Ohne Moos nix los!


Kleine Taschenlampe brenn’, Motherfucker!

Die Boxen dröhnen. Unsauber erhöre ich Wörter wie Bitch, Porn, Sex und Motherfucker. Dazu ein gutes Buch, wie eins von
Akif Pirinçci, bei denen ficken, Arsch und anderes Vokabular zum Selbstverständnis gehören.

Einige Jahre vor dieser “Digga”, “Alta” und “Hurensohn”- Zeit gab es Lieder, Gedichte und Bücher, die ebenso von (unerfüllter) Liebe und politischer Unzufriedenheit erzählten. Doch, oh Schreck!, sie kamen ohne jene Wörter aus. Sie umschrieben den Augenblick. Nur wer zwischen den Zeilen hörte, konnte den Sexgenuss erahnen. Mehr noch, als man die, von der Münchner Freiheit, erfundene Nummer der Bordellmutter mitsang, kam man sich als halbstarker stark, als Erwachsener peinlich berühert vor. Da war Markus’ Taschenlampe, Nenas Leuchtturm oder Klaus Lages Zoom doch irgendwie sittsamer. Ja, vielleicht sogar bürgerlicher. Deshalb kam auch der Punk mit “Arsch” um die Ecke und tönte Lautstark.

Und doch. Punk und Rock’n’Roll verbrachten nicht das, was heute künstlerischer Alltag ist, bei dem selbsternannte Gangster Frauen wie Vieh behandeln. Da fragt man sich unweigerlich, wann kommt die Frauenquote für Gangsterrap und wann räkelt sich Heino, dank Gender, auf der Abrissbirne im nächsten Video.

Wer nun säuselt, “… die Jugend von heute ..” dem entfällt, das wir, aus Sicht unserer Ahnen auch nicht besser waren. Und sie, genauso wie ich im Heute, schon gestern vor dem Kultur- und Sittenverfall warnten. Dennoch: Nicht der Anstand, der fehlt, zwingt mich zu dieser Überlegung. Mehr das das zwischen den Zeilen lesen und verstehen verloren geht und ging. Das der junge Mensch keinerlei Wertigkeit auf die Zwischentöne legt.

Woher auch – 50 graue Schatten plus Feuchtgebiete bringen jene farbliche Gedankenwelt, jene unendliche Phantasie zum Stillstand. Die Schulbildung, von Sexualerziehung bis Mathematik, sagt was richtig ist. Freie Erkundung; mit Höhen und Tiefen; ist nicht gewollt. Genauso wenig wie Zwischenfelder, die neue Denkansätze geben.

Da ist kein “Da, Da, Da!” mehr sondern nur ein “Jetzt! Jetzt! Jetzt!” – ein “so ist es” und “basta!” Kein Platz für Kritik und Fortkommen, kein Platz für Gedanken und Gefühle. Diese Leere wird ausgefüllt. Nicht mehr in Kirchen und Parks. Immer öfter auf den Parkplätzen am Penny , Aldi und Lidl oder unter einer schwarzen Flagge mit Schriftzug. Beides mit einem Traum im Gepäck – unsere graue Welt hinter sich zu lassen. Die versprochenen Jungfrauen, notfalls auch nach dem Heldentod zu bekommen.

Wir brauchen uns nicht zu Wundern, denn Kultur, Bildung – aber auch Religion und Familie hat versagt. Versagt in der Hoffnung auf Freiheit, in der falschen Deutung unserer Welt. Versagt durch Toleranz und Ökowahn. Versagt durch Krawalltourismus und der Versenkung der eigenen Wertigkeiten. Versagt durch Sprachmissbrauch und durch uns. Uns als Vorbild, das wir nie sein wollten.

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