Offener Brief an die Alt-Parteien

Allgemein, Deutschland ,

von Sandra H.

„Sehr geehrte“ Damen und Herren,

ich bin immer zu Wahlen gegangen, habe mir vorher die Programme durchgelesen, habe nachgedacht und abgewogen und dann mein Kreuz bei der Partei, dem Kandidaten gemacht, dem ich zutraute, mein Vertreter in der Politik zu sein, das Volk nach bestem Wissen und Gewissen zu vertreten, dem ich zutraute Deutschland auf einen guten Weg zu führen und zu begleiten.

Und mit Entsetzen stelle ich fest, dass diese Volksvertreter, welche alle gewählt wurden, nicht dieselbe Kompetenz an den Tag legen, wie ich und viele andere Wähler es getan haben.

Ich war so naiv, dass ich tatsächlich glaubte, dass Politiker auf Inhalte Wert legen, dass sie Menschen zuhören, dass sie des Bürgers Stimme hören. Stattdessen sehe ich die hässliche Fratze von Machtgeilheit, antideutschem Gedankengut, Geltungsbedürfnis, Stimmungsmache, Handlungen gegen das Gesetz und unterirdischen Beleidigungen. Gerade die Menschen, die täglich mit anderen Meinungen, anderen Ideen, als ihren Eigenen, umzugehen gelernt haben sollten und differenzieren und zuhören sollten, zeigen jetzt, was sie wirklich sind. Ich bin angewidert und muss mich schämen für Sie, für mich und für alle, die Sie an die Position gebracht haben, die Sie jetzt innehaben.

Die Grünen, welche mit antideutschen Parolen um sich schmeißen, dass man auf den Gedanken kommen muss, ob sie Deutschland nicht abschaffen wollen und sich fragt, wo ihr Hass auf Deutschland und seine Bürger her kommt. Claudia Roth, die „seit 20 Jahren Türkeipolitik macht“ und anscheinend lieber dort leben würde. Jürgen Trittin, für den es „einfach großartig ist, dass Deutschland jeden Tag immer mehr verschwindet.“ Cem Özdemir, dem mit Blick auf die türkischen Wähler schon mal einfiel, „was die Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, schaffen sie – Die Grünen und die türkischen Wähler- ja nun mit dem Verstand“ und Sieglinde Frieß, die gern hätte, dass Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen an Frankreich grenzt.“ Was ist mit diesen Menschen schief gelaufen, dass sie so viel Hass auf ein Land und seine Bürger haben, dass sie sowas äußern? Auf ein Land, in dem sie selbst leben, indem sie zu Volksvertretern gewählt wurden? Was ist los mit den anderen, die so etwas nicht zum Aufschreien bringt? Was musste passieren, dass aus einer schlampig gekleideten Ökotruppe eine Deutschland hassende Partei wird, oder hatten sie schon immer so viel Hass im Herzen? Von den Beleidigungen, wie „komische Mischpoke“, „Mitläufern von rechten Rattenfängern“ – was ja voraussetzt, dass da auch irgendwo Ratten sein müssen- bis hin zu „Nazischweinen“, wollen wir gar nicht erst anfangen. Was für ein Menschenschlag ist das? Wählbar sind diese Menschen, diese Partei, jedenfalls nicht mehr, nie wieder. Da wird in Zukunft das Licht für die Grünen ausgehen.

Die SPD, die offenbar kein Problem hat, sich an gesetzeswidrigen Blockaden zu beteiligen, ihre Neutralität aufzugeben und sich dann noch darüber freut und es als Erfolg feiert. Eine Partei, die keine Scheu hat Seite an Seite mit der Antifa zu demonstrieren und damit Hass und Gewalt scheinbar unterstützt, nicht nur gegen Andersdenkende, sondern auch gegen Polizisten. Genau die wollen in den Reihen von Pegida „Nazis in Nadelstreifen“ (Ralf Jäger), „politische Brunnenvergifter“ (Yasmin Fahimi), „Nationalisten und Rassisten, die Ängste der Menschen schüren und die Gesellschaft spalten“ (Thomas Oppermann) und „Verführer“ (Jens Löw)gesehen haben. Statt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen (sonst würden sie keinen Rassismus und auch keine Islamfeindlichkeit sehen), wollen Politiker dieser Partei ein „All Parteien Bündnis gegen Pegida“ (Heiko Maas) und einen “Aufstand der Anständigen“ (Gerhard Schröder). Wer soll aus dieser Partei, daran teilnehmen dürfen? Auch dieser Partei wird von vielen Wählern das Licht ausgeschaltet werden.

