Ohne Moos nix los!


Wieder eine Tradition weniger

Auf dem Lande ist es schon eine kleine Tradition. Nun aber wird dieses junge, alljährlich wiederkehrende, Zusammenkommen verdrängt. Ein kleines Fest auf den Dorfplätzen, bei denen man sich unterhält, tanzt, feiert, Nachbarschaft lebt und sich an den abbrennenden Weihnachtsbäumen wärmt.

Der Landkreis Lüneburg machte darauf aufmerksam, dass jene Fest, das die Gemeinschaft fördert, eigentlich verboten sei. Entschieden hatte dies einst das Land Niedersachsen, das auch die allgemeinen Brenntage verbannte. Wohl zum Gefallen der städtischen und landeseigenen Deponien. Ausnahmen seien lediglich Brauchtümer. Wie das Osterfeuer (Ostara-Feuer). Doch eine kurze Tradition ist eben kein Brauchtum. Und überhaupt – wer will schon, das Gemeinschaft, Gemeinwesen gefördert wird? Das Land Niedersachsen zumindest nicht und lässt dafür auch den Umweltschutz heranziehen. Verbrennende Tannen wären demzufolge Umweltgift. Dabei, so Biologen, setzt eine verbrennende Tanne soviel frei, wie eine vermodernde. Nicht umsonst planen immer mehr umweltbedachte Heizungstechniker wieder auf Holz und sogenannte Pellets. Denn Holz verbrennt CO²-neutral, sagt zumindest die allgemeine Schulbildung. Da grenzt es schon an Hohn, wenn die Lüneburger Landeszeitung eine Zuschrift abdruckt, die vom Landkreis stammt:

Um den Schadstoff- und Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern und die Tannenbäume einer sinnvollen Verwendung, z.B. als Häckselmaterial für Gärten oder Hackschnitzel-Heizungen, zuzuführen, sind die Tannenbaumfeuer (…) leider nicht mehr erlaubt.”

Und weiter führt das Blatt aus:

Konkret heißt es in dem Schreiben, das der LZ vorliegt: “Der Landkreis Lüneburg appelliert an die Jugendfeuerwehren, nach Möglichkeit auch schon Anfang 2015 auf das Weihnachtsbaumverbrennen zu verzichten. Eine Untersagung durch den Landkreis erfolgt für das Verbrennen für Anfang 2015 nicht.” Gleichzeitig weist Fachbereichsleiter Wolfram Kallweit allerdings “ausdrücklich darauf hin, dass nach derzeitigem Stand das Verbrennen von Weihnachtsbäumen zukünftig (ab 2016) nicht mehr geduldet wird”. Eine mögliche Ausnahmegenehmigung könne nicht in Aussicht gestellt werden.

Bleibt abzuwarten, wie das ferne Hannover heute denkt. Denn heute entscheidet man dort über die neue Brandverordnung, die künftig unter dem Wort Pflanzenabfallverordnung (sic!).

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