache, kam es aufgrund der Rauchentwicklungen zu kurzen Beeinträchtigungen im S-Bahn Verkehr.
Gegen 7.30 Uhr wurden Bundespolizisten an der Konstablerwache von einer militanten Gruppe angegriffen. Die Einsatzkräfte wurden massiv mit Gegenständen und Pflastersteinen beworfen. Der anschließende Brandanschlag auf das Einsatzfahrzeug misslang.
Insgesamt hat die Bundespolizei dreizehn Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruch und dem Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet.

(Bundespolizeiinspektion Frankfurt a. Main/NPA)
Feuerwehr Frankfurt zu den Einsätzen rund um die Blockupy-Demonstration

Die offizielle Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank wurde von Protestaktionen begleitet, die zu zahlreichen Einsätzen für die Feuerwehr Frankfurt führten. Bereits in der Nacht zum Mittwoch brannten im Westend mehrere Personenwagen.
Am Mittwochmorgen ab 05:50 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu brennenden Mülltonnen im Kettenhofweg und zu brennenden Fahrzeugen in die Bockenheimer Anlage sowie Eschenheimer Anlage alarmiert.
Gegen 7:00 Uhr kam es zu mehren Bränden von Fahrzeugen, Autoreifen und weiteren Straßenblockaden im Bereich des Danziger Platzes, des Ernst-Achilles-Platzes und der Ostbahnhofstraße.
Hier wurden auf ein Löschfahrzeug sowie auf ein Führungsfahrzeug, welches zur Erkundung eingesetzt war, Steine geworfen und dadurch die Scheiben beschädigt. Zwei Einsatzkräfte wurden dabei durch Reizgas leicht verletzt. Nach ambulanter Behandlung konnten beide ihren Dienst wieder aufnehmen.
Im weiteren Tagesverlauf kam es immer wieder zu Kleinbränden. Insgesamt wurde die Feuerwehr bei 47 Meldungen aktiv. Viele weitere Brände wurden durch Wasserwerfer der Polizei sowie durch die Polizisten gelöscht, da die Feuerwehr aus Selbstschutzgründen nicht in den Gefahrenbereich eingefahren ist.
In der Nacht zum Donnerstag gab es insgesamt acht Feuermeldungen zu verzeichnen. Es handelte sich hierbei um brennende Müllbehältnisse und Unrat im Innenstadtbereich sowie um einen brennenden Personenwagen in der Mulanskystraße in Bockenheim.
Weiterhin waren in diesem Zusammenhang rund 280 Einsätze des Rettungsdienstes zu verzeichnen.

(Feuerwehr Frankfurt a. Main/NPA)

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