Die Linke, die ich als Wählerin immer unterstützt habe, dessen Chef, Gregor Gysi, ich immer als Menschen geachtet und als Politiker bewundert habe, enttäuscht mich zutiefst. Auch sie reihen sich ein in die zweifelhafte Garde derer, die Blockieren, Randalieren und Hass und Gewalt auf deutsche Straßen bringen. Zu allem Überfluss nutzen sie auch noch denselben Slogan wie die Gewaltbürger der Antifa: „Refugees welcome“. Die Linken, die so viel Toleranz und Verständnis für ihre Parteivergangenheit fordern, nennen die Pegida-Spaziergänger „wildgewordene Kleinbürger“ , „biedere Wutbürger“, „Glaubenskrieger“ (Ulla Jepke) und „Fußvolk der westlichen Funktionäre des Rechtsextremismus“ (Gregor Gysi). Ausgerechnet die können oder wollen das Positionspapier nicht lesen/verstehen und behaupten immer noch und anscheinend mit wachsender Begeisterung, dass „Menschen, die in Not flüchten, Hilfe brauchen und keine Verachtung“. Es wäre so einfach gewesen, nachzulesen, dass Pegida es als Menschenpflicht ansieht, Kriegsflüchtlinge und religiös und politisch Verfolgte aufzunehmen. Nein, nun wollen sie zwar Gespräch, aber eben nicht mit den 12 Organisatoren. Die Damen und Herren möchten sich aussuchen mit wem sie reden. Ich suche mir auch aus, mit wem ich zukünftig rede, wem ich mein Vertrauen schenke. Und vielleicht wird es auch um ihre Partei dunkel. Schade, aber wohl verdient.

Die CDU, und allen voran die Kanzlerin Angela Merkel, die in ihrer Neujahrsansprache, von „Vorurteilen, Kälte und Hass in den Herzen“ spricht. Die meint, dass wir mit dem Ruf nach der Aufmerksamkeit der Politik „Wir sind das Volk“, eigentlich meinen, dass andere nicht dazu gehören und dass Hautfarbe und Herkunft unser Kriterium dafür sind. Ein Volker Bouffier, der wahrscheinlich auch einmal zu Wort kommen wollte und dem nichts anderes einfiel als „Dumpfbacken“ und „Zukunftsverweigerer“ . Ein Paul Ziemiak, der suggeriert wir wären Hinterwäldler, weil „wir Ängste haben und uns nicht mitgenommen fühlen“. Ein Thomas de Maiziere, welcher keinen Rundumblick hat und seine Politik-Kollegen auf die Lippen schaut, sondern nur bei Pegida eine „abstoßende Sprache“ findet. Die AfD und ihr „Verhalten zu Pegida ist niederträchtig“, Herr Tillich? Sie möchten auch nicht auf der Demonstration, vom Rednerpult aus, mit der Bevölkerung reden, weil von eben diesem Platz Beleidigungen ausgingen gegen die Politiker-Kollegen? Über Beleidigungen zu schwadronieren und sich angegriffen fühlen, steht keinem Mitglied der Altparteien zu. Und Herr Ulbrig, der zwar die sozialen Netzwerke entdeckt hat, aber es nicht über sich bringen kann, diese auch zu nutzen und Pegida einzuladen, steht für Gespräche bereit? Eine CDU, welche nun plötzlich ihr Parteiprogramm wiederentdeckt und eine Expertenkommission bilden möchte. Wie vertrauenswürdig ist diese plötzliche Wiederentdeckung ihres Programms denn?

Wie einfach hätte es sein können, wenn man sich statt auf Beleidigungen und Gegendemonstrationen, auf Inhalte konzentriert hätte und nach einer kurzen Phase der Irritation (die ich Ihnen zugestanden hätte), auf Dialog gesetzt hätte? Vielleicht wäre der „Spuk“ schon längst vorbei und man könnte bereits konstruktiv an der Zukunft unserer schönen Heimat bauen.

Selbst wenn Sie alle jetzt vom Politikverständnis der AfD lernen würden und sich wieder besinnen, was das Volk von Ihnen als Politiker erwartet, könnten Sie das Vertrauen und den Respekt nur schwerlich wieder aufbauen, dass Sie mit Ihren (un)überlegten Äußerungen, Ihren Beleidigungen, Ihrer Hetze, zerstört haben.

Das schmeckt Ihnen nicht? Das haben Sie sich selbst eingebrockt. Wir mussten in den vergangenen Monaten ebenfalls ein paar sehr bittere Pillen schlucken, da dürften Sie doch damit auch kein Problem haben! Machen Sie endlich Ihre Hausaufgaben, sonst bleibt Ihnen am Ende nur die Rückenansicht der Wähler, die sich angewidert von Ihnen abgekehrt haben und schweigend das Licht löschen.

Guten Tag
Sandra H

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