Uzi, Angst und was kommt noch?

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Lüneburg ist eine schöne Stadt. Touristen erfreuen sich in der Altstadt beim vergnüglichen Bummel durch die Läden, die das beste aus ihnen herausziehen. Der Marktplatz ist über Deutschlands Grenzen bekannt. Eine Idylle, vor den Toren Hamburgs. Immerhin wird hier die ARD-Endlosserie “Rote Rosen” gedreht, ebenso oft auf dem Marktplatz sieht man daher die Drehteams und kann einen Blick auf die Darsteller werfen. Heile Welt?

Nicht immer. Gewalt, Mord – auch das gehört mittlerweile zur Stadt, in der sich mehrere Brennpunkte entwickelt haben. Mal eine Schlägerei in einer Muckibude, später im Krankenhaus wird der Streit fortgesetzt. Unter Einsatz von Waffen. Ein Doppelmord folgt wenige Wochen später in die bundesweiten Tickermeldungen der Nachrichtenagenturen. Meist passiert alles im Stadtteil Kaltenmoor, wobei der Bürgermeister ständig betont, dass weder das “bunte Denken”, noch dieser Bezirk mit seinen Wohnsilos damit zu tun hätten.

lg-0403Doch auch durch das Gericht ist Lüneburg bekannt. Denn unweit des Rathauses verurteilte man schon einige Schwerverbrecher und Kleingauner. Zuletzt machte der “Mafia-Prozess” Schlagzeilen. Auch der Richterprozess, über einen Richter, der Prüfungsfragen an Prüflinge im Justizdienst verkaufte, brachte viele Journalisten in die Kreisstadt. Demnächst wird hier ein alter Mann wegen seiner Befehlsdurchführung und  Aufgabenerfüllung im 3. Reich für schuldig gesprochen. Doch so richtig angstfrei scheint man bei Gericht nicht mehr zu sein, denn immer öfter sieht man uniformierte Polizisten mit Waffe im Anschlag. Auf dem Weg zur Arbeit kann einem dann schon mulmig werden und die Frage drängt sich auf, vor wem oder was hat Lüneburg Angst? Und vor allem warum?

Aber auch die Frage, in wie weit sich Deutschland die Blöße gibt, darf gestellt werden. Gestern wurden jene Fotos gemacht, direkt am Markt, auf dem Gewerbetreibende versuchen ihr Obst, Gemüse, Fleisch und Blumen zu verkaufen. Einem Zeitpunkt also, bei dem viele Rentner und Familien mit Kinder unterwegs sind. Könnte man nicht Gerichtsprozesse, wie eben jene, bei denen der Staat um sich fürchtet; sonst würde er keine Waffenträger so offen einsetzen; – könnte man dann nicht die Gerichtstage dann abhalten, wenn keine Buden auf dem Markt stehen, keine Kinder unterwegs sind. Oder muss es unbedingt der Markt-Mittwoch sein, um zu zeigen, wer Herr im Hause ist?

Oder aber: Hat man ganz andere Ängste, als jene Befürchtungen, die vom Gerichteten ausgehen …?

 

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