Unschuldig: der Islam, weil sie Terroristin war

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Die BILD berichtet von einer Andrea. Andrea, so ist in einem Nebensatz zu erfahren konvertiert und seitdem:

lief  [sie] fast nur noch vermummt durch die Straßen. Auch bei 30 Grad im Sommer.

so eine Nachbarin, laut Bild.

Dabei ist Andrea keine Islamistin, nein, nur eine Terroristin, besser Terror-Braut, wie BILD titelt. Was man daran erkennt, dass Andrea statt dem Koran einige Waffen im Wohnzimmer herumliegen hatte. Nicht in Deutschland, sondern im fernen Syrien, wo sie mit ihren Kindern als zweite Frau ihres neuen Ehemanns lebte – oder kriegte.

Statt Teddys und chinesische Billigspielzeuge gab es Fotos von ermordeten Menschen und Videos religiöser Kämpfe, also humaner Schandtaten.

Ihr Mann, in Syrien, soll Kämpfer einer Terrorgruppe sein. Und sie soll natürlich aus Nächstenliebe in jenem Land des religiösen Terrors mit ihren Kindern gestrandet sein. Das sie dabei sich zum Märtyrer hochbomben wollte, ist Nebensache.

Kurzum, die Meldung besteht eigentlich nur aus 3 Sätzen:

Die Staatsanwaltschaft hatte sie wegen „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ und „Entziehung Minderjähriger“ angeklagt. Denn: Die Kinder hatte sie ohne Wissen des Vaters in das Bürgerkriegsland verschleppt.

Dafür bekommt Andrea B. ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Also alles nicht so schlimm. Man fragt sich, warum wurde damals gegen die RAF-Mitglieder so lange und so hart verhandelt, warum hofft die Rechtsprechung auf ein hartes Urteil im NSU-Prozess. Man könnte meinen, weil dies alles eben nicht religiöse Urväter hat. Und die Terroristen hatten keine schwere/andere Kindheit/Traditionen. Da vergisst man schnell, dass auch diese Andrea in der BRD aufwuchs und nicht im Wüstensand… Deshalb darf sie auch ihr eigen Fleisch und Blut opfern. Zumindest symbolisch. Als Märtyrerin.

